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Schkeuditz Berufsschule in Schkeuditz präsentiert neue Maschinen
Region Schkeuditz Berufsschule in Schkeuditz präsentiert neue Maschinen
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00:22 11.02.2018
Fachlehrer Jens Beier (rechts) fachsimpelt mit Innungsobermeister Leipziger Land, Matthias Graichen, vor der neuen Breitbandschleifmaschine. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Der ein oder andere Tischlermeister, der derzeit seine Auszubildenden auch im Beruflichen Schulzentrum (BSZ) in Schkeuditz ausbilden lässt, dürfte neidisch in die Azubi-Werkstatt im Haus 2 geblickt haben. Dort nämlich haben neue Maschinen Einzug gehalten, die derzeit getrost im High-End-Bereich einzuordnen sind. Am gestrigen Tag der offenen Tür und dem Lehrmeistersprechtag konnten die am Mittwoch in Augenschein genommen werden.

Neue Schleifmaschine für die Tischler

„Die Breitbandschleifmaschine gehört zu den Neuerwerbungen. Im Oktober ist sie hier neu eingetroffen“, berichtete der BSZ-Schulleiter Dietrich Lehne. Als er die Besonderheiten dieses Gerätes erklärte, geriet er ins Schwärmen. „Der Arbeitstisch saugt das Schleifgut per Unterdruck an. Dadurch können auch kleinere Stücke mit der Maschine geschliffen werden, ohne dass sie im Inneren umherwirbeln“, erklärte Lehne. Zwei Schleifgänge können für Werkstücke bis zu einer maximalen Breite von 1,1 Metern in einem Arbeitsgang erledigt werden. „Mit der Maschine kann dabei eine Zwischenkörnung des Schleifpapiers ausgelassen werden“, erklärte Lehne.

Als es um die Anschaffungsentscheidung ging, war er im letzten Jahr selbst zur Herstellerfirma gefahren, um das computergesteuerte Gerät zu begutachten. Begeistert ist Lehne von den Möglichkeiten, die die nicht ganz billige Neuanschaffung bietet. So sei es durch den regelbaren Andruck des Schleifpapiers auch möglich, Vertiefungen oder Erhebungen auf dem Schleifgut entstehen zu lassen. Die feinste einsetzbare Körnung kommt dann eher einer Politur gleich und finde beim Klavierbau Anwendung. „Eine solche Maschine steht in Sachsen nirgendwo anders“, meinte Lehne in Bezug auf andere Berufsschulen.

Könnte die jetzt bessere Ausstattung, als so mancher Ausbildungsbetrieb sie hat, bei den Lehrlingen nicht eine gewisse Frustration erzeugen. „Nein, Begehrlichkeiten werden hier nicht geweckt“, meinte der Schulleiter. Immerhin werde man im BSZ solche Investitionen nicht so schnell wieder vornehmen. „Und wenn wir in zehn Jahren hier Tischler ausbilden, sind wir mit der jetzigen Technik immer noch sehr gut dabei“, sagte Lehne. Er sei dem Landratsamt dankbar, diese Investitionswünsche mitgetragen und auch finanziert zu haben.

Landkreis investiert 550 000 Euro

Insgesamt sind im vergangenen Jahr circa 550 000 Euro in die Schkeuditzer Einrichtung geflossen. Neben der Neuanschaffung von Maschinen sei auch Geld in die energetische Sanierung gesteckt worden. Neue Fenster und die Erneuerung der Heizungsanlage kamen genauso, wie ein neues dezentrales Amok-Warnsystem. „Mit dem Warnsystem nehme wir unsere Verantwortung als Schule war: Jeder, der hier seine Ausbildung absolviert, soll danach auch wieder gesund zu Hause ankommen“, unterstrich Lehne. Einen Zusammenhang letzterer Neuanschaffung mit einer Amok-Drohung, die vor drei Jahren als Schriftzug auf der Herrentoilette zu lesen war und für einen Polizei-Einsatz in der Berufsschule sorgte (die LVZ berichtete), wollte Lehne nicht bestätigen. „Das Gelände ist unübersichtlich. Im Haus 1 sehe ich nicht, was im Haus 3 passiert und umgekehrt. Wir sind hier für die Sicherheit verantwortlich“, begründete Lehne das neue Warnsystem.

Von einer zweiten Neuanschaffung im Werkstattbereich profitieren noch einmal die Tischler: Eine computergesteuerte Tisch-Fräsmaschine wurde den Gästen vom BSZ-Fachlehrer Jens Beier erklärt. Ob auch Betriebe Erklärungen an den neuen Maschinen erhalten: „Ja, so etwas haben wir schon gemacht. Wenn Anfragen kommen, dann würden wir das wohl auch wieder tun“, meinte Beier. Mit dem Innungsobermeister Leipziger Land, Matthias Graichen, fachsimpelte Beier anschließend über passende Computerprogramme für die Breitbandschleifmaschine. Graichen hat selbst sechs Azubis in Schkeuditz.

Weitere Anschaffung geplant

Eine Fünf-Seiten-CNC-Säge-Fräs-Bohrmaschine, soll in diesem Jahr noch dazukommen, verriet der Schulleiter. Dafür müsse von der Werkstatt aus ein Durchbruch in den Nachbarraum erfolgen. Und auch die Logistiker sollen ihren Lagerbereich erweitert bekommen. Etwa 200 Lehrlinge werden hier konstant ausgebildet. Insgesamt zählt das BSZ Schkeuditz etwa 1500 Azubis.

Von Roland Heinrich

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