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Schkeuditz CDU-Kandidat Rayk Bergner gewinnt deutlich
Region Schkeuditz CDU-Kandidat Rayk Bergner gewinnt deutlich
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17:36 16.05.2017
Oberbürgermeister Jörg Enke (l.) gratuliert seinem Nachfolger Rayk Bergner zum Wahlsieg. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz

Einen deutlichen Wahlsieg konnte der CDU-Kandidat Rayk Bergner bei der gestrigen Oberbürgermeisterwahl in Schkeuditz einfahren. Nach dem Auszählen der Zettel in allen elf Wahllokalen versammelte er 60,33 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich. Amtsinhaber Jörg Enke (FW), der von der SPD, den Linken und den Freien Wählern nominiert worden war, kam auf 39,67 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung erreichte einen neuen Tiefpunkt in Schkeuditz: Nur 35,30 Prozent der Wahlberechtigten, und damit noch einmal fast vier Prozentpunkte weniger als bei der Oberbürgermeisterwahl 2010, fanden den Weg in das Wahllokal.

Als die Bergner-Unterstützer sich bereits zahlreich mit strahlenden Gesichtern im Ratssaal freudig in den Armen lagen, wussten die Vertreter der Enke-Fraktion allesamt nicht, ob ihr Kandidat überhaupt noch ins Rathaus kommt. Doch plötzlich stürmte auch der amtierende Oberbürgermeister in den Saal. „Die Briefwahl wird nun auch nichts mehr rausreißen“, sagte er, um schnurstracks Rayk Bergner zum Wahlsieg zu gratulieren und ihm alles Gute zu wünschen. „Schkeuditz wollte eine Veränderung, und die wird ab 1.8. eintreten. Ich danke allen, die mich unterstützt haben. Ich habe einen etwas anderen Wahlkampf geführt. Für die Stadt Schkeuditz muss weiter das Beste gefunden werden, dafür wünsche ich allen Erfolg.“ Für weitere Fragen stand Enke nicht zur Verfügung: „Ich habe alles zur Wahl gesagt.“ Lediglich, dass er dann Urlaub mache und danach Privatier sei, der keine Auskunft mehr geben muss, fügte er auf LVZ-Nachfrage noch an.

Etwas kommunikativer zeigte sich da sein designierter Nachfolger. Bergner war mit Lebensgefährtin Andrea Gleichmann und Sohn Jonas in den Ratssaal gekommen. Dort beglückwünschten ihn viele Schkeuditzer CDU-Freunde zum Wahlerfolg. Auch Landrat Kai Emanuel (parteilos), der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt und der Landtagsabgeordnete Volker Tiefensee (beide CDU) feierten mit Bergner den Erfolg. Der zeigte sich überwältigt von dem klaren Wahlsieg: „Mir ist klar dass ich einen großen Rucksack an Vertrauensvorschuss bekommen habe. Aber ich freue mich auf die Arbeit und werde mich für die Stadt zerreißen. Ich danke allen, die mich im Wahlkampf unterstützt und mich heute gewählt haben.“ Von der geringen Wahlbeteiligung allerdings zeigte sich der 44-Jährige bestürzt, wie er sagte.

Die schwache Wahlbeteiligung zeichnete sich schon am Nachmittag ab. Um 15 Uhr hatten nach Auskunft des Gemeindewahlausschuss-Vorsitzenden Michael Winiecki circa 25 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Dabei waren in der Kernstadt rund um den Rathausplatz zahlreiche Menschen auf den Beinen, um das schöne Sonnenwetter zum Besuch des Eiscafés zu nutze und vereinzelt zuvor noch in den Rathauskolonnaden die Wahlkabinen aufzusuchen. „Wir wollten sowieso mit den Kindern Eis essen gehen und haben das gleich mit unserer Abstimmung verbunden“, sagte Kristin Heller. Wichtig sei ihr die Wahl, weil sie damit direkt vor Ort etwas bewirken könne. „Wir wohnen in der Nähe der Mühlstraße mit dem ganzen Lkw-Verkehr. Das Thema ist in den letzten Jahren stiefmütterlich behandelt worden, und da haben wir in der Wahlkabine eine Entscheidung getroffen“, erklärte die 33-jährige Sozialarbeiterin. Ehemann Oliver Heller ergänzten, dass sie grundsätzlich Wähler sind. „Wir machen von unseren demokratischen Möglichkeiten Gebrauch. Ich hoffe, dass noch möglichst viele zur Wahl gehen. Gerade heute geht es doch alle Schkeuditzer was an. “, sagte der 35-jährige Informatiker und sieht seinen Kindern Levi (6) und Nele (9) zu, wie sie sich ihre Eiskugeln schmecken lassen. Die Schlange am Eisschalter ist wieder etwas länger geworden, wer von den Kunden Wähler oder Nichtwähler ist, bleibt ein Wahlgeheimnis. Doch egal ob mit oder ohne Sonnenschein, mit oder ohne Eiskugel, am Ende hatte sich nur etwas mehr als ein Drittel der Schkeuditzer Stimmberechtigten an der Wahl beteiligt. Das hatte bei allen im Saal vertretenen Kommunalpolitikern und Gästen für Sorgenfalten gesorgt.

Von Olaf Barth und

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