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Schkeuditz Czupalla stößt in Schkeuditz auf Verständnis
Region Schkeuditz Czupalla stößt in Schkeuditz auf Verständnis
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14:20 19.05.2015

In der Stadtratssitzung am Dienstagabend erläuterte Landrat Michael Czupalla (CDU) noch einmal, worum es geht. Pläne für ein ursprünglich auch in Schkeuditz ins Auge gefasstes Grundstück seien vom Tisch.

Begleitet von Ordnungsamtsleiterin Antje Vogel sowie von Holger Trauzettel, der in Torgau das Bauordnungs- und Planungsamt leitet, trat Czupalla vor die Schkeuditzer Stadträte. Etwas später stieß auch Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz dazu. "Die Betreuung von Flüchtlingen und Asylanten ist eine dem Landkreis zugewiesene Pflichtaufgabe. Wir brauchen in Nordsachsen zusätzlich zu Spröda, wo bereits 235 männliche Einzelpersonen untergebracht sind und sehr gut betreut werden, drei weitere Gemeinschaftsunterkünfte", erklärte Czupalla. Jeweils maximal bis zu 60 alleinstehende Männer sollen dort einziehen. Für das leerstehende Hotel im Dölziger Gewerbegebiet erwarte er nun das Angebot eines Betreibers. Das Gebäude war von den Eigentümern dem Landkreis für diesen Zweck angeboten worden. Auf die mit den Ortschaftsräten in Vorgesprächen aufgetretenen Fragen und Hinweise, dass der Standort ungeeignet sei, reagierte der Landkreis unter anderem mit in der Ausschreibung formulierten Mindestanforderungen an soziale Standards und Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Hinzu kamen organisatorischen Maßnahmen und die generelle Schaffung eines Netzes von Partnern, die bei Betreuung und Integration der Flüchtlinge und Asylsuchenden helfen. So werde das Hotel an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Als Einkaufsmöglichkeit zieht Czupalla das in Sachsen-Anhalt liegende Nova Eventis in Betracht: "Ländergrenzen spielen hier keine Rolle."

Von heute an würden nun in den nächsten vier bis sechs Wochen die Betreiber-Angebote ausgewertet, dann werde ein Vorschlag für die Zuschlagserteilung erarbeitet. "Das alles wird gesetzeskonform abgearbeitet. Unser Ziel ist, Mitte des zweiten Halbjahres die Einrichtungen zu beziehen. Zuvor gibt es einen Tag der offenen Tür, an dem sich die Bevölkerung selbst ein Bild machen kann", erklärte Czupalla.

Ein zweiter ins Auge gefasste Standort in Schkeuditz, ein dem Flughafen gehörendes Grundstück an der Ecke Leipziger/Altscherbitzer Straße, sei nicht realisierbar. "Es bleibt bei dem einen Standort, ganz klar", bekräftigte Czupalla auf Anfrage von SPD-Stadtrat Dieter Schöne. Dieser hatte sich zuvor den Ausführungen seines CDU-Kollegen Manfred Putzke angeschlossen. Der hatte in einer Stellungnahme für die offenen und ehrlichen Ausführungen gedankt. Stadt- und Ortschaftsrat seien schon über Monate informiert worden. Putzke weiter: "Die vielen Kriegsbetroffenen, die in Europa Schutz suchen, haben ein Recht auf offene Aufnahme und menschenwürdige Behandlung. Man darf das Fremde nicht von Haus aus als kriminell erklären. Unsere Unterstützung ist eine Selbstverständlichkeit."

Der Dölziger Ortsvorsteher und Stadtrat Lothar Böttcher (Freie Wählervereinigung Dölzig) habe an dem Abend keine Grundsatzdebatte führen wollen, sagte er gestern. Aber ihm sei wichtig klarzustellen, dass der Dölziger Ortschaftsrat den Standort für ungeeignet hält und ihn klar ablehnt. "Wir haben seit Jahren gute Erfahrungen mit Ausländer-Familien, die sind hier integriert. Wir sind nicht fremdenfeindlich, haben dazu eine grundsätzlich positive Haltung. Doch der jetzt gewählte Standort im Gewerbeumfeld, ohne Bewegungsmöglichkeiten für die bis zu 60 jungen Ausländer, bringt Probleme für die Sicherheit und die Anrainer mit sich und überfordert unseren Ort mit seinen 1900 Einwohnern", so Böttcher. Er hoffe, dass diese Bedenken bei der Auswertung der Angebote eine Rolle spielen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2014
Olaf Barth

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