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Schkeuditz Bitzer erweitert Schkeuditzer Werk
Region Schkeuditz Bitzer erweitert Schkeuditzer Werk
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22:14 22.10.2016
Damit die Bitzer-Produkte in Schkeuditz noch effektiver im klassischen Firmen-Grün lackiert werden können, soll die Lackiererei neu gebaut werden. Das weltweit agierende Unternehmen präsentierte sich jetzt auf der internationalen Leitmesse der Klima- und Kältebranche Chillventa in Nürnberg. Quelle: Foto: Bitzer
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Schkeuditz

Der Kühlmaschinenbauer Bitzer baut sein Schkeuditzer Werk weiter aus. Konkret sollen noch in diesem Quartal die Bauarbeiten für eine neue Lackiererei beginnen. Dafür hat das Unternehmen einen Bauantrag beim Landratsamt (LRA) Nordsachsen gestellt. Für den Bau und den Betrieb der Lackiererei ist jedoch ein Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) nötig, weshalb das LRA der Stadt Schkeuditz nun Gelegenheit zur Stellungnahme gab.

Mit derzeit rund 750 Mitarbeitern ist das Schkeuditzer Bitzer-Werk nicht nur der größte Standort des weltweit agierenden Unternehmens aus Sindelfingen, sondern auch einer der größten Arbeitgeber in Nordsachsen. Hier werden hauptsächlich Kältemittelverdichter und Komponenten für Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanwendungen gefertigt. In diesem Jahr feierte das Schkeuditzer Werk sein 25-jähriges Bestehen und sein 2,5- millionstes Produkt, das in Schkeuditz an den langjährigen finnischen Kunden Oy Combi Cool Ab aus Helsinki übergeben wurde (die LVZ berichtete). In dieser Zeit sind vom 1934 gegründeten Unternehmen etwa 100 Millionen Euro in Schkeuditz investiert worden.

Der Technische Ausschuss (TA) der Stadt befürwortete in dieser Woche nun das Vorhaben, indem eine entsprechende Stellungnahme der Stadt einstimmig beschlossen wurde. In dem Papier heißt es, dass es zum beantragten Vorhaben keine Einwände aus Schkeuditz gibt. Laut Antrag soll eine neue „immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Oberflächenbehandlungsanlage“ an neuem Standort errichtet und dann auch in Betrieb genommen werden. Letzteres soll schon im vierten Quartal nächsten Jahres nach etwa einem Jahr Bauzeit stattfinden. Die bestehende Anlage soll dann, nach Inbetriebnahme der neuen Lackiererei, stillgelegt und sukzessive rückgebaut werden, heißt es.

Die Lackiererei ist Bestandteil der Produktionsstrecke. In einem kräftigen Grün nämlich landen die Verdichter oder Aggregate von Bitzer am Ende in den Verpackungen. Dieses Grün soll künftig von hochmodernen Robotersystemen aufgetragen werden. Bei maximaler Auslastung der Lackier-Einheit sollen künftig etwa 30 Tonnen organischer Lösungsmittel pro Jahr – oder fünf Kilogramm pro Stunde – verbraucht werden.

Ausführlich ist in den Antragsunter­lagen beschrieben, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen oder erhebliche Nachteile und Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft verursacht werden, führte Gabriele Oertel vom Amt für Stadtentwicklung aus. Auch sei Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkung getroffen worden. „Der Zeitplan ist recht sportlich, weshalb wir auch dem Antrag auf Zulassung des vorzeitigen Beginns zustimmen“, sagte sie. Ergebnisse der Brandschutz-Prüfungen würden in einer gesonderten Stellungnahme dem LRA übermittelt.

Zahlen und Fakten zur neuen Lackiererei will Bitzer, weil es noch keine Baugenehmigung gibt, auf Anfrage der LVZ jetzt noch nicht mitteilen. Wie Bitzer-Sprecher Patrick Koops am Rande informierte, präsentierte sich der nach eigenen Angaben weltgrößte unabhängige Hersteller von Kältemittelverdichtern in der vergangenen Woche überaus erfolgreich auf der internationalen Leitmesse der Klima- und Kältebranche Chillventa in Nürnberg. Das Unternehmen zeigte dort einige seiner Produktneuheiten zum ersten Mal in der Öffentlichkeit.

Von Roland Heinrich

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