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Schkeuditz Behörde will Wolfsriss nicht bestätigen und nicht ausschließen
Region Schkeuditz Behörde will Wolfsriss nicht bestätigen und nicht ausschließen
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17:59 11.09.2018
Der fehlende klare Kehlbiss spricht gegen die Vermutung, dass dieser Rehbock von einem Wolf gerissen wurde. Quelle: privat
Nordsachsen

Am Freitagabend war zwischen Hayna und Wolteritz am Schladitzer See der Kadaver eines Rehbocks gefunden worden. Der Waldbesitzer, der zugleich ein erfahrener Jäger ist, war von Bekannten informiert worden und hatte den Fund dem Landratsamt gemeldet sowie auch von seinem Verdacht berichtet, dass aus seiner Sicht hier mit großer Wahrscheinlichkeit ein Wolf am Werk gewesen ist.

Widersprüchliche Faktenlage

Hinsichtlich der gefressenen Menge an Fleisch komme durchaus einer der in Sachsen heimisch gewordenen Wölfe in Frage, teilte Umwelt-Dezernent Eckhard Rexroth mit. Eher untypisch für einen Wolf sei, dass keine Knochen beschädigt, sondern diese eher  „abgenagt“ wurden, sowie keine separaten Innereien zu erkennen waren. Der Wolf fresse zum Beispiel Pansen, Darm, Magen und Leber nicht. Ebenso würde kein „sauberer“ Kehlbiss vorliegen. Dafür aber seien untypische angefressene Ohren sowie unklare Bissverletzungen im Halsbereich zu verzeichnen.

Wölfe haben großes Jagdgebiet

Ein Wolf als Verursacher könne vor diesem Hintergrund dennoch nicht ausgeschlossen werden, zumal Wölfe ein sehr großes Jagdgebiet haben und sehr weite Strecken zurücklegen. „Genauso gut kann es sich aber um einen aufgrund anderer Ursachen verendeten Rehbock handeln, der dann beispielsweise von Füchsen ,nachgenutzt’ wurde“, gibt Rexroth zu bedenken. Da es sich bei einem Reh nicht um ein entschädigungsrelevantes Tier gehandelt habe und seit der Verendung bereits einige Tage vergangen waren, habe keine Notwendigkeit für eine Vor-Ort-Prüfung vorgelegen.

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Von Olaf Barth

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Werner Heidt ist sich ziemlich sicher, dass der von ihm in Augenschein genommene tote Rehbock von einem Wolf gerissen wurde. „Es deutet jedenfalls alles darauf hin, auch dass an dem Kadaver einen Tag nach dem Fund noch ein zweites Mal gefressen wurde, so etwas macht kein Hund“, ist sich der 70-jährige Jäger sicher. Der hintere Teil des Tieres fehlt, der Rest ist ausgehöhlt.

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