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Schkeuditz Auf dem "Streitweg"
Region Schkeuditz Auf dem "Streitweg"
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15:41 19.05.2015

Auf einem solchen nämlich befinden sich der Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) und der Ortsvorsteher Glesiens, Manfred Putzke (CDU). Zumindest sieht es der Ortsvorsteher nach einer Aktion des OBM's so.

Bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Glesien sollte es zum wiederholten Male um die Namensfindung für oben genannte Straße gehen. Seit Februar ist man hier auf der Suche. "Unmittelbar vor Beginn der Sitzung ist eine vom OBM unterschriebene Bekanntmachung öffentlich ausgehängt worden", berichtet der Glesiener Ortsvorsteher. "Am Ortschaftsrat vorbei werden darin die Glesiener Bürger aufgefordert, Namens­vorschläge bei der Stadtverwaltung einzureichen", informierte Putzke. Die Ortschaftsräte wären, gelinde gesagt, erstaunt über diesen Affront gewesen und hätten in der Aktion die neuerliche Missachtung ihres Amtes als gewählte Vertreter der Glesiener Bürger gesehen.

Zur Vorgeschichte: Die Straße zum Feuerwehr-Übungsgelände soll zur besseren Orientierung für ortsfremde Wehren einen Straßennamen erhalten. Im Februar hatte die Stadtverwaltung Heinrich-Hertel-Straße vorgeschlagen und den Ortschaftsrat um Zustimmung gebeten. Der wollte den Namen des Schkeuditzer Feuerwehrgründers nicht und schlug den verdienstvollen Glesiener Kameraden Kurt Wernicke vor. Hier sagte wiederum die Stadtverwaltung "Nein". Zu ungewiss sei, ob nicht eine nationalsozialistische Vergangenheit vorliege. Als "unsäglichen Anglizismus" bezeichnete Putzke dann den Vorschlag Enkes, der Anfang des Monats durch den Stadtrat geboxt werden sollte: Wie eine Publikation des Flughafens sollte die Straße den Namen "Towerblick" tragen - entgegen dem Willen der Glesiener Räte. Das gefiel selbst Stadträten nicht, die nicht in Glesien beheimatet sind. Noch nie sei gegen den Willen des Ortschaftsrates entschieden worden, hieß es. Noch vor einer Abstimmung zum Namen griff Enke einen geäußerten Vertagungs-Gedanken auf und fragte Putzke, ob er bereit wäre, noch einmal nach einem neutralen Namen zu suchen. Der bejahte diese Frage. Weshalb der OBM nun die Aushänge veranlasste, beantwortete er kurz: "Es kann doch nicht verkehrt sein, die Bürger zu fragen."

Als "Provinzposse", "persönlicher Rachefeldzug" oder "ein Thema für die Karnevalssitzung" wurde die Aktion im Glesiener Ortschaftsrat bewertet und mit der Frage verknüpft, ob ein OBM überhaupt die Zeit habe, sich mit dieser Sache zu beschäftigen, berichtete Putzke. "Bürger waren übrigens bei der Ortschaftsratssitzung nicht dabei, obwohl das Thema 'Straßenname' bekannt war. Ich bin gespannt, wie viel Vorschläge Herr Enke bekommt", sagte Putzke.

Bis zum 14. Oktober können jetzt Namensvorschläge bei der Verwaltung eingereicht werden. Eine Arbeitsgruppe soll dann, in Abstimmung mit dem Ortschaftsrat, eine Entscheidung finden. Es wird also noch etwas Zeit vergehen, in der die "Feuerwehren Zeit vergeuden, um das Objekt zu finden", wie es im Aushang des OBM heißt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2013

Roland Heinrich

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