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Ausschuss stimmt für „Stolpersteine“

Ort des Gedenkens Ausschuss stimmt für „Stolpersteine“

Dass in Schkeuditz womöglich im Mai dieses Jahres die ersten „Stolpersteine verlegt werden sollen, hat jetzt einstimmig der Verwaltungsausschuss der Stadt beschlossen. Auf dessen Sitzung am Montagabend stimmten alle anwesenden Mitglieder für die Kenntlichmachung der letzten frei gewählten Wohnorte von vier Schkeuditzer Opfern der Nazi-Zeit.

Am Haus Schillerstraße 9 sollen drei „Stolpersteine“ verlegt werden.

Quelle: Archiv/Roland Heinrich

Schkeuditz. Dass in Schkeuditz womöglich im Mai dieses Jahres die ersten „Stolpersteine verlegt werden sollen, hat jetzt einstimmig der Verwaltungsausschuss der Stadt beschlossen. Auf dessen Sitzung am Montagabend stimmten alle anwesenden Mitglieder für die Kenntlichmachung der letzten frei gewählten Wohnorte von vier Schkeuditzer Opfern der Nazi-Zeit. Wie berichtet, sollen drei dieser mit einer beschrifteten Messingplatte versehenen „Stolpersteine“ vom Kölner Künstler Günter Demnig vor dem Haus in der Schillerstraße 9 verlegt werden. Ein weiterer soll vor dem Gebäude Landwehrstraße 4 in den Fußweg eingelassen werden.

Die beiden Zwölftklässer Anna Seehagen und Florian Voigt traten vor der Beschlussfassung an das Rednerpult, um zum Projekt im Allgemeinen und zu den konkreten Schkeuditzer Bezügen zu berichten. In Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus-Verein Leipzig sind es nämlich Gymnasiasten aus Schkeuditz gewesen, die zur Geschichte der Schkeuditzer Juden forschten. „Seit eineinhalb Jahren gibt es das Projekt. Nun sollte Schkeuditz Teil des größten, dezentralen Mahnmals werden“, sagte Florian Voigt. Das Gymnasiums-Projekt werde übrigens fortgesetzt. Noch mehr als 40 Schicksale seien zu klären.

„Die dreiköpfige Familie Goldberger wohnte zuletzt in der Schillerstraße 9“, erklärte Anna Seehagen. Die Eltern betrieben einen Kolonialwaren-Laden und wurden 1938 entschädigungslos enteignet, wusste sie. Bernard und Golda Goldberger bekamen 1914 ihr einziges Kind Chana Goldberger. Sie konnte – im Gegensatz zu ihren Eltern, die während der sogenannten Polenaktion deportiert wurden – nach Palästina fliehen, erklärte die Gymnasiastin.

Zum 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordeten Kurt Beyer, der zuletzt in der Landwehrstraße 4 wohnte, gab es keine Ausführungen. Vermutlich, weil der Kommunist in Schkeuditz bereits zu DDR-Zeiten geehrt wurde und im kollektiven Gedächtnis der älteren Schkeuditzer verankert ist: Eine Lehrwerkstatt des Maschinen- und Apparatebaus (MAB) in der Delitzscher Straße trug seinen Namen. Dort im Hof befand sich auch ein Gedenkstein, der nach 1990 genauso entfernt wurde, wie einer in der jetzigen Leibniz-Grundschule, Ringstraße 10. Eine neuerliche Erinnerungsstelle soll Beyer nun mit einem „Stolperstein“ erhalten.

In der nächsten Stadtratssitzung am 28. Januar sollen nun die Räte dem Vorhaben zustimmen. „Ich habe die Behandlung im Stadtrat vorgesehen, um dem Thema eine entsprechende Würdigung zu verleihen“, sagte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler). Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, könne sich an den Erich-Zeigner-Haus-Verein wenden. Dort würden Spenden, die die Gymnasiasten in Straßensammlungen noch einwerben wollen, zusammenlaufen. Insgesamt 480 Euro sind für die Anfertigung und die Verlegung der beschrifteten Steine nötig.

www.erich-zeigner-haus-ev.de

Von Roland Heinrich

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