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Schkeuditz Bis September erneuern Stadtwerke in Schkeuditz das Fernwärmenetz
Region Schkeuditz Bis September erneuern Stadtwerke in Schkeuditz das Fernwärmenetz
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14:00 19.05.2015
Mitarbeiter der Firma Pfaffinger bereiten die Fernwärmerohre für die Verlegung vor. Quelle: Roland Heinrich

Nach einigen Suchbohrungen wegen auf der Trasse liegenden anderen Medienleitungen beginnt jetzt der eigentliche Bau. Bis zum September wollen die SWS mit dem 2,5 Kilometer langen Rohrleitungsnetz fertig sein, wie der Technische Leiter beim Unternehmen, Peter Gühlke, verriet.

"Wir haben das Fernwärmenetz 1993 als Stadtwerke übernommen. 1994 bis 1996 erfolgten erste Sanierungen. Um die Ernst-Tenner- und die Turnerstraße wurde das Netz dann 1999 erweitert", blickte der 53-Jährige zurück. Heute sei das Rohrnetz unter anderem wegen der erfolgten Sanierung beziehungsweise Wärmedämmung der Wohnblöcke überdimensioniert. Auch gebe es Schäden an Klebestellen der Glasfaser-Kunststoffharz-Rohre. "Diese Klebestellen zu reparieren, ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden", sagte Gühlke. Besagte Stellen nämlich seien, wenn es Biegungen im Streckenverlauf sind, einbetoniert und müssten zunächst freigelegt werden. Ein enormer Aufwand für einen geringen Mangel.

Auch in den Wohnblöcken seien die Fernwärmeleitungen marode und müssten erneuert werden. "Diese Rohre stammen von 1983, haben also mehr als 30 Jahre auf dem Buckel", sagte Gühlke. Die Isolierung dieser Rohre verdiene den Namen nicht mehr. Gerade in den Übergängen zwischen den Wohnblöcken seien Wärmeverluste zu verzeichnen.

Rund 30 Wohnblöcke oder etwa 1500 Wohnungen werden mit der Fernwärme versorgt. Die kommt vom Blockheizkraftwerk in der Robert-Koch-Straße. Dort haben die jetzigen Arbeiten auch begonnen. Die Beeinträchtigungen für die Anwohner sollen so gering wie möglich gehalten werden. "Wir haben schon vor geraumer Zeit über das Vorhaben informiert", sagte der SWS-Mann und erhielt ein bestätigendes Nicken von Thomas Berentzik, Technischer Leiter der Firma Josef Pfaffinger.

"Wir werden zu normalen Arbeitszeiten tätig sein. Es wird aber auch Um- und Einbindetage geben, über die wir gesondert informieren", sagte Berentzik. Zwar habe man in der vergangenen Woche mit acht Mitarbeitern begonnen. Jetz aber werden 15 bis 20 Mitarbeiter vor Ort sein, sagte Berentzik. Der 53-Jährige begründet: "Wir arbeiten an drei Stellen parallel."

An der Ost-, Süd- und Westachse werde zeitgleich gearbeitet. Von bisher 3,5 Kilometern Leitungsnetz werde man nun auf 2,5 Kilometer verkürzen. "Zum Einsatz kommen kunststoffummantelte Stahlrohre, sogenannte KFM-Rohre bis zu einem Durchmesser von 200 Millimetern", sagte der Pfaffinger-Mitarbeiter. Nein, Schkeuditz sei nicht die größte Baustelle, aber eine große. "Wir haben auch schon das Leipziger Fernwärmenetz bis zum RB-Trainingszentrum erweitert. Die Strecke war zwar nicht länger, durch die Unterquerung des Elsterflutbeckens aber wesentlich komplizierter", sagte Berentzik. Eine besondere Herausforderung in Schkeuditz seien die Anwohner und deren Wünsche und Anliegen. Zu einer Unterbrechung der Warmwasserversorgung, die neben der Heizung ebenfalls über die Fernwärmeleitung funktioniert, soll es nur vereinzelt und zu kurzen Zeitabschnitten kommen. "Wir schauen auch auf den Wetterbericht und suchen uns zum Einbinden neuer Rohrabschnitte, wenn es geht, wärmere Tage aus", sagte Gühlke.

Das alte Leitungsnetz übrigens bleibt zu Großteilen und dort, wo es nicht stört, im Erdreich liegen. Beide Fernwärmenetze werden im Verlauf der Bauarbeiten parallel betrieben. Mit den neuen Rohren verlegen die SWS für mögliche Eventualitäten auch ein Leerrohr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2015
Roland Heinrich

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