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Bagger rollen im nächsten Jahr - 30 Häuser in Schkeuditz fallen

Bagger rollen im nächsten Jahr - 30 Häuser in Schkeuditz fallen

Wie bereits berichtet, sollen in der Berliner und der Kursdorfer Straße im Schkeuditzer Norden schon seit 2012 leerstehende Häuser abgerissen werden. Der Flughafen Leipzig/Halle hat dieses Vorhaben seitdem auf der Agenda.

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In unmittelbarerer Nähe zum DHL-Hangar sollen nun im nächsten Jahr insgesamt 30 Häuser fallen. Der Flughafen lässt hier abreißen.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Geschehen ist bisher jedoch noch nichts. "In der ersten Hälfte des nächsten Jahres soll mit dem Rückbau begonnen werden", sagte jetzt Flughafensprecher Uwe Schuhart auf Anfrage der LVZ. "Ziel ist es, den Häuserabriss im kommenden Jahr zu beenden", ergänzte er. Damit hat sich der Termin zum wiederholten Mal auch offiziell verschoben.

Jene Häuser, die der Flughafen abreißen lassen will, befinden sich in dessen Übernahmegebiet. Das Areal umfasst 17 000 Quadratmeter, ist aber zerstückelt. Dass sich zwischen den leeren Häusern auch noch bewohnte Häuser befinden, deren Besitzer ein Übernahmeangebot des Flughafens abgelehnt haben, ist wohl der Grund, weshalb die Fläche keine zusammenhängende ist.

Bekannt wurde das Abriss-Vorhaben des Schkeuditzer Airports Anfang 2012. Sogenannte Baufeldfreimachungen, die mit Baumfällungen und der Beseitigung von größeren Sträuchern einhergingen, hatten bei Anwohnern für Unmut gesorgt, auch, weil gefällte Bäume zunächst auf den Grundstücken verblieben. Noch im gleichen Jahr und 2013 wollte der Flughafen 22 Häuser abreißen lassen. Inzwischen sind aus damals 22 Häusern jetzt 30 geworden, wie Schuhart mitteilte. Damit erreicht das Vorhaben, das nun nächstes Jahr vonstatten gehen soll, nahezu Kursdorfer Dimensionen.

In Kursdorf, jenem Schkeuditzer Ortsteil, der komplett von Flughafengebiet umschlossen ist, waren 2011 44 Wohnhäuser mit Nebengebäuden abgerissen und deren Schutt zum Teil als Fundament für den jetzt dort befindlichen Flughafen-Parkplatz verwendet worden (die LVZ berichtete).

Der Grund, den der Flughafen für den Abriss in Kursdorf nannte, ist der gleiche, der seit fast drei Jahren auch im Schkeuditzer Norden genannt wird: Der Flughafen müsse seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen und unter anderem auch Vandalismus vorbeugen. Doch wie nach einem regelrechten Vandalen-Feldzug sieht es im Schkeuditzer Norden aus.

Auch wenn der jüngste Schneefall den Anblick der Berliner und Kursdorfer Straße nun ins Romantische verklärt: Häuserdächer sind abgedeckt, Fenster und Türen fehlen, sind kaputt oder stehen offen und Grundstücke sind verwildert. Die verbliebenen Anwohner haben Angst. Das Entfernen erwähnter Häuserteile sei zwar mit dem Flughafen abgesprochen, dennoch kommt der jetzige Anblick des Viertels dem einer Geisterstadt sehr nahe.

Einen Grund, warum sich der geplante Abriss schon mehr als zwei Jahre hinzieht, nannte der Airportsprecher im Sommer dieses Jahres: Langwierige Ausschreibungsverfahren seien die Ursache für die Verzögerung. Nun ist der Abriss der ersten Häuser für das erste Halbjahr 2015 geplant. Warum nicht gleich alle Gebäude fallen, begründete Schuhart mit zum Teil notwendigen artenschutzrechtlichen Gutachten, die erbracht werden müssten. Was das alles kostet, bleibt im Dunkeln. Der Flughafen macht dazu keine Angabe.

Ebenfalls im Dunkeln liegt noch, was mit dem Gebiet nach dem Häuserabriss geschehen wird. Konkrete Pläne gibt es beim Flughafen bisher nicht, antwortete Schuhart wiederholt auf entsprechende Nachfrage der LVZ. Ob jene nicht vorhandenen Pläne für die Abriss-Verzögerungen nicht unmaßgeblich waren, kann nur spekuliert werden. "Prädestiniert für Gewerbeansiedlung" ist das Areal laut einer 2012 getätigten Aussage von Schkeuditz' Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) jedenfalls. Dafür hat der Flughafen aber bereits einige Flächen zu bieten: Mehrere Gebiete warten seit längerem auf Investoren.

Tatsächlich aber haben sich an der südlichen Grenze des Flughafens hauptsächlich Unternehmen angesiedelt. In derartiger Nähe zum Airport-Gelände sind die Häuser der Kursdorfer und Berliner Straße die letzten Wohnbebauungen. Zum Vergleich: Die einstige Montagehalle für Flugzeuge, die der Kühlmaschinenbauer Bitzer momentan um- und neu baut, ist vom Flughafen weiter entfernt als benannte Wohnhäuser.

Unbekannt ist, wie viele Häuser rund um die Berliner Straße sich insgesamt im Übernahmegebiet des Schkeuditzer Airports befinden und perspektivisch ebenfalls auf die Abrissliste des Flughafens gelangen könnten. Ob die darauf stehenden jetzt schon 30 Häuser im kommenden Jahr fallen werden, bleibt abzuwarten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.12.2014
Roland Heinrich

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