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Chemie mit Gummibärchen und WM-Quiz am Tag der offenen Tür im Schkeuditzer Gymnasium

Chemie mit Gummibärchen und WM-Quiz am Tag der offenen Tür im Schkeuditzer Gymnasium

Eigentlich ist bei der Schulwahl in Schkeuditz alles klar, schließlich gibt es in der Stadt nur ein Gymnasium. Zumindest könnten das Eltern so sehen, deren Kinder eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhielten und die innerhalb der Stadtgrenzen bleiben möchten.

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Dirk Rauchfuß hat lange nicht mehr durchs Mikroskop geschaut und guckt noch vor seiner Tochter Jasmin durch den Vergrößerer. Die Neunjährige kommt mit ihrer Zwillingsschwester im kommenden Schuljahr aufs Schkeuditzer Gymnasium.

Quelle: Alexander Bley

Schkeuditz. Somit wäre denn auch der Tag der offenen Tür des Hauses an der Äußeren Leipziger Straße am Sonnabend überflüssig, eigentlich … „An diesem Tag geben wir Eltern mit ihren Kindern die Möglichkeit, sich das Haus gemeinsam anzuschauen. Das baut Berührungsängste ab“, erklärt Petra Wicha, die Fachleiterin für Gesellschaftswissenschaften. Schließlich biete die Grundschule, die die heranwachsenden Kinder nun verlassen, ein vertrautes, fast familiäres Umfeld. Das Gymnasium dagegen ist den Noch-Viertklässlern fremd. „Der Schulartwechsel ist für sie ein ganz großer Schritt. Sie lernen viele neue Fächer und Lehrer kennen“, sagt die Lehrerin für Geographie und Mathematik. Genau deswegen sind die Kinder, wie in den vergangenen Jahren, nicht in Gruppen eingeteilt worden, die mit Lehrern einzelne Etappen abarbeiteten. Vielmehr konnte der neugierige Nachwuchs selbst entscheiden, was er interessant und spannend findet und was nicht.Das Mikroskop hat Dirk Rauchfuß gefesselt. Akribisch drehte er am Rädchen, um das Präparat in die Schärfe zu bekommen. Jasmin, die neunjährige Tochter des Schkeuditzers, schaute ihm dabei zu und wartete auf ihre Chance. Im kommenden Schuljahr ist es für sie und ihre Zwillingsschwester Michelle soweit. „Eigentlich gibt es kein anderes Gymnasium, was in Frage kommt“, sagt Rauchfuß, „die Fahrtwege nach Leipzig sind nicht so ideal.“ Überflüssig ist der Besuch seiner Meinung nach nicht. „Wir schauen uns das Umfeld an, wie die Schule aufgebaut ist, was es für Betreuungsangebote am Nachmittag gibt“, begründete der Vater den familiären Schulbesuch. Gerade für Berufstätige sei das wichtig, denn schließlich will keiner, dass die Kinder am Nachmittag allein sind.Am Schkeuditzer Gymnasium, das zwei Profile – sprachlich und naturwissenschaftlich – anbietet, steht das Ganztagsangebot vor allem bei den Fünft- und Sechstklässlern hoch im Kurs. 20 Arbeitsgemeinschaften werden im gut 500 Schüler fassenden Haus angeboten. Dafür haben die Schulverantwortlichen Vereine und Honorarkräfte gewonnen, die nach der Hausaufgabenbetreuung montags bis donnerstags ihre Kurse anbieten. Von der siebenten bis zur neunten Stunde sind die Schüler beschäftigt.Am Sonnabend hatten die Kleinen Gelegenheit, spielerisch vorzufühlen, wie es am Gymnasium ist. Die Sinne konnten im Biologiekabinett getestet werden: Hören beim Geräuschmemory, Tasten an Präparaten und Modellen, Riechen an Duftsäckchen und Sehen im Mikroskop. Im Geographieraum haben sich die Besucher schon auf die anstehende Fußballweltmeisterschaft in Südafrika eingestimmt. Hier waren beim WM-Quiz Fußballwissen und örtliche Kenntnis gefragt.Während die Sprachklassen in kurzen Theaterstücken ihre Vorzüge vorstellten, lockten Christian Plischke und Ilona Schulze mit Gold und Gummibärchen die Kinder ins Chemiekabinett. Wahrhaftig mit dem Feuer haben die beiden Lehrer an ihrem Pult gespielt. Mal hat dieses Grün geleuchtet, mal sprang es meterhoch oder tauchte urplötzlich aus dem Reagenzgläschen auf. Highlight war das brummende Gummibärchen, dass sich zunehmend, unter Abgabe von einem Fiepen bis zum Platzen vergrößerte. Mit offenen Mündern bestaunten die Bald-Gymnasiasten dieses Spektakel. Schon bald werden sie gelernt haben, welche chemischen Reaktionen den Lehrern solche spektakulären Tricks ermöglichen.

Alexander Bley

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