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"Bis Freitag haben Händler Zeit" - Gewerbetreibende müssen zu Lieferzeiten entscheiden und können es nicht

"Bis Freitag haben Händler Zeit" - Gewerbetreibende müssen zu Lieferzeiten entscheiden und können es nicht

Die Sonnenpassage am Rathausplatz wird zur Fußgängerzone mit beschränktem Fahrverkehr, hat der Stadtrat mehrheitlich so beschlossen. Jetzt haben die Händler an jener Passage noch bis zum Freitag Zeit, sich auf Lieferzeiten zu einigen.

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Die Sonnenpassage wird zur Fußgängerzone. Ein Einfahren in diesen Bereich ist dann nur noch für Taxis, Fahrräder und - zeitlich begrenzt - für den Lieferverkehr gestattet.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Dies gestaltet sich für einige als unmöglich.

Der "beschränkte Fahrverkehr", der in der Fußgängerzone Sonnenpassage künftig gelten soll, bedeutet, dass Fahrräder und Taxis weiter in der Passage zugelassen sind. Zudem soll der Lieferverkehr hier einfahren dürfen. Letzterer muss aber nach den Regeln zeitlich begrenzt werden. In welcher Zeit die Lieferfahrzeuge in die Sonnenpassage fahren dürfen, darüber sollen die Händler binnen Wochenfrist entscheiden und die Zeitspanne der Verwaltung mitteilen. "Bis zum Freitag haben die Händler Zeit", informierte Stadtsprecher Helge Fischer auf Anfrage der LVZ genauer.

Für die Händler indes gestaltet es sich schwierig - wenn nicht gar unmöglich -, Lieferzeiten mitteilen zu können. In einem Schreiben, das ihnen von der Stadtverwaltung zuging, wird ein Vorschlag für die zeitliche Beschränkung des Lieferverkehrs gegeben. "Unser Vorschlag ist von 8 bis 10 sowie von 17 bis 19 Uhr", sagte Ordnungsamtsleiter Michael Winiecki während der jüngsten TA-Sitzung. Kein Wort allerdings enthält das Schreiben, welche Zeitbegrenzungen rechtlich möglich sind. Pressesprecher Fischer ergänzte auf Anfrage immerhin, dass, wenn zwei Zeitabschnitte genannt werden sollen, diese in der "fußgängerarmen" Zeit liegen müssen.

"Ich kann überhaupt nicht sagen, wann die Lieferungen kommen", sagte Händlerin Birgit Leo vom Leoladen. Viel komme bei ihr mit den Paketdiensten DHL, UPS oder mit der Post. "Hier besteht auch keine Möglichkeit, über Zeiten zu verhandeln", ergänzte sie. Auch Blumenhändlerin Gabriele Linke kann die Lieferzeiten nicht benennen. "Ich bekomme Blumen aus Holland. Wann die hier eintreffen, ist unterschiedlich", sagte sie. Zusätzlich gab sie zu bedenken, dass sie mit lebender Ware handelt. "Wenn also bei einem Wetter wie jetzt Orchideen erst noch einen bestimmten Weg im Freien transportiert werden müssen, weil das Auto nicht vor den Laden fahren darf, dann kann ich die Blumen vergessen", beschrieb sie ein Beispiel. Im Sommer, wenn sie auch selbst Blumen einkauft, sei es ähnlich. "Das Auto ist komplett heruntergekühlt, und ich konnte bisher vor den Laden fahren und ausladen. Wenn ich die Ware tragen muss, dann gehen die Blumen ein."

Der Stadtrat hatte jüngst die Umwidmung der Sonnenpassage zur Fußgängerzone beschlossen - mit besagten Einschränkungen. "Ich gebe noch einmal zu bedenken, dass wir hier zur Existenz der Händler entscheiden", mahnte Stadtrat Rainer Haase (FDP). "Es ist fraglich, ob die Händler in fünf Jahren noch da sind", fügte er hinzu.

Indes halten sowohl Leo als auch Linke jetzt, nach Bekanntwerden der Stadt-Entscheidung, tatsächlich die Augen nach neuen Geschäftsräumen offen. Zunächst aber wollen sie sich schriftlich bei der Stadtverwaltung zur Situation äußern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2013

Roland Heinrich

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