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BI fordert nach DHL-Erweiterung mehr Lärmschutz

Wirtschaftlicher Erfolg kontra Belastungen für Anwohner BI fordert nach DHL-Erweiterung mehr Lärmschutz

Die Erweiterung des DHL-Luftfrachtdrehkreuzes betrachte auch der Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke als Erfolg. Die wirtschaftliche Bedeutung der Entwicklung erkennt auch Peter Haferstroh von der BI Gegenlärm Schkeuditz. Gleichzeitig fordert er aber mehr Lärmschutz für die Anwohner.

DHL hat seinen Standort in Schkeuditz erweitert und zwei neue Terminals eröffnet. Zur Feier des Tages konnten Besucher auch einen Blick in eines der Frachtflugzeuge werfen.

Quelle: Foto: Olaf Barth

Schkeuditz. Mit einer großen Festveranstaltung und viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft eröffnete vorige Woche die Posttochter DHL in Schkeuditz zwei neue Terminals (die LVZ berichtete). Außer einer Kapazitätssteigerung um 50 Prozent auf 150 000 Sendungen pro Stunde geht die Erweiterung des Schkeuditzer DHL-Luftfrachtdrehkreuzes mit der Schaffung von 1300 neuen Arbeitsplätzen einher. Insgesamt sind es nun 4900 Arbeitsplätze, die durch ein bisheriges Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 655 Millionen Euro möglich wurden.

Dieser Entwicklung des DHL-Standortes am Flughafen Leipzig/Halle zollt auch der Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) Anerkennung. „Die Inbetriebnahme der Terminal 2 und 3 am DHL Hub zeigt deutlich, dass DHL vor der Standortentscheidung wesentlich mehr Erweiterungsoptionen geprüft hat und dass DHL am Standort Schkeuditz erfolgreich ist“, teilte Enke auf LVZ-Bitte um eine Stellungnahme zu der DHL-Erweiterung mit. In seiner dann auch gleich als offizielle Presseerklärung verbreiteten Antwort nahm das Stadtoberhaupt einer Kommune, in der Teile der Einwohnerschaft gegen Belastungen wie nächtlichem Flug- und Bodenlärm vorgehen, auch auf diesbezügliche Effekte Bezug: „Zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung gehören neben der Wirtschaft auch die Ökologie und das Soziale. Mit der Entscheidung von DHL, das Terminal 2 und 3 in Höhe und Tiefe unmittelbar an das vorhandene Gebäude (Warehouse) anzuschließen, wurden große Teile des Vorfeldes akustisch spürbar von der angrenzenden Wohnbebauung abgekoppelt. Die Hinweise der Stadtverwaltung und des Technischen Ausschusses, Schallbrücken zu vermeiden, wurden optimal umgesetzt“, lobte Enke das Vorgehen von DHL.

Kritischer sehen das Anwohner in der erwähnten „angrenzenden Wohnbebauung“ in Schkeuditz-Papitz, wo auch die Bürgerinitiative (BI) „Gegenlärm Schkeuditz“ ihr Zuhause hat. Peter Haferstroh, einer der BI-Sprecher, meinte auf LVZ-Anfrage: „Der mit viel Jubel gefeierte Erweiterungsbau ist wirtschaftlich ein Erfolg für DHL, für den Flughafen, für die Region – keine Frage. ,Vergessen’ bei der Jubelfeier allerdings wurden die vom Fluglärm betroffenen Anwohner. Deren durch den Lärm trotz passiven Lärmschutzes bereits unerträgliche Situation nimmt mit der Geschäftserweiterung von DHL deutlich zu.“ Haferstroh geht davon aus, dass mehr Flugzeuge eingesetzt werden, auch wenn DHL versichere, dass die Flugzeuge neuer, größer, besser beladen seien und der Lärm somit nicht adäquat ansteige. „Trösten kann das aber keinen Anwohner“, so der BI-Sprecher. „Problematisch für mich ist nicht die Geschäftserweiterung von DHL an sich. Ich erwarte aber, dass bei einer Aktion von DHL, die die Lärmbelastung spürbar erhöht, sofort auch Lärmschutzmaßnahmen realisiert werden müssen“, meinte Haferstroh. So fordere die BI unter anderem, dass sich DHL zum Beispiel energisch dafür einsetzt, dass jene Frachtflugzeuge, die sowieso nach Norden abbiegen, auf der Nordbahn starten und landen können. Oder dass generell im Wochen- oder Monatsrhythmus zwischen der Nutzung von Nord- und Südbahn gewechselt wird.

Haferstrohs Frage aber, ob sich das „ganze Geschäft tatsächlich nachts abspielen“ müsse, wurde bereits während der Feier indirekt mehrfach mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Der in Schkeuditz mögliche Nachtflugbetrieb sei eine Voraussetzung für das Geschäftsmodell des bisher so erfolgreichen DHL-Luftfrachtdrehkreuzes.

Von Olaf Barth

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