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Betonkrebs auf der Nordbahn? - Am Flughafen wird saniert

Betonkrebs auf der Nordbahn? - Am Flughafen wird saniert

Relativ ruhig dürfte es, wie seit reichlich einer Woche schon, auch am heutigen Internationalen Tag gegen Lärm in den Schkeuditzer Nordgemeinden sein. Seitdem nämlich ist die nördliche Start- und Landebahn des Flughafens Leipzig/Halle gesperrt.

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Bagger sind derzeit an der Nordbahn des Flughafens Leipzig/Halle zu sehen. Offensichtlich wird gebaut. Deshalb dürfte es in den Schkeuditzer Nordgemeinden relativ ruhig zugehen, da wegen der Baustelle hier kein Flugzeug landet oder startet.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Kein Flugzeug startet oder landet hier. Grund sind Bauarbeiten an der Betonpiste.

Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) hat als Genehmigungsbehörde des Leipzig/Halle-Airports auf Antrag dessen nördliche Start- und Landebahn gesperrt. Das ist laut Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) möglich und heißt offiziell auch nicht Sperrung. "Wir haben die Befreiung von der Betriebspflicht durch das SMWA mitgeteilt bekommen", sagte gestern der Supervisor der Deutschen Flugsicherung am Schkeuditzer Tower, Jörg Kade. Laut Flugspuren-Aufzeichnung war es eine Boeing 738 der Air-Berlin, die am 22. April, um 6.57 Uhr zunächst als letztes Flugzeug die Nordbahn nutzte.Mit der Sperrung selbst habe die DFS nichts zu tun: "Wir sind nur Nutzer der Start- und Landebahnen."

Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten am Beton der 3600 Meter langen und 45 Meter breiten Piste. Immerhin hat die Bahn schon 14 Jahre auf dem Buckel. Das betonte gestern auch Flughafensprecher Uwe Schuhart. Gleich mehrere Arbeiten würden momentan an der betagten Bahn durchgeführt. Im Mai 1998 erfolgte hier die Grundsteinlegung und im März 2000 wurde die Start- und Landebahn eröffnet. Der Großteil der Flugbewegungen aber wird zwar hauptsächlich über die Start- und Landebahn Süd abgewickelt, dennoch hinterlassen die Flugbewegungen auch an der Nordbahn ihre Spuren. Seit einer reichlichen Woche nun und noch bis zum 15. Juni ist die nördliche Start- und Landebahn gesperrt, wusste der DFS-Supervisor Kade. Das bestätigte auch der Airportsprecher. "Bis Mitte Juni müssen wir leider sperren. Uns ist es in Absprache mit der Genehmigungsbehörde aber gelungen, gleich mehrere Gewährleistungsarbeiten zu bündeln. Das erspart uns mehrere Sperrungen, die über das Jahr verteilt dann notwendig wären", sagte Schuhart.

"An der Nordbahn werden mehrere Betonplatten gewechselt", informierte der Sprecher. Dass die Platten, die ausgewechselt werden, Opfer des bisher hauptsächlich von Autobahnen bekannten Betonkrebses sind, konnte Schuhart weder bestätigen noch verneinen: "Nach 14 Jahren ist es einfach mal so weit, zu sanieren." Zeitgleich mit den Bauarbeiten an der Start- und Landebahn werde auch an den Befeuerungsanlagen gearbeitet. "Zusätzlich werden Windsäcke gewechselt", so Schuhart weiter. Zu den Kosten, die für die derzeitige Sanierung fällig werden, wollte sich Schuhart nicht äußern.

Dass an der Südbahn früher oder später ähnliche Arbeiten für eine Sperrung sorgen, sei wohl anzunehmen. Die Südbahn ist allerdings mit sieben Jahren nur halb so alt wie die Nordbahn. "Probleme würden wir aber dadurch dann auch nicht bekommen. Die Rollbrücken sorgen für eine gute Verbindung der beiden Bahnen. Und solche Situationen, wie die momentane, waren ja auch eine der Begründungen für deren Bau", sagte der Flughafensprecher. An der Kapazitätsgrenze sei der Flughafen - auch bei der Sperrung einer Bahn - ebenfalls nicht.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2014
Roland Heinrich

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