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Barockes Taubenhaus darf nicht an der Elbe stehen

Barockes Taubenhaus darf nicht an der Elbe stehen

Idyllisch an der Elbe gelegen, befindet sich die Stadt Wehlen inmitten der Sächsischen Schweiz, fast mittig zwischen Dresden und Bad Schandau. Hierher sollte das barocke Taubenhaus aus Freiroda umziehen.

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Weiterhin unklar: Was passiert mit dem barocken Freirodaer Taubenhaus? Eine geplante Umsetzung nach Wehlen ist schon im Vorfeld gescheitert.

Quelle: Roland Heinrich

Freiroda. Dies jedenfalls war die Vorstellung von Karen Helling, die in besagter Gegend ein denkmalgeschütztes Herrenhaus aus der Zeit des anfangenden 19. Jahrhunderts ihr Eigen nennt. „Nachdem ich den Zeitungsbericht zur Kenntnis nahm, wuchs mein Wunsch, das denkmalgeschützte Taubenhaus bewahren zu helfen“, äußert Helling gegenüber der Redaktion. Und auch der Denkmalschutz im nordsächsischen Landratsamt (LRA) hätte – ähnlich, wie zum Vorhaben von Pfarrer Matthias Taatz, das barocke Kleinod nach Lissa zu versetzen (LVZ berichtete) – wohl nichts dagegen, wenn eine Umsetzung an die Elbe erfolgen würde. Dies jedenfalls mutmaßt Rayk Bergner, Pressesprecher des LRA. „Hauptsache, es kann gerettet werden“, hoffte er.Das Herrenhaus Orangella in Wehlen, welches mit einer großen Freitreppe ausgestattet ist, liegt wenige Meter vom Ufer der Elbe entfernt auf der Elbwiese. Unterhalb der über mehrere 100 Jahre bewirtschafteten Steinbrüche wurde es vor rund 200 Jahren erbaut. Als Steinbrecher hier noch Sandstein abbauten, dienten die umliegenden Wirtschaftsgebäude den arbeitern zur Herstellung von Baumaterial und Ziegeln aus eben jenem Rohstoff. Wohl deshalb nannte man das Anwesen auch „Ziegelscheune“Anfang des 20. Jahrhunderts zog das Haus am Malerwinkel viele Künstler aus Dresden oder der Umgebung an. Als Grund wird der fantastische Blick über das Elbtal angegeben. Zu DDR-Zeiten wurde das Haus heruntergewohnt und das Augusthochwasser im Jahr 2002 richtete erheblichen Schaden am Gemäuer an. Die heutige Eigentümerin, Karen Helling, verwendete vier Jahre, um das Baudenkmal wieder herzustellen. Heute werden hier Ferienwohnungen angeboten.„Bei Gefallen und Einigung würden wir gern das Taubenhaus in unser Ensemble umsetzen und aufstellen“, erwähnte Helling. Eine erbetene Kontaktaufnahme mit Eigentümer Rainer Knecht wurde von diesem nicht verwehrt. Er kürzlich hatte er bestätigt, nicht dagegen zu haben, wenn jemand Interesse an einer Umsetzung des Taubenhauses zeigt.Doch aus der Umsetzung wird schon bevor auch über die Kosten gesprochen werden kann wohl nichts mehr. „Leider habe ich zu schnell reagiert“, bedauert Helling. Noch bevor zuständige Stellen oder Ämter kontaktiert wurden habe sie ihr Interesse bekundet und nun entsprechende Anfrage nachgeholt: Das Herrenhaus befände sich im Landschaftsschutzgebiet Elbe und „ich darf im Außenbereich keine weiteren (Alt)Bauten hinzufügen und damit die Landschaftsansicht verändern“, bedauert die Interessentin.Damit steht weiter in den Sternen, was mit dem Freirodaer Kleinod passieren wird. Dessen Baufälligkeit war der Grund, weshalb Taatz sein Vorhaben der Umsetzung ad acta legte. Dieser Zustand wird zukünftig nicht besser und eine Einsturzgefahr immer größer. Bemühungen des Denkmalschutzes, den Eigentümer in die Pflicht zu nehmen, sind im Grunde zum Scheitern verurteilt.

Roland Heinrich

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