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Schkeuditz Behörde soll illegale Jungangler an Vereine verweisen
Region Schkeuditz Behörde soll illegale Jungangler an Vereine verweisen
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18:44 12.08.2010
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Schkeuditz/Leipzig

„85 Kinder sind gekommen“, als es auch jetzt wieder hieß, den Umgang mit der Angelrute kennenzulernen, freut sich Busse über den großen Zuspruch und das Interesse der Acht- bis Zwölfjährigen.

Drei Tage lang haben drei bis fünf Betreuer die Kinder und Jugendlichen aus der Leipziger Umgebung und sogar aus Sachsen-Anhalt unterwiesen. „Der Jüngste, der mit seinem Vater angereist war, ist vier Jahre gewesen“, erwähnt Busse. Auch etwa zehn Mädchen hätten die Lust am Angeln entdeckt, ergänzt der 56-Jährige. Doch bei aller Freude über die sehr gut angenommene Kinderarbeit, drückt ihm in einer Hinsicht der Schuh.

„So ein Wochenende ist gut und schön, aber was machen die Kinder danach?“, fragt er sich besonders im Hinblick auf sozial Schwächere. Ein Fischereischein stelle die öffentlich-rechtliche Genehmigung zur Fischereiausübung dar. Er bestätige seinem Inhaber das Vorhandensein der für die Fischereiausübung notwendigen Mindestkenntnisse, heißt es in einem Faltblatt der Fischereibehörde. Der sei für Kinder für acht Euro im Jahr zu bekommen, ergänzt Busse. Hinzu kämen weitere 30 Euro Mitgliedsbeitrag etwa im Schkeuditzer Ortsverein. „Der Verein stellt dann die Erlaubnis zum Angeln aus“, berichtet Busse.

Kinder, die zwar Interesse am Angeln haben, aber das Geld nicht aufbringen können oder die Erlaubnis der Eltern verwehrt bekommen, dürfen an öffentlichen Gewässern nicht angeln. Werden sie von einem Aufseher oder Kontrolleur erwischt, erfolgt eine Meldung bei der Behörde und ein Bußgeldbescheid kommt ins Haus.

„Das ist rechtlich alles sauber“, bestätigt Busse. „Warum kann den Kindern aber nicht gesagt werden: ‚Passt auf, wenn ihr Angeln wollt, wendet euch an den oder den Verein. Hier ist die Telefonnummer oder Adresse‘?“, fragt sich der 56-Jährige. Mit dem lediglichen Verteilen von Abmahnungen sei den Kindern nicht geholfen und „meine Arbeit wird damit zunichtegemacht“, glaubt Busse. Freude am Angeln zu vermitteln, werde beim Schnupperangeln versucht. Kindern, die diese Freude schon von sich aus mitbrächten, aber von keinem Verein oder den Angel-Regeln wüssten, würde mit den Bußgeldern womöglich ein schönes Hobby vergällt. Hier drängt Busse auf bessere Kommunikation mit den Kontrolleuren.

Roland Heinrich

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