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Bahn will Geschwindigkeit in Schkeuditz erhöhen

Neue Brücke Bahn will Geschwindigkeit in Schkeuditz erhöhen

Die Eisenbahnunterführung im Freirodaer Weg wird erneuert. Die in die Jahre gekommene Brücke am nördlichen Ende der Schreberstraße weise erhebliche Schäden auf und soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Diese Brücke für Fußgänger und Radfahrer am Ende der Schreberstraße soll Ende 2018 durch einen Neubau ersetzt werden.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Die Eisenbahnunterführung im Freirodaer Weg wird erneuert. Die in die Jahre gekommene Brücke am nördlichen Ende der Schreberstraße weise erhebliche Schäden auf und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Laut der Planungen der Bahn sollen die Arbeiten im Oktober 2018 stattfinden. Schon jetzt aber hatte Schkeuditz die Gelegenheit, zu den Plänen des Eisenbahn-Bundesamtes Stellung zu nehmen.

Die Arbeiten machen eine Sperrung aller drei Gleise, die über diese Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung verlaufen, notwendig. Etwa 84 Stunden soll durchgängig, also auch nachts, gearbeitet werden. Zeitgleich wird auch eine Eisenbahnunterführung in Leipzig-Lützschena erneuert, informierte Gabriele Oertel aus dem Amt für Stadtentwicklung und Wirtschaft die Stadträte. Die hatten keine Einwände gegen das Vorhaben, stimmten aber auch dafür, dass es bei den Ausschreibungen Auflagen zu zusätzlichem Lärmschutz geben soll.

Für den geplanten Bau der neuen Brücke wurde von der Bahn eine Schalluntersuchung erstellt, weil es auch nachts zu Bautätigkeiten kommen wird. Die Lärm- Prognose kam zu dem Ergebnis, dass durch die eingesetzten Baumaschinen in allen Bauphasen Immissionsrichtwerte überschritten werden. Demnach liegen die Überschreitung am Tag bei zwei bis 22 Dezibel und nachts bei 17 bis 35 Dezibel. Da die gesundheitsrelevanten Lärmpegel von 70 beziehungsweise 60 Dezibel erreicht und überschritten werden, wird ein Lärmminderungskonzept unumgänglich sein, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Die Umsetzung dieses Konzeptes wird von Schkeuditz gefordert und soll bei der Ausschreibung beachtet, also vom Baubetrieb verlangt werden.

Bezüglich des Sächsischen Naturschutzgesetzes stelle das Bauvorhaben ebenfalls einen Eingriff dar: Ein Baum an der Südseite der betagten Brücke muss gefällt werden, heißt es im Beschluss. Als Ausgleichsmaßnahme sollen zwei Hochstämme und 30 Sträucher an eben jener Südseite des Bahndammes neu gepflanzt werden. Die Fläche müsse nicht erworben werden, da sie zum Bahngelände gehört. Nach dem Ende der Bauarbeiten verbleiben keine erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigungen des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes, heißt es. Es käme zu keinem dauerhaften Verlust von Habitatstrukturen und zu keinen negativen Veränderungen des Erhaltungszustandes.

Auf Schkeuditz kommen durch den Neubau der Brücke keine Kosten zu, da eine Änderung im Straßen- und Wegenetz seitens der Stadt nicht vorgesehen ist. Lediglich zwei kommunale Grundstücke würden von der Bahn vorübergehend zur Errichtung der Baustelleneinrichtung in Anspruch genommen. Für knapp vier Tage bleibt die Unterführung höchstwahrscheinlich gesperrt.

Mit dem Neubau der Brücke verfolgt die DB Netz AG zum einen das Ziel, die Stand- und Verkehrssicherheit des Bauwerks zu erhöhen, also den dauerhaften Erhalt der Eisenbahnstrecke zu gewährleisten, und zum anderen auch, die Streckengeschwindigkeiten der hier verkehrenden S-Bahnen und Güterzüge zu erhöhen. Inwieweit die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auch Auswirkungen auf den Lärm in den weiter östlich gelegenen Stadtteilen Modelwitz und Papitz haben wird, ist nicht bekannt. Eine Lärmschutzwand an den dortigen Gleisanlagen ist bisher nur vergeblich gefordert worden, aber nie gekommen. Was kommen soll, ist ein Graffiti-Schutz an der neuen Brücke.

Von Roland Heinrich

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