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Anwohner beklagen KWL-Kosten

Anwohner beklagen KWL-Kosten

Sowohl die Weiße Elster als auch das Grundwasser sollen entlastet werden, wenn das Entsorgungsnetz für Ab- und Schmutzwasser im Schkeuditzer Westen erneuert ist.

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Hier soll ein Mischwasser-Rückhaltebecken gebaut werden. Für die zentrale Abwasserentsorgung müssen Anwohner rund 2,6 Millionen Euro bezahlen.

Quelle: Michael Strohmeyer

Etwa 150 Grundstücke, die zum Großteil jetzt noch mechanische Kleinkläranlagen (KKA) besitzen, sollen dann zentral in der Anlage Rosental geklärt werden. Im September sollen die Arbeiten im Auftrag des Zweckverbandes (ZV Wall) beginnen und voraussichtlich Ende 2014 abgeschlossen sein.

"Die Maßnahme kostet insgesamt 3,7 Millionen Euro. Einen Teil der Kosten tragen üblicherweise und laut Sächsischem Kommunalabgabegesetz die Grundstückseigentümer", teilte KWL-Sprecherin Katja Gläß auf Anfrage der LVZ mit. Erwähnter "Teil" der Kosten sind im Fall "Schkeuditz-West" 70 Prozent, also knapp 2,6 Millionen. Maß zur Ermittlung des Anteils für den Einzelnen ist die Straßenfrontlänge. "Für ein Beispielgrundstück mit 20 Metern Straßenfront beträgt der Baukostenzuschuss etwa 6800 Euro", erklärte Gläß. Hinzu kämen falls notwendig dann noch die Kosten für einen Hausanschluss - etwa 300 Euro pro Meter. Gemessen wird von der Straßenmitte.

"Wir sind hier pro Grundstück bei einem Preis von etwa 10000 Euro. Das bedeutet für manch einen die finanzielle Katastrophe", sagte die Anwohnerin Manuela Hoffmann. Deshalb wurde von den betroffenen Bürgern eine Bürgerinitiative (BI) ins Leben gerufen, in der fast alle etwa 350 Anwohner vereinigt sind. Hintergrund: "Die Kosten sind im gesamten Stadtgebiet die höchsten, obwohl es hier nicht um eine neue Erschließung geht. Es liegen bereits Leitungen, an denen die KKA angeschlossen sind und seit 20 Jahren bezahlen wir hier unsere Abwassergebühren", sagte Hoffmann. Statt der allgemein üblichen etwa 150 Euro pro Meter müssten die Bewohner im Schkeuditzer Westen nun rund 350 Euro pro Meter bezahlen.

Im Ortsteil Kleinliebenau etwa sei der Baukostenzuschuss niedriger gewesen, habe Hoffmann durch ein Anwohnerin erfahren. Auch in Glesien, wo in diesem Jahr die KWL-Arbeiten unter anderem in der Karl-Liebknecht-Straße und am Conradplatz weitergehen sollen, ist es mit rund 220 Euro pro Meter billiger, informierte Ortsvorsteher Manfred Putzke.

Ein Faktor, der die Kosten in Wehlitz in die Höhe treibt, ist mit Phenolen belasteter Straßenbelag in der Merseburger Straße. "Dessen Entsorgung schlägt schon mit rund 100000 Euro zu Buche und wird auf die Anwohner umgelegt", sagte die BI-Gründerin Hoffmann. "Das geht doch nicht!" Eine diesbezügliche Anfrage stellte Stadtrat Reiner Ehnert (Die Linke) während einer Januar-Sitzung: "Ist die Entsorgung nicht Sache der Stadt?" Bauamtsleiter Wolfgang Walter antwortete damals mit einem ausdrücklichen "Ja". Anders die Aussage von Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) bei einem späteren Treffen mit der BI: Es sei gesagt worden, dass die gesamte Maßnahme inklusive der Straße in die Hände des Zweckverbandes gegeben wurde und damit nicht mehr Sache der Stadt sei, erwähnte Hoffmann. Ein weiterer Grund für die hohen Kosten für den Einzelnen sei ein versäumter Termin. "Die KWL hat uns gegenüber zugegeben, den Termin für die Beantragung von Fördermitteln versäumt zu haben", berichtete die BI-Chefin.

"Es handelt sich um ein komplexes Thema. Wir schauen uns die Planungsunterlagen an und bereiten gegenwärtig eine Gesprächsrunde mit der BI vor", informierte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) auf Anfrage. Daran würden Vertreter der Stadtverwaltung, der KWL, des ZV Wall, der Landesdirektion sowie der Unteren Wasserbehörde teilnehmen. Am 12. März soll das Treffen stattfinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2013

Roland Heinrich

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