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Schkeuditz Aus für Buchhandlung
Region Schkeuditz Aus für Buchhandlung
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14:18 19.05.2015
Herbert Stascheit packt und schließt die Schkeuditzer Buchhandlung. Quelle: Olaf Barth

Doch die Gründe für meine Geschäftsaufgabe sind rein wirtschaftlicher Natur. Mit dem zuletzt erzielten Umsatz bin ich nicht mehr in der Lage, die Fixkosten etwa für Miete und Heizung zu erwirtschaften." Damit war das Aus für die einzige Buchhandlung in Schkeuditz beschlossen.

Am 1. Januar 2002 hatte Stascheit, der zugleich einen eigenen Verlag betreibt, von seiner Vorgängerin das Geschäft übernommen. "Das sah ich als Komplettierung meines Verlages an. Dadurch lernte ich die andere Seite im Buchhandel kennen. Seitdem habe ich mich als Verleger auch nicht mehr mit Buchhändlern gestritten", blickt er schmunzelnd zurück. Auch ohne Hilfe seiner Frau wäre das Projekt nicht so lange gut gegangen. Doch in den letzten zwei bis drei Jahren habe sich der Umsatz halbiert, das sei nicht mehr aufzufangen. Bereits 2008 hatte Stascheit eine Buchhändlerin entlassen müssen, sagt er, und steht seitdem allein im Laden. "Der erste Einschnitt kam, als die Postfiliale hier aus der Straße wegzog. Noch spürbarer wurde vor zwei Jahren das Urteil über die Finanzierung von Arbeitsheften für Schüler. Deren Verkauf machte zehn Prozent des Jahresumsatzes aus", erklärt der Geschäftsmann. Als Vater von vier Kindern und Kreisrat der Linken begrüße er ausdrücklich, dass Eltern nicht mehr die Schulhefte bezahlen müssen, für ihn als Geschäftsmann bedeutete dies aber Einbußen. Denn jetzt werden die Hefte zentral woanders bestellt. "Ein Hauptgrund für den Umsatz-Rückgang ist natürlich der Internet-Handel. Als Verleger mache ich ja selbst ein Drittel des Umsatzes über das Internet, man hat ja gar keine andere Chance", so Stascheit, der den Laden heute zum letzten Mal öffnet, ehe morgen gänzlich ausgeräumt wird.

An Arbeit mangele es ihm aber auch künftig nicht. Drei Broschüren und zwei Bücher habe er gerade in Arbeit. Doch etwas mehr Zeit für die Familie, den Kaninchenzüchterverein und den Partnerschaftsverein Schkeuditz-Villefranche soll künftig abfallen. Auch den Beaujolais aus der Partnerstadt will er weiter besorgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2014
Olaf Barth

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