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Schkeuditz Art-Kapella-Verein beendet viel diskutierte Ausstellung
Region Schkeuditz Art-Kapella-Verein beendet viel diskutierte Ausstellung
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12:27 19.02.2018
Die Ausstellung „Cluster und Linien – Musikalische Grenzwerte treffen auf eine malerische Rauminstallation“ sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Die derzeitige Ausstellung in der Art Kapella in Schkeuditz erhitzt die Gemüter. Besucher würden in die Galerie kommen, irritiert gucken, sich umdrehen und gleich wieder gehen, hieß es. Im Gästebuch zur Ausstellung liest man „Schade um Zeit und Geld“, „Schade, die schlechteste Ausstellung seit Bestehen! Wir fühlen uns ,verscheißert‘“ oder „Räumlichkeit wird hier verunstaltet“. Ungewöhnlich für das Thema Ausstellung erreichten auch die LVZ-Redaktion Meinungsäußerungen, die als Leserbriefe veröffentlicht wurden. Auf jene reagierte jetzt die Laudatorin der Vernissage, Lona Gaikis, die gebürtig in Toronto seit 2011 als Kuratorin und Autorin in Wien lebt.

Nach der Lektüre der Leserbriefe bemerkte Gaikis: „Ich habe das Gefühl, dass der Ursprung der Emotionen eigentlich in der Art Kapella intern liegt und lange vor der Ausstellung schon etwas in der Luft schwelte. An der Ausstellung, deren Format im Raum neuartig war, haben sie sich anscheinend nun entzündet.“ Gaikis sehe nun eine Chance für beide Seiten, sich aus der Komfortzone zu bewegen. Immerhin werde eine Debatte über Kunst geführt. „Das ist großartig!“

„Keine Konflikte im Verein“

Dass es innerhalb des Art-Kapella-Vereins Konflikte gibt, wies dessen Vorsitzende Petra Kießling zurück. „Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen. Es wäre schlimm, wenn das nicht so wäre“, sagte sie am Donnerstag. Die noch am Wochenende zu sehende Ausstellung habe diese Meinungen auch laut werden lassen. „Es schreibt kaum einer in das Gästebuch, wenn Bilder oder Grafiken gefallen haben. Jetzt wird unter- und miteinander kommuniziert. Aber das ist doch auch gut“, sagte Kießling.

Objektive Ausstellungsauswahl

Der Art-Kapella-Verein sei kein „Hobby-Verein“. „Wir erhalten Kulturförderung“, betonte Kießling. Bei der Auswahl der Ausstellungen müsse sie eine objektive Position einnehmen und auch zeitgenössische Kunst zeigen. Und das auch, wenn ihr persönlicher Geschmack nicht unbedingt getroffen worden sei. „Das Engagement und die Hingabe für ihre Kunst haben mich bei Freya Richter und Anja Kleinmichel überzeugt“, sagte Kießling. Zwingend gehörten die Raummalerei Richters und die Musik Kleinmichels zusammen. Lässt man sich auf die Musik ein, erkennt man das geordnete Chaos der Raummalerei besser, meinte sie.

„Sehr ambitionierter Anspruch“

„Dass eine Leserin in der Musik Galina Ustwolskajas die Schießkommandos und Brutalität stalinistischer Diktatur wiedererkannte, hat uns, die sich mit der Komponistin näher beschäftigten, irritiert“, meinte Gaikis. Die zugegeben sehr eigene Musik zähle zum Genre „Neue Musik“ der 1960er Jahre. „Jene Generation wollte mit der Klassik brechen“, erwähnte die Wienerin. Auch die Arbeit Freya Richters beziehe sich in ihrer Formensprache ganz stark auf die Kunst der 1960/70er Jahre und die Idee, sich nur auf das Material und eine Abstraktion sinnlicher Eindrücke zu konzentrieren. „Die Künstlerin stellt sicher einen sehr ambitionierten Anspruch. Bei manchen hat es ja geklappt und bei manchen eben nicht.“

Die Art Kapella lädt am Sonnabend, um 14 Uhr, zur Ausstellung mit Klaviermusik, gespielt von Anja Kleinmichel. Am Sonntag, um 14 Uhr, findet die Finissage mit den Künstlerinnen von „Cluster und Linien“ statt. Es spricht Lutz Eitel.

Von Roland Heinrich

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