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Bewohner kritisieren neues Verfahren des Flughafens

Bewohner kritisieren neues Verfahren des Flughafens

Es ging um die passiven Schallschutzmaßnahmen des Flughafens Leipzig/Halle, als sich am Donnerstagabend mehr als 50 Bürger und Vertreter des Airports in der Rathauskolonnade in Schkeuditz trafen.

Schkeuditz. Auf Anregung der Bürgerinitiative (BI) Gegenlärm kam dieses erste Treffen zustande. Flughafen-Geschäftsführer Dierk Näther, der Leiter vom Lärm- und Umweltschutz an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden, Steffen Mäder, sowie der am Schkeuditzer Airport für Lärm- und Umweltschutz zuständige René Apitzsch waren gekommen, um Fragen zur Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen zu beantworten.

Am 31. Dezember 2012 ist die Frist abgelaufen, innerhalb der Anträge auf Schallschutzmaßnahmen gestellt werden konnten. Etwa 10 000 Berechtigte hat es gegeben, wovon rund 7100 tatsächlich einen Antrag gestellt haben, informierte Mäder. "Von diesen Anträgen sind 44,9 Prozent komplett abgearbeitet, 16,5 Prozent oder 1185 Anträgen befinden sich in der Bearbeitung und bei 37,6 Prozent fehlen noch Angaben", sagte Mäder und sorgte damit für ein Raunen im Publikum. "Wieso dauert das so lange?", war eine Frage, die mehrfach gestellt wurde. "Wir arbeiten die Anträge in der Reihenfolge ab, wie sie vollständig vorliegen. Ab 2013 wurde dazu das Verfahren optimiert. Wir sehen dabei mehrere Vorteile", antwortete Mäder.

Seien zuvor nur in Einzelfällen bauakustische Berechnungen vor Ort erfolgt, finde nun in jedem Fall eine Bestandsaufnahme durch ein vom Airport beauftragtes Ingenieurbüro statt. "Im Anschluss sendet das Büro einen Bericht der Überprüfung mit der Beschaffenheit der Maßnahme zu. Das Angebot für diese Maßnahmen wird vom Flughafen eingeholt und am Ende der Ausführung auch bezahlt", erklärte Mäder. Bei der vorherigen Variante seien die Angebote vom Antragsteller eingeholt worden. "Die waren zum Teil weit über den üblichen Preisen", gab Mäder Erkenntnisse des Ingenieurbüros weiter.

"Zwei Leute sind gekommen, die Fotos von allen Zimmern gemacht haben. Dabei haben sie so gut wie nicht gesprochen und auf Hinweise nicht reagiert. Im Bericht waren Informationen dann nicht berücksichtigt. Das ist keine Art", sagte eine Anwohnerin aus Hayna. "Dass das so abläuft, war uns unbekannt. Wir werden das auf jeden Fall mit dem Büro auswerten", sicherte Mäder zu.

Das neue Verfahren wurde grundsätzlich bemängelt. Von einer Ungleichbehandlung war die Rede. "Was spricht gegen eine Auszahlung? Ich kann die Firma beauftragen, die mir zusagt und muss mich nicht bei möglichen Ansprüchen an eine mir völlig unbekannte Firma aus Rostock wenden", fragte jemand. Die Frage blieb offen, soll in den nächsten 14 Tagen auf Zusicherung von Näther aber beantwortet werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2015
Roland Heinrich

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