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Schkeuditz Auto-Fans verursachen Verkehrschaos in Dölzig
Region Schkeuditz Auto-Fans verursachen Verkehrschaos in Dölzig
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00:18 06.04.2017
„Friedlich mit Freunden Hobby nachgehen“: Teilnehmer des Tuning-Treffens. Quelle: Jan Iven
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Taucha/Dölzig

Über 1000 Fahrzeuge drängelten sich am Samstagnachmittag beim alljährlichen illegalen Tuning-Treffen auf dem Gewerbegebiet an der Autobahn. Allerdings nicht wie im Internet angekündigt an der A14 bei Taucha, sondern an der A9 bei Dölzig. Die Stadt Taucha hatte den Saisonauftakt der Szene mit einer Allgemeinverfügung und zahlreichen Parkverboten an der Zufahrt zum Gewerbegebiet unterbunden. Die vielen Teilnehmer hatten in den vergangenen Jahren zu massiven Verkehrsproblemen geführt. Und so zogen die meisten „Auto-Narren“ kurzerhand von Taucha nach Dölzig um.

Somit herrschten an der Autobahnausfahrt Leipzig-West und der B 181 auf der Höhe des Gewerbegebietes Dölzig am Samstagnachmittag stundenlang Verkehrschaos und Stau. Zeitweise sollen nach Angaben der Polizei über tausend Fahrzeuge an den Straßen im Gewerbegebiet geparkt haben. „Wir haben daher eine Verbotsverfügung beim Landkreis für das Treffen in Dölzig erwirkt“, teilte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage der LVZ mit. Die Polizei riegelte das Gewerbegebiet daraufhin für weitere Teilnehmer ab. Per Lautsprecherwagen wurden Platzverweise erteilt. Die Polizei kontrollierte einzelne Fahrzeuge. Auch ein Polizeihubschrauber war über dem Gewerbegebiet im Einsatz.

„Der Polizeieinsatz hat die Teilnehmer demotiviert, so dass sich die Veranstaltung schließlich auflöste. Damit konnten illegale Autorennen verhindert werden“, sagte die Polizeisprecherin. Insgesamt habe es keine größeren Vorkommnisse gegeben. Mehrere hundert Auto-Fans seien schließlich auf den Parkplatz Nordpark in Günthersdorf und umliegende Tankstellen ausgewichen.

Die meisten Teilnehmer des Treffens hatten allerdings wenig Verständnis für das Verbot und den Polizeieinsatz. „Wir wollen uns nur friedlich mit unseren Freunden treffen und unserem Hobby nachgehen“, sagte ein 30-jähriger aus Leipzig. Viele der Teilnehmer hätten sogar mehrere Fahrzeuge und würden einen Haufen Steuern bezahlen. „Es kann doch nicht sein, dass man uns wie Kriminelle behandelt“, sagte der junge Mann, der mit einem Opel Manta Jahrgang 1973 bei dem ungemeldeten Treffen dabei war. Und auch wenn es überall schwarze Schafe geben könne, seien illegale Autorennen für die allermeisten Auto-Tuner kein Thema. „Wir haben so viel Zeit und Geld in unsere Autos gesteckt, dass wir bestimmt keinen Unfall riskieren wollen“, sagte er.

Eine Legalisierung des seit Jahren stattfindenen Treffens ist offenbar bisher nicht in Sicht. „Niemand möchte sich in Taucha den Hut aufsetzen und die Verantwortung übernehmen“, sagte der Teilnehmer. Dabei habe die Veranstaltung längst einen familiären Charakter bekommen. „Man kennt sich und wer Kinder hat, bringt sie mit“, so der Leipziger. Insgesamt war die Stimmung auf dem Treffen friedlich, auch die Polizei hielt sich zurück. Die Szene will am sogenannten „Car-Freitag“ vor Ostern wieder in Taucha zusammenkommen.

Von Jan Iven

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