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Schkeuditz Begegnung mit dem Islam im Flughafen
Region Schkeuditz Begegnung mit dem Islam im Flughafen
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09:37 15.03.2018
Der Pfarrer i. R. Paul Christian (links) erklärt seine neue Islam-Ausstellung. Bis Mitte des Jahres ist sie am Flughafen zu sehen. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Schkeuditz

Trotz oder gerade wegen der in Leipzig herrschenden Probleme mit Muslimen habe sich Christian für diese thematische Ausstellung entschieden. Zu den angesprochenen Problemen befragt, nannte der 81-Jährige keine konkreten Vorkommnisse, bezog sich vielmehr auf das Abschneiden der AfD bei den letzten Wahlen. Und diesbezüglich bereiteten ihm auch eher die Ergebnisse in Sachsen, als die in Leipzig Sorgen.

Christengruppe hat Moschee besucht

„Der Islam ist eine Religion höchster Kultur“, meinte er. Mit der Ausstellung wolle der Pfarrer i. R. auch auf die Schönheit der Religion hinweisen. Gleich mehrere Buchtipps sind deshalb auch Bestandteil der Exhibition. In dem Buch „Inside Islam“ etwa berichte der Autor Constantin Schreiber über Besuche in Moscheen in Deutschland und sei positiv überrascht gewesen, wie unkompliziert er überall am Freitagsgebet hätte teilnehmen dürfen. „Andererseits findet das Thema ,Deutschland‘ kaum statt und wird von Muslimen als etwas Bedrohliches wahrgenommen“, erwähnt Christian Aussagen des Autors.

Selbst habe er eine Christengruppe dazu verleiten können, die Takva-Moschee in Leipzig zu besuchen. „Der Leiter der Moschee, ein kurdischer Gemüsehändler, übernahm die Führung. Einfühlsam, kenntnisreich und mit menschlicher Größe hatte er berichtet und sich unseren oft auch zudringlichen Fragen gestellt“, erzählte Christian. In Leipzig gebe es etwa 24 000 Muslime aus vielen Ländern. In die Takva-Moschee kämen Kurden aus der Stadt und der Umgebung.

Pfarrer gibt Buchempfehlung

Auch die Taten der Christen sparte der Pfarrer nicht aus: „Warum zog die Kirche in sechs Kreuzzügen nach Jerusalem? Nicht zur Verteidigung. In Griechenland seien die Kämpfer durch Blut gewatet. Das ist ein schwieriges Kapitel. Papst Johannes Paul II hatte die Griechen bei seinem Besuch um Vergebung für alle Gräueltaten gebeten“, sagte er.

Auch auf die fünf Säulen des Islam, auf die Fokolarbewegung oder auf den sogenannten Islamischen Staat geht die Ausstellung ein. Eine Buchempfehlung gab Christian noch: In den Bildern alter Meister, wie Botticelli, Caravaggio oder Rembrandt, wirft der Autor Nahid Kermani Fragen heutiger Existenz auf. Das Buch heißt „Ungläubiges Staunen über das Christentum“. Jenes Staunen – im positiven Sinne mit Neugier verbunden – solle auch beim Kennenlernen des Islam bewahrt werden. Eine Begegnung schafft oft Frieden, äußerte Christian.

Von Roland Heinrich

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