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Ausstellung für Schkeuditzer Sohn

Ausstellung für Schkeuditzer Sohn

Das Schkeuditzer Stadtmuseum zeigt ab Sonnabend eine neue Sonderausstellung, die einen Überblick zum künstlerischen Schaffen eines Sohnes der Stadt geben wird.

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Innungszeichen: Diese Embleme sind im Putz eines Hauses direkt am Marktplatz in Schkeuditz zu finden. Karl-Heinz Häse hat sie gefertigt.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Karl-Heinz Häse habe an vielen Gebäuden seine Spuren hinterlassen.

Eigentlich ist der Zufall Schuld, dass die Sonderausstellung am Sonnabend eröffnet wird, sagte Stadtmuseumsleiter Hans Neubert. Genauer ist es die Recherche des Kunsthistorikers Markus Döscher, der sich für seine Magisterarbeit zur Kunst am Bau den hier nicht unbekannten Schkeuditzer ausgesucht hatte. "Ende vergangenen Jahres stand Herr Döscher hier im Museum und hatte nach vorhandenem Material zu Häse gefragt", berichtete Neubert. "Ich konnte auch helfen, denn wir haben einiges", ergänzte er.

In dem Zusammenhang sei die Idee zur Ausstellung entstanden. Die Wahl des Termins ist dem Abschluss von Döschers Studium an der Technischen Universität Dresden geschuldet. Wie es nach der Magisterarbeit weitergehe und ob dann Zeit für die Unterstützung der Ausstellung sei, wisse der Absolvent nicht. Doch die Schau beruht nicht nur auf dem Material des Studenten.

"Wir bekommen den von Häse gefertigten Schlüssel des Leipziger Gewandhauses, den Kurt Masur 1981 symbolisch übergeben bekommen hat", benannte Neubert eines der Glanzlichter der Ausstellung. Weiterhin werde aus einer Kindereinrichtung in Neukiritzsch ein Wandbild mit metallenen Fischen zu sehen sein. Zählte Neubert auf. "Da sich Häse hauptsächlich mit baugebundener beziehungsweise baubezogener Kunst beschäftigt hat, werden wir auch viele Fotos zeigen müssen", sagte der Museumsleiter. Doch gerade in der Geburtsstadt Häses habe der Schkeuditzer eine Vielzahl von Schriftzügen oder Wandbildern in Graffito-Manier vor Augen, ohne es vielleicht bewusst zu registrieren. So sind in der Nähe des Marktplatzes gleich mehrere Gebäude mit Häses Werken versehen. Auch die Turnhalle in der Pestalozzistraße zeigt mehrere Wandbilder des Künstlers (die LVZ berichtete).

Dass zu DDR-Zeiten so viel baubezogene oder baugebundene Kunst entstand, hatte mit den Vorschriften zu tun, klärte Neubert auf. "Es musste beim Bau eines Gebäudes immer ein gewisser Anteil für die Kunst verwendet werden. So verdienten die Künstler ihren Lebensunterhalt", wusste Neubert. Der Nachteil: Mit den Häusern verschwinden auch die Kunstwerke - "und man kann sie eben schlecht ausstellen", fügte der Museumsleiter an.

Dabei hat Karl-Heinz Häse als Dekorationsmaler begonnen. Das Talent zum Zeichnen habe er früh entdeckt. Auch einige von Häses Bildern sind in der Ausstellung zu sehen. "Wir haben sogar ein paar Fotografien: Den Schornsteinbauer Holzweißig hat er 1954 begleitet", sagte Neubert. Eine Fotoserie dokumentiere den Bau des Schornsteins der Firma Nagel.

Eine Anekdote wusste Neubert noch zu erzählen: "In den frühen Jahren des Flughafens hatte Karl-Heinz Häse ein im Boden versenkbares Leuchtfeuer lackiert. In den 90er Jahren suchte man das Leuchtfeuer und konnte es nicht finden. Erst als Häse zu der Stelle ging und sagte: 'Hier ist es!' hat man das Leuchtfeuer gefunden."

Hauptsächlich aus Häses Nachlass stamme das Gezeigte. Seine Söhne haben es als Leihgabe dem Museum zur Verfügung gestellt. Jene Leihgeber werden bei der Eröffnung - am Sonnabend, um 15 Uhr - wohl anwesend sein. Denn die Familie ist der Region, in den 1970er Jahren erfolgte ein Umzug nach Lützschena, treu geblieben.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2014
Roland Heinrich

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