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„Blauer Engel“ in Schkeuditz gerettet?

Grundstück soll verkauft werden „Blauer Engel“ in Schkeuditz gerettet?

Ist der Abriss des „Blauen Engels“ am Schkeuditzer Markt abgewendet? Es scheint so. Mit einer diesbezüglich hoffnungsfrohen Nachricht wartete nämlich der Geschäftsführer der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV), Gerald Fritzsche, auf.

Der „Gasthof zum Blauer Engel“ soll verkauft und saniert werden.
 

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz.  Ist der Abriss des „Blauen Engels“ am Schkeuditzer Markt abgewendet? Es scheint so. Mit einer diesbezüglich hoffnungsfrohen Nachricht wartete nämlich der Geschäftsführer der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV), Gerald Fritzsche, auf: „Am Dienstag gab der Aufsichtsrat der SWV grünes Licht zum Verkauf des Grundstücks mit dem verbindlichen Ziel, den ,Blauen Engel‘ denkmalgerecht zu sanieren.“ Damit ist ein im behördlichen Raum schwebender Abrissantrag vorerst nicht mehr von Belang. Informationen zum Käufer beziehungsweise zu den Käufern soll es nach Abschluss eines Notarvertrages dann Ende Juli geben.

Mit einem Verkauf würde eine über Jahre dauernde Suche nach einem Investor für das leerstehende Gebäude beendet werden. Auch das Bangen um den Erhalt dieses zu den ältesten Gebäuden der Stadt zählenden Hauses könnte damit ein Ende finden. Erst Anfang des Monats hatte sich der Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein zu den bis dato gültigen Abrissplänen des SWV besorgt geäußert und eine Stellungnahme auf seiner eigenen Internetseite veröffentlicht. Dass es eine solche Äußerung seitens der Hobbyhistoriker überhaupt gibt, ist in der siebenjährigen Geschichte des Vereins ein Novum und macht auch die Brisanz des Themas – zumindest für die an der Stadtgeschichte interessierten Schkeuditzer – deutlich.

„Das Bild einer Stadt ist nicht allein nur das einer funktionellen Perfektion, sondern auch der Eindruck, der nicht unerheblich von seinen geschichtlichen Hintergründen lebt. Das heißt, wenn Stück für Stück Geschichte einer Stadt vernichtet wird, dann wird die Stadt immer ,gesichtsloser‘“, meinte der Verein im Allgemeinen. Konkret appelliert er, den „Blauen Engel“ nicht dem Abriss zum Opfer fallen zu lassen. „Die Stadt hat nicht nur das Museum instand gesetzt, sondern auch andere stadtbildprägende Gebäude, wie das Rathaus, die Bibliothek, das Straßenbahndepot, das Kulturhaus, das Feuerwehrdepot und die alten Schulgebäude saniert“, entgegnete Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) auf Anfrage der LVZ. Knapp sieben Millionen Euro seien seitens der Stadt in 20 Jahren Stadtsanierung in die Erhaltung eines ansprechenden Stadtbildes geflossen.

Von einem vermeintlichen Investor war beim „Blauen Engel“ schon seit geraumer Zeit die Rede, konkret konnte aber nichts gesagt werden. Im Juli 2014 erfolgten in Abstimmung mit dem Denkmalschutz dann die ersten Abrisse: Auf dem etwa 1460 Quadratmeter großen Grundstück stehende, denkmalgeschützte Stallungen wurden auf Kosten der SWV beseitigt. Der damalige Investor schlug dennoch nicht zu. Im Gegenteil. Ende letzten Jahres stellte die SWV als Nach-Wie-Vor-Eigentümer den Abrissantrag auch für den „Blauen Engel“, der allerdings von der Denkmalbehörde abgelehnt wurde (die LVZ berichtete). Die SWV ging gegen die Ablehnung in Widerspruch, schickte eine Widerspruchsbegründung aber nicht hinterher.

Wie SWV-Geschäftsführer Fritzsche jetzt informierte, sei der Abrissantrag mit dem Ziel gestellt worden, einen Neubau zumindest mit einer Nachbildung der historischen Fassade zu errichten, um das Stadtbild am Markt zu verbessern und diesen zu beleben. Für eine Sanierung fehlt der SWV das Geld und auch eine Kreditaufnahme ist wegen der seit 2004 laufenden Sanierung des Unternehmens ausgeschlossen. Nach jedem Pressebericht zum Thema hätten sich allerdings sowohl beim Geschäftsführer, als auch beim Oberbürgermeister Kaufinteressenten gemeldet.

Von Roland Heinrich

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