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Ausstellung zur Arbeit der Kriegsgräberfürsorge

Ausstellung zur Arbeit der Kriegsgräberfürsorge

Organisiert vom Heimatverein Torturm Schkeuditz wurde gestern eine Ausstellung über die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge eröffnet. Diese widmet sich der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu pflegen und zu betreuen.

Schkeuditz/Lützschena. Nachdem im Schkeuditzer Rathaus und im Gebäude der Deutschen Bank ähnliche Schau zu sehen war, mahnt die Präsentation seit gestern in der Auwaldstation Lützschena für Frieden und für die Würde der Toten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde 1919 gegründet. In Deutschland konnte der Verein erst nach 1946 wieder humanitär arbeiten und legte hier binnen kurzer Zeit über 400 Kriegsgräberstätten an. 1954 wurde der Volksbund von der Bundesregierung damit beauftragt, deutsche Soldatengräber zu suchen und zu pflegen. In der Obhut des Vereins befinden sich heute 836 Grabstätten in 44 Staaten. Spezielles Interesse an dieser Arbeit hat Manfred Seidel in Bezug auf die Opfer, die während des Zweiten Weltkrieges in der früheren Landesheilanstalt Altscherbitz ihr Leben ließen. „2060 ehemalige Patienten wurden auf dem Anstaltsfriedhof bestattet“, weiß Seidel. Insgesamt seien 5100 Altscherbitzer Insassen in Schkeuditz, Brandenburg oder Bernburg zu Tode gekommen. Für sie hatte Seidel im Frühjahr 2009 Sonnenblumensamen in gleicher Anzahl in die Erde gebracht und damit zum wiederholten Mal ein Mahnmal für die Euthanasieopfer errichtet. Das Sonnenblumenfeld gilt für Seidel als lebendiges Behelfsdenkmal, bis der Altscherbitzer Friedhof wieder eine würdige Ruhestätte für die Toten des NS-Irrsinns geworden ist. „Hierfür kämpfe ich seit 2000 und bin zwei Mal am Schkeuditzer Stadtrat gescheitert“, sagt Seidel und verkündet, dass seit dem letzten Jahr sowohl Bürgermeister Manfred Heumos als auch Bauamtsleiter Wolfgang Walter das Projekt, den Altscherbitzer Friedhof wieder herzurichten, unterstützen. Eine Landschaftsplanerin sei derzeit mit den Arbeiten zum möglichen Aussehen der Ruhestätte beauftragt, berichtet Seidel. Sobald diese Arbeiten fertig sind, werde ein Antrag an das Amt für Soziales und Familie in Chemnitz zum dauerhaften Liegerecht gestellt. Kosten für die Rekonstruktion entstünden der Stadt nicht. Diese würden von der Kriegsgräberfürsorge übernommen. „Sämtliche Namen, Geburtsdaten, Einlieferungsdaten, Patientennummern und die sogenannten Sterbedaten sind uns bekannt“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins Torturm. Ohne Namen erfolgte die Bestattung der Toten auf dem Anstaltsfriedhof. Zur Kennzeichnung der Gräber dienten Nummernsteine aus gebranntem Ton, die derzeit in der Festhalle lagern. Auf Anordnung des damaligen Klinikdirektors wurden die noch vorhandenen Grabhügel Ende der 1960er Jahre eingeebnet und die Nummernsteine abgeräumt. 2003 sind die Steine, die zur Einfassung von Friedhofswegen und Beeten dienten oder ungenutzt an mehreren Stellen des Friedhofes aufgestapelt wurden, geborgen worden. Inwieweit diese Grabkennzeichnungen bei der Rekonstruktion wieder verwendet werden, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall sollen den Toten ihre Namen und dem Ort seine Würde zurückgegeben werden, betont Seidel. „Dann ein Denkmal daraus zu machen, wäre ein nächstes Ziel.“

Roland Heinrich

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