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Schkeuditz Betroffene fordern weiteren Lärmschutz
Region Schkeuditz Betroffene fordern weiteren Lärmschutz
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06:00 04.02.2010
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Schkeuditz

Das befasst sich mit komplizierten Berechnungen zu den Lärmschutzzielen am Flughafen Leipzig/Halle. Trotz der mit dem Thema verbundenen Emotionen blieb die Atmosphäre bis auf eine Ausnahme auf äußerst sachlichem Niveau. Daran hatten auch die wie immer fachlich gut vorbereiteten Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Gegenlärm großen Anteil. Sie bestimmten die konstruktive Diskussion mit dem Physiker nach dessen Vortrag weitestgehend mit. Wie bereits unlängst in der öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses, verglich Harnisch anhand „realitätsnaher Szenarien“ unter anderem die Lärmschutzziele aus dem Planfeststellungsbeschluss (PFB) mit den Anforderungen des Lärmschutzgesetzes (wir berichteten). Bis auf ein Szenario erweist sich dabei der PFB als günstiger für die Anwohner und erhielt im Fazit des Experten ein gutes Gesamturteil. Allerdings sah Harnisch auch Verbesserungsmöglichkeiten. So sollten künftig im Internet detailierte Karten mit Nachtschutzgebieten in Dezibel-Abstufungen bereitgestellt werden, damit Betroffene besser erkennen können, welche Schutzmaßnahmen ihnen zustehen. Zweitens schlug er vor, dass die vom Flughafen gewonnenen Messdaten von einer unabhängigen Institution bewertet werden. Zudem sollten die Messdaten mit sogenannten Radartracks abgeglichen und auch auf den Flugzeugmix geachtet werden. Und schließlich empfahl er, dass die Bodenabfertigungsanlagen bei DHL nicht nach Fluglärm- und Luftverkehrsgesetz, sondern nach der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) aus dem Bundesimmissionschutzgesetz beurteilt werden. Dann würden auch die LKW- und Ladegeräusche gesondert in die Lärmschutzbetrachtungen einfließen. Wie nötig das wäre, schilderte eine Zuhörerin: „Das ständige Piepsen der rückwärts fahrenden LKW frisst sich nachts ins Gehirn. Das ist psychologische Kriegsführung. Daran kann man kaputt gehen.“ Auch BI-Sprecher Peter Haferstroh plädierte nach aller Theorie dafür, dass nur eine praktische nächtliche Vor-Ort-Begehung zur DHL-Hauptbetriebszeit den Verantwortlichen verdeutlichen könnte, worum es bei den Lärmschutzforderungen wirklich geht. Und seine Frau Christine erklärte im Anschluss: „Veranstaltungen, in denen sich die Leute auskotzen, hatten wir genug. Die bringen uns nicht weiter. Wir müssen an die Verantwortlichen ran und sie mit ihren Aussagen festnageln.“ Die Existenz des Flughafens und des nachtaktiven DHL-Frachtdrehkreuzes wurde nicht infrage gestellt, doch damit verbundene Lärm- und Geruchsbelästigungen werden nicht als unabänderbar hingenommen. „Wir wollen, dass jetzt aus den Konsequenzen des Gutachtens die nächsten Schritte folgen. Wir werden dranbleiben und nachfragen“, kündigte höflich aber bestimmt Christine Haferstroh Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) an. Und in ihre „Drohung“ bezog sie den neben ihr sitzenden CDU-Fraktionschef Ralf Giesecke, dessen Partei das Gutachten initiiert hatte, gleich mit ein. Beide Politiker versicherten, dass das Gutachten nur der erste Schritt in einem Stufenplan sei, der letztlich in einer Verbesserung des Lärmschutzes für die Betroffenen münden soll.

Olaf Barth

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