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Constanze Dreßler ist neue Vikarin in der Gemeinde Dölzig-Rückmarsdorf

Constanze Dreßler ist neue Vikarin in der Gemeinde Dölzig-Rückmarsdorf

Es war das Jahr des Umbruchs in Leipzig, als hier Anfang Juli 1989 der Kirchentag unter den beobachtenden Blicken der Staatssicherheit stattfand. Für die damals elfjährige Constanze Dreßler war dieser Kirchentag wegweisend.

Dölzig. Hier erfuhr sie in einem Vortrag vom Wirken Albert Schweitzers, ihrem bis heute gültigen Vorbild. Bis August 2012 ist Dreßler jetzt Vikarin der Gemeinde Dölzig-Rückmarsdorf.

„Eigentlich wollte ich Medizin studieren“, gesteht Dreßler. Doch die damals notwendigen Wartesemester wollte die heute 33-Jährige nicht abwarten und entschied sich, Theologie zu studieren. Nach Ablauf der Wartesemester dann zu Medizin zu wechseln, kam für sie nicht in Frage. „Das liegt schon in meinem Vornamen begründet. Wenn ich etwas anfange, dann führe ich das meist auch zu Ende“, sagt sie schmunzelnd und meint noch, ihr großes Vorbild, Albert Schweitzer, wäre ja auch Theologe gewesen.

Nach dem Diplom ihres Theologiestudiums in Leipzig, Halle und Amsterdam schloss sie ein zweites, während des Erststudiums begonnenes Magisterstudium als Niederlandistin, Evangelische Theologin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache ab. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neutestamentliche Wissenschaft an der Universität Leipzig befasste sich die Leipzigerin mit der Evangelienüberlieferung und dem 2006 erstmals edierten Judasevangelium.

„Zunächst geht es darum, den Arbeitsablauf kennenzulernen, sich den Gemeindegliedern vorzustellen und einen Überblick zu erhalten“, erläutert Pfarrerin Ines Schmidt. Seit 1987 sei Dreßler jetzt die 18. Vikarin, die von der Pfarrerin angeleitet wird. „Die Vikare und Vikarinnen sind vergleichbar mit den Referendaren bei Lehrern“, klärt Schmidt auf. Nach einem halben Jahr Katechetikum in Taucha, in dem die Arbeit mit Kindern im Vordergrund stand, ist Dreßler seit März in der Gemeinde Dölzig-Rückmarsdorf eingteilt. Diese Einteilung nehme das Landeskirchenamt vor. Dieses nimmt dann auch das zweite theologische Examen nach der Vikarszeit ab. „Eine Pfarrstelle ist nach bestandener Prüfung nicht unbedingt sicher“, sagt Schmidt. Im vergangenen Jahr konnten zwei Vikare nicht übernommen werden. „Die müssen es dann in diesem Jahr noch mal versuchen“, sagt sie. Die dann erfolgte Anstellung sei zunächst auf drei Jahre zur Probe.

Zwei Gottesdienste hat Dreßler bereits abgehalten. „Den organisatorischen und Verwaltungsaufwand habe ich unterschätzt“, gesteht sie. Denn Kindereinrichtungen, Gebäude oder Friedhöfe zu verwalten, gehöre auch zum Pfarrdienst. „Wer hier unorganisiert ist, hat schon verloren“, sagt Schmidt. Allmählich werde sich Schmidt im Laufe der Vikarzeit Dreßlers zurückziehen und letztlich lediglich noch Hinweise geben. Mit der jüngst angetretenen Stelle als Flughafen-Seelsorgerin komme eine Unterstützung nicht ungelegen.

„Ehrenamtlich engagiere ich mich bei den Johannitern“, sagt Dreßler zu ihrer Freizeit befragt. Einen Abschluss als Rettungssanitäterin habe sie bei der Unfallhilfe gemacht und arbeite ab und an im Krankenhaus in der Notfallaufnahme. „Da ist wieder Albert Schweitzer“, sagt sie schmunzelnd. Und auch das Klavier- oder Orgelspiel als D-Kantorin, welches aber viel zu kurz komme, verweist auf ihr großes Vorbild aus ihrer Kindheit.

Roland Heinrich

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