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Schkeuditz Beeindruckende Fotos aus einer fernen Welt
Region Schkeuditz Beeindruckende Fotos aus einer fernen Welt
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00:32 26.11.2015
Alltag in Siem Reap in Kambodscha: Ein Scheren- und Messerschleifer geht seinem täglichen Broterwerb nach. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Schauen will gelernt sein: Was man im Alltäglichen leicht übersieht, nimmt man im Urlaub bewusst wahr. „Ich hatte das Glück, im letzten Jahr viele solcher Augenblicke zu erleben“, sagt Roland Heinrich. Augenblicke, die der Fotograf und Journalist während seiner Reisen in Thailand, der Türkei und in Kambodscha erlebte. Eine neue Fotoausstellung „Der Tag kennt seine Augenblicke“ lässt nun auch deren Besucher an diesen besonderen Momenten teilhaben.

Im Gemeinschaftshaus „Platane“ der Schkeuditzer Wohn- und Lebensgemeinschaft für Menschen mit Behinderung wurde die Schau jüngst eröffnet. Es ist die einzige Fotoausstellung, die während der kürzlich beendeten Schkeuditzer Kulturtage zu sehen war – und noch bis ins kommende Frühjahr im Café der „Platane“ besucht werden kann.

In Halle, wo Heinrich lebt, Germanistik und Kunstgeschichte studierte und viele Jahre als freischaffender Fotograf arbeitete, stellte der 43-Jährige schon mehrmals aus – so unter anderem im Kunstforum, einem kulturellen Mittelpunkt der Saalestadt. Erstmals sind seine Aufnahmen nun auch in Schkeuditz zu sehen. Dem Reporter geht es nicht darum, gefällige Bilder zu machen, so war er in den drei Ländern auch nicht mit dem Blick eines Touristen unterwegs, sondern mit dem eines Fotografen auf der Suche nach Realität. Sie findet man eher, wenn man sich von der Neugier und nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten treiben lässt. Sein Interesse an den Menschen und ihrem Alltag drückt sich in den Fotos aus. Straßenszenen – scheinbar beiläufig aufgenommen und doch nicht zufällig ausgewählt: Da sind die ganz in ihr Spiel versunkenen Kinder in der Blauen Moschee in Istanbul, da ist der Messerschleifer am Straßenrand von Siem Reap in Kambodscha, da ist das normale Miteinander von Kopftuch tragenden und westlich-europäisch gekleideten Frauen am Bosporus. Normal scheint aber auch die ständige Präsenz bewaffneter Polizisten in der Nähe des Istanbuler Taksim-Platzes zu sein.

Immer geht es dem Fotoreporter darum, zu zeigen, wie es wirklich ist und wenn es doch ein Klischee ist, dann weil es wahr ist. Etwa die Angler auf der Galat-Brücke über den Bosporus; linear ragen ihre Angeln in das Bild hinein und führen die Blicke der Betrachter hin zum Galat-Tower im Künstlerviertel von Istanbul. Oder die Schönheit asiatischer Mädchen, die die Betrachter unvermittelt anschauen. Die Kombination von Abendrot, Wolken, untergehender Sonne und einem Dampfer, der in das nächtliche Bangkok hinein fährt, verleiht der Stadtansicht etwas Feierliches. Auch die Atmosphäre der Tempelanlagen von Angkor hat Heinrich eingefangen, nein, keine posierenden Tänzerinnen: Dicke Baumwurzeln, die einen Tempel umklammern, sind auf dem Foto zu sehen. Sinnbild für die lange vom Dschungel überwucherte Stadt?

Befragt nach dem, was ihn auf seiner Reise am meisten beeindruckte, nennt Heinrich die Menschenmassen auf den Straßen Bangkoks und die Selbstverständlichkeit, mit der er darin aufgenommen wurde. Berührend sei aber auch die unverstellte Freundlichkeit der Thailänder, die ihm, seiner Frau und seiner kleinen Tochter entgegengebracht wurde. „Das habe ich so nicht erwartet, ist unser Kulturkreis doch eher reserviert“, meinte er. Heinrich wolle erneut in die Region reisen, habe er doch „Augenblicke erlebt, die bis heute nachhallen“.

Von Ingrid Hildebrandt

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