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Art Kapella in Schkeuditz zeigt Grafik, Malerei und Buchkunst

„Aus dem Häuschen“ Art Kapella in Schkeuditz zeigt Grafik, Malerei und Buchkunst

Feinsinnige, farbige Radierungen, Foto-Collagen, großformatige Arbeiten in Mischtechnik oder Holz- beziehungsweise Linolschnitte zeigt Nadine Respondek-Tschersich momentan in der Galerie der Art Kapella in Schkeuditz. Hinzu kommen Kunst-Bücher, die die studierte Buchkunst- und Grafikdesignerin illustriert hat. Am Sonntag wurde die bis zum 6. März laufende neue Ausstellung eröffnet.

Nadine Respomdek-Tschersich (rechts) erklärt eine ihrer Fantasie-Immobilen, die unter anderem in der Galerie der Art-Kapella zu sehen sind.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Feinsinnige, farbige Radierungen, Foto-Collagen, großformatige Arbeiten in Mischtechnik oder Holz- beziehungsweise Linolschnitte zeigt Nadine Respondek-Tschersich momentan in der Galerie der Art Kapella in Schkeuditz. Hinzu kommen Kunst-Bücher, die die studierte Buchkunst- und Grafikdesignerin illustriert hat. Am Sonntag wurde die bis zum 6. März laufende neue Ausstellung eröffnet.

Der Titel „Aus dem Häuschen“ klingt nach einer fröhlichen Aufforderung oder nach entfesselter Heiterkeit, meinte Petra Kießling vom Schkeuditzer Verein während der Vernissage. Der Ausgangspunkt für den Titel sei allerdings eine ganz persönliche künstlerische Auseinandersetzung mit der fortwährend stattfindenden Gentrifizierung in unseren Städten. „Seit etwa einem Jahr beschäftige ich mich mit diesem Thema“, bestätigte die heutige Leipzigerin. Und so entstanden künstlerische Fantasie-Immobilien, die im Makler-Deutsch formulierte Werbetexte zur Seite gestellt bekamen. Die Ironie beziehungsweise der Sarkasmus fehlen da nicht. Ein Rittergut, Lofts in einer alten Wäscherei oder ein freistehendes Bahngebäude werden so auch mit noch nicht verzogenen Mietern schmackhaft gemacht.

„Wir waren selbst von einem solchen Fall betroffen“, sagte die Künstlerin. Ein altes Leipziger Haus, in dem sie mit ihrer Familie einst wohnte, wurde von der Wohnungsgesellschaft verkauft und sollte luxussaniert werden. „Wir haben uns zwei Jahre gewehrt, am Ende den Auszug aber nur verzögert“, meinte Respondek-Tschersich. Andererseits hätte sich ihrer Meinung nach doch etwas getan: Inzwischen würden auch die Mieter gefragt, wenn es vom Vermieter Verkaufsabsichten gibt. Auch würden diverse Praktiken, die Mieter zum Auszug bewegen sollen, heute nicht mehr umgesetzt. „Wir hatten damals ein halbes Jahr eine blickdichte Plane vor unseren Fenstern, also kein Licht und keinen Luftzug“, erinnerte sich Respondek-Tschersich. Grundsätzlich aber bestehe das Problem weiterhin, weshalb sie sich auch weiter mit dem Thema auseinandersetzen werde. Nachdem es bisher nur Außenansichten der Fantasie-Immobilien gibt, soll demnächst auch die Inneneinrichtung eine Rolle spielen.

Die in Potsdam geborene Nadine Respondek-Tschersich, studierte von 1998 bis 2004 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war ab 2004 Meisterschülerin im Fachbereich Malerei und Grafik bei Professor Ulrich Hachulla. Das von ihr illustrierte Buch „Der Star des Herrn Liebelt“ von Jan Neruda erhielt 2006 den Preis „Die schönsten deutschen Bücher“; im Jahr darauf bekam sie den Hans-Meid-Preis für Buchillustration in Pforzheim verliehen. Mit Buntstiftzeichnung hatte sie „Der ewige Ehemann“ von Fjodor Dostojewskij illustriert und damit für Aufsehen bei der Jury gesorgt. Respondek-Tschersich ist seit der Gründung 2008 beim Künstler-Zusammenschluss „augenfalter“ dabei.

Schon in der Ausführung kommt die neue Ausstellung in der Galerie der Art Kapella sehr vielschichtig daher. Auf die Vielfältigkeit ihrer Techniken angesprochen, sagte Respondek-Tschersich: „Ich schaue mir das Thema, zu dem ich arbeite. Die Entscheidung zur Technik fällt dann.“ Wer ihre Arbeiten aber kennt, der wird wiederkehrende Motive entdecken, verriet sie.

Von Roland Heinrich

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