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Schkeuditz CDU bei jungen Schkeuditzern vorn - U18-Wahl in der Elsterstadt
Region Schkeuditz CDU bei jungen Schkeuditzern vorn - U18-Wahl in der Elsterstadt
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15:51 19.05.2015
Streetworker Andreas Pohle mit seinen jüngsten U18-Wählern Marvin und Enrico. Beide sind erst zwölf Jahre alt, interessieren sich aber schon für Politik. Quelle: Julia Tonne

Gefolgt von SPD und den Piraten. Auch die Linke und die Grünen wären in den Bundestag eingezogen, während die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist.

Der Jugendclub Neue Welle in Schkeuditz war eines von drei Wahllokalen in der Stadt, in der Schüler an die Urnen gerufen wurden. Zu der bundesweiten Aktion hatte bereits zum dritten Mal die Steuerungsgruppe aufgerufen, zu der unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk, der Deutsche Bundesjugendring und die Landesjugendringe gehören. "Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei vielen Jungwählern einen Bekanntheitsbonus", begründet Streetworker Andreas Pohle das eindeutige Ergebnis. Zudem ginge es vielen Kindern und Jugendlichen richtig gut, sie würden an ihrer Situation kaum etwas ändern wollen.

Die jüngsten Wähler waren Enrico und Marvin. Die beiden Jungs sind erst zwölf Jahre alt, haben sich aber dennoch in der Schule und bei den Eltern über die Parteien informiert, auch wenn das oft nicht einfach war. "Das ist ziemlich schwer zu verstehen, was die Politiker wollen", sagt Enrico. Mit vielen Begriffen könne er nichts anfangen, zudem gehe es bei den Programmen viel zu wenig um die Bedürfnisse der Jugendlichen. So wünscht sich der Schüler beispielsweise Gesetze, die es ihm erlauben, abends länger unterwegs zu sein. Doch auch über Themen wie Gerichtsurteile hat sich der Zwölfjährige Gedanken gemacht. So würde er fordern, aus den 25 Gefängnisjahren beim Urteil "lebenslänglich" auch wirklich ein lebenslänglich zu machen.

Dass das Internet als Wahlthema eine herausragende Rolle spielte, zeigte sich daran, dass die Piraten mit 14,3 Prozent ganz locker in den Bundestag eingezogen wären, wäre die Wahl denn gültig. "Die Piraten machen sich beim Internet und bei der Privatsphäre im Netz Gedanken, das ist mir wichtig", erklärt die 16-jährige Jenny. Dass die noch recht junge Partei so viele Anhänger in Schkeuditz gefunden hat, erklärt sich Pohle damit, "dass viele das Unangepasste wählen". Die immer gleichen Floskeln im Wahlkampf würden kaum noch jemanden erreichen, schon gar nicht Kinder und Jugendliche.

Als Helfer stand an den Wahltagen auch Jugendclubleiterin Andrea Hilbig-Haufe den Wählern Rede und Antwort. Und Fragen gab es viele, zum Beispiel, was die Erst- und Zweitstimme bedeuten. "Der jugendgerechte Zugang zu Politik ist nicht einfach", sagt sie. Die Programme seien kompliziert geschrieben, so dass es den Jugendlichen schwer falle, das ganze Prozedere zu begreifen.

Genau das hat Dennis davon abgehalten zu wählen. "Der Wahlkampf ist doch immer gleich, jeder sagt, er sei besser als der andere", klagt er. Durch seine Stimme würde sich nach der Wahl ohnehin nichts verändern. Dabei ist Dennis schon interessiert an Politik, "aber ich denke, dass die meisten Politiker lügen, um an die Macht zu kommen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2013

Julia Tonne

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