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Schkeuditz Art Kapella zeigt unbekannte Bilder von Hans Schulze
Region Schkeuditz Art Kapella zeigt unbekannte Bilder von Hans Schulze
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17:47 17.05.2010
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Schkeuditz

Zur Vernissage waren auch ehemalige Schüler des einstigen Kunstpädagogen gekommen, der 1962 das Institut für Kunsterziehung an der Leipziger Universität gegründet hatte. 71 Prozent seiner 500 Gemälde wurden noch nie gezeigt, obwohl Hans Schulze ein bedeutender Lehrer für viele Kunstwissenschaftler war. Die nun in der bis zum 27. Juni zu sehenden 34 meist noch unbekannten Bilder, mussten ob der Fülle über Jahrzehnte auch im feuchten Keller lagern. Die Witwe Jutta Schulze hatte viele der Werke für die Schau zur Verfügung gestellt. Teilweise ungerahmt und mit den Spuren der Zeit versehen, eröffnen die Bilder den Besuchern so einen ungeschönten Blick auf das Innenleben einer Generation, die zwei Weltkriege durchleben musste und wohl auch an den Unfähigkeiten des Sozialismus verzweifelt ist. Die schöne und geschundene Natur, zu der für den Künstler nicht nur die Bäume, Blumen und Landschaften, sondern wohl auch die Menschen gehörten, war sein Thema. Ein starkes Verantwortungsbewusstsein und ohnmächtige Trauer sprechen nicht nur aus seinen Selbst- und Fremdporträts, sondern auch aus seinen sybillinischen, philosophisch durchwirkten Szenerien, in denen die Menschen im geschichtlichen Kampf mit ihrer und der äußeren Natur angesichts der Giftwolken, die die Sonne und den blauen Himmel verdunkelten, verzweifelt nach Luft rangen. Doch ein heller Lichtstrahl, von Kristallen schon seit der Antike ausgesendet, ließ auch den Kämpfer Schulze auf die Auferstehung aus Ruinen hoffen. Die Musik von Bach, Mozart und Chopin, die die beiden koreanischen Studentinnen Noh, Soo Ji am Klavier und Kim, You Ri an der Violine bei der Vernissage meisterhaft darbrachten, unterstrich diesen Weltenkampf und wurde mit Sonderapplaus belohnt. Hans Schulze, eng befreundet auch mit dem Philosophen Ernst Bloch, war nicht nur ein großer Charakter, sondern auch ein meisterhafter Künstler in der Tradition der alten Meister. Er verstand Altes und Neues, Grafisches und Malerisches wunderbar kreativ zu verbinden. Wunderschöne strahlende Bilder von weisen Bäumen in seinen bevorzugten Grundfarben dunkelgrün, blaugrün, grau und braun wurden durch Sterbebilder von zersplitterten großen Bäumen, die wie die Menschen dahinsiechen, kurz vor seinem eigenen Tod abgelöst. Jutta Schulze hat auch seine Staffelei der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Auf der stehen noch des Professors letztes Bild und ein Zettel: „Bald zurück Sch“. Am Mittwoch, dem 9. Juni lädt der Kunstkreis der Art Kapella um 19.15 Uhr in die Teichstraße 7 ein, um mit der Gattin des Künstlers über sein Werk auch anhand zusätzlich mitgebrachter Holzstiche und Zeichnungen zu plaudern.

Kornelia Richter

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