Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Besuch von nepalesischem Bergführer Binaya in Dölzig
Region Schkeuditz Besuch von nepalesischem Bergführer Binaya in Dölzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:19 12.06.2018
Besuch aus Nepal: Umringt von Grundschülern ist Berführer Binaya Dhakal, der von der Schule in Lumsa berichtete, die eine Spende aus Dölzig bekam. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Anzeige
Schkeuditz

Es ziemlich genau ein Jahr her, dass Grundschüler aus dem Schkeuditzer Ortsteil Dölzig für eine Spende für das vom Erdbeben 2015 arg gebeutelte Nepal schwitzten. Denn jene Spende wurde rennend gesammelt: Pro gelaufener Runde wurde ein Betrag gespendet – am Ende waren es ganze 900 Euro, die an den halleschen Lumsa-Verein übergeben werden konnten. Am Montag nun war Binaya Dhakal aus dem 6500 Kilometer entfernten Nepal zu Gast, um von der Schule, die die Spende erhalten hat, und dem dortigen Schulalltag zu berichten, in die Grundschule nach Dölzig gekommen.

Zunächst zeigte der Nepalese, der hauptberuflich Bergführer ist und schon so manche Expedition in die Basislager des Himalaya führte, bildliche und filmische Eindrücke von der nach dem Erdbeben wieder neu errichteten Schule und von den Schülern, die dort von der ersten bis zur fünften Klasse unterrichtet werden. Es gab Tänze und Trachten des Dorfes zu sehen. Gespannt waren die Schülerinnen und Schüler in Dölzig auf jenen Teil, als sie Fragen stellen konnten.

Gibt es dort Noten auf Arbeiten und haben die die gleichen Bedeutungen? Schulleiterin Katja Engelke übersetzte die englischen Antworten: „Das Schuljahr beginnt am 15. April. Alle vier Monate wird ein Test geschrieben, der mit Punkten bewertet wird. Am Ende des Schuljahres gibt es noch mal eine Abschlussarbeit. Wer 40 Prozent und mehr geschafft hat, kommt in die nächste Klasse. Wer nicht, muss die Klasse noch einmal wiederholen.“

„Die Schule beginnt um 10 Uhr und geht bis 15.30 Uhr“, war wohl ein Satz, der den Dölziger Schülern besonders gefiel. Doch der 38-jährige Binaya berichtete, dass die Kinder bis zum Schulbeginn schon den Eltern bei der Arbeit helfen mussten. „Als ich so alt war wie ihr, musste ich für meine Eltern kochen, die auf dem Feld oder bei den Tieren gearbeitet haben“, sagte er. Abseits erwähnte er, dass sein Weg zur Schule im Tal 1,5 Stunden Fußweg bedeutete. Nach der Schule brauchte er dann 2,5 Stunden, um sein Zuhause in den Bergen zu erreichen.

Unterrichtet werden zunächst Nepali, Mathe und Englisch. „Englisch ist für jeden Pflicht“, betonte der Gast. Später kämen Sport, Kunst, soziale Fächer und Wissenschaften hinzu. Es gebe auch Ferien und Klassenfahrten. Nur Schulessen gibt es nicht. Ob die Lehrer nett waren? „Wenn ich nett war, waren auch die Lehrer nett“, antwortete Binaya ganz im Sinne der Dölziger Schulleiterin, die sich ein anerkennendes „Seht ihr!“ nicht verkneifen konnte.

Die Schule in Nepal beginnt übrigens sonntags. Freitags sei nur ein halber Tag und sonnabends ist dann frei. Die Fragerunde, die auch zur Tierwelt Nepals und zu typischem Essen führte, hätte noch länger dauern können. Doch der Abschied nach gut eineinhalb Stunden stand an: Mit einem freundlichen „Namaste!“, das „Hallo!“, „Danke!“ und „Auf Wiedersehen!“ bedeutet, verabschiedete sich jeder einzelne Schüler.

Von Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Ehrenamt im Landkreis Nordsachsen soll finanziell unterstützt werden. Im Kreistag geht es an diesem Mittwoch um ein Budget in Höhe von 100.000 Euro, das der Freistaat Sachsen zur Verfügung stellt. Aber für wen ist das Geld vorgesehen?

12.06.2018

Tragödie auf der A9 bei Leipzig: Ein Auto ist am Sonntag nach einem Unfall in Flammen aufgegangen. Der Insasse kam ums Leben, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

10.06.2018

Das alte Ritterguts-Ensemble in Merkwitz wird jetzt saniert. Das Vorhaben an dem denkmalgeschützten Objekt ist sehr aufwendig. Am Ende sollen hier 13 Wohnungen vermietet werden.

09.06.2018
Anzeige