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Brückenbauer absolvieren „heiße Phase“

Brückenbauer absolvieren „heiße Phase“

Die Bauarbeiten an der neuen Autobahnbrücke Richtung Freiroda oder Radefeld nähern sich ihrem Ende. Gestern wurde die künftige Fahrbahn asphaltiert. Am 16. August soll das Bauwerk dem Verkehr übergeben werden.

Schkeuditz. In dieser Nacht allerdings muss wegen Montagearbeiten noch einmal die Autobahn 14 gesperrt werden.

Eine freundliche Frau kommt auf die schwitzenden Straßenarbeiter zu, in der Hand einige Assietten. Doch Monika Wrba hat nicht etwa einen Pausensnack dabei. „Das würden sich die Jungs sicher wünschen“, sagt sie lachend. „In die Behälter kommen Asphaltproben, die dann von uns im Labor oder bei Bedarf von Behörden wie der Bauaufsicht untersucht werden können“, erklärt die Laborantin der Leipziger Firma Asphalt-Splitt-Werk. Gemeinsam mit Betriebsleiter Manfred Kracht will Wrba auf der Brücke nach dem Rechten sehen. Schließlich mischt und liefert ihr Betrieb den Asphalt, über den künftig die Schkeuditzer wesentlich schneller in die nördlichen Ortsteile nach Freiroda, Radefeld oder Glesien rollen können. Und auch der Weg zum Haynaer Strand am Schladitzer See verkürzt sich für die Kernstädter bald um rund acht Kilometer.

Derweil rückt auf ganzer Straßenbreite Meter um Meter der Gussasphaltfertiger voran. Tonnenweise schaffen Laster den schwarzen, dampfenden Baustoff ran und kippen ihn in großen Fladen vor der unablässig rollenden Maschine ab. Die formt den Brei zu einer ebenen, gleichmäßig hohen, vier Zentimeter dicken Schicht. Tags zuvor wurde bereits die untere erste Schicht aufgetragen. „Der Asphalt hat 228 Grad Celsius. Gut, dass heute die Sonne Pause macht“, sagt Maschinist Jens Heyne, der wie seine Kollegen dennoch ins Schwitzen kommt. Er gehört zum achtköpfigen Team der Magdeburger Firma Eurovia VBU, die den Fahrbahnbelag herrichtet. Einige Mitarbeiter arbeiten hinter der Maschine, schippen schubkarrenweise Splitt auf den noch warmen Asphalt. „Das dient der Aufrauung damit es später nicht zu Aquaplaning kommt“, erklärt Bauleiter Dietmar Braune. Er löst sich aus einem Pulk von Männern, die wie er orangene Warnwesten übergestreift haben. „Hier findet gerade die Abnahme der Erdungsanschlüsse statt“, erklärt er. Da die Brücke nicht nur über die Autobahn, sondern auch über eine elektrifizierte Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn führt, müssen ganz besondere Anforderungen bewältigt werden, wozu auch die zahlreichen Erdungsanschlüsse und entsprechenden Sicherheitsabstände gehören. „Es ist immer eine besondere Herausforderung, über einer Bahnstrecke zu bauen. Das verlangt sehr viel Vorbereitung und langfristige Anmeldungen, wenn die Strecke mal gesperrt werden muss“, berichtet der Bauleiter. Doch das ist nicht der Grund, weshalb das fast vier Millionen Euro teure Projekt zirka sechs Wochen Verzug hat. „Es war ein langer Winter. Dadurch haben wir erst später wieder anfangen können“, erklärt der 61-Jährige.

Ab Montag werden an beiden Enden der Brücke die Straßenanschlüsse asphaltiert. Ein Straßenhobel wird noch bis heute dafür die Oberfläche vorbereiten und Schotter aufbringen. Der eine Anschluss führt zum Kreisverkehr nahe des Güterverkehrszentrums und der andere zur S 1 Richtung Radefeld. Am Montag, dem 16. August, soll zur Mittagszeit das rund 150 Meter lange und insgesamt 10,50 Meter breite Bauwerk dem öffentlichen Verkehr übergeben werden, kündigt Braune an. Obwohl neben der Fahrbahn jeweils noch 1,50 Meter Platz ist, sei kein Bereich für Radfahrer oder Fußgänger vorgesehen. „Dafür gibt es ja die gleich daneben stehende Brücke. Hier brauchen wir die beiden Betonstreifen neben der Fahrbahn zum Anbringen von Schutzplanken und Geländern sowie als Steg, auf dem sich Wartungspersonal bewegen kann“, erläutert der Mann vom Straßenbauamt Leipzig.

Ebenfalls ab Montag sollen bereits rund um das Brückenbauwerk die Vorwegweiser erneuert beziehungsweise neu aufgestellt werden. Denn auf den bisherigen ist die Verbindung Richtung Freiroda/Radefeld noch nicht ausgewiesen. Hier bekommt nun die Tauchaer Firma Wranik einiges zu tun. Zusätzlich entstehen neben den jeweiligen Brückenenden Regenrückhaltebecken als Bestandteil der Entwässerungseinrichtungen. Von den einst drei Kranen steht nur noch einer. „Den brauchen wir noch, um Geländer hochzusetzen“, so Braune. Ansonsten befindet sich der unter Regie der Bad Dübener Bau- und Haustechnik GmbH entstehende Bau in den letzten Zügen. In der Nacht zu morgen werden an den Seiten Schalungen abgebaut, weshalb ab heute 22 Uhr bis 7 Uhr die Autobahn 14 gesperrt werden muss. Vom heißen Asphaltfertiger wird dann aber schon lange nichts mehr zu sehen sein.

Olaf Barth

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