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Schkeuditz „Da fahre ich lieber mit ’nem Spießer“
Region Schkeuditz „Da fahre ich lieber mit ’nem Spießer“
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06:00 14.05.2010
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Schkeuditz

Ziel ist es, junge Leute vom Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss abzubringen. Besonders die Schock-Videos beeindruckten die jungen Leute. Oft trifft es Unschuldige bei Unfällen. Ein Fußballer feiert nach dem Spiel, setzt sich dann ans Steuer, kommt ins Schleudern, das sich überschlagende Auto durchbricht einen Zaun, tötet ein dahinter spielendes Kind. Nächstes Video: Jugendliche in der Kneipe, ein junger Mann wirft zu den Bierchen eine Pille ein, seine Tischnachbarin verzichtet bewusst auf Alkohol und Drogen, hat es Mutti versprochen, muss ja noch Auto fahren. Doch der vollgedröhnte junge Mann gabelt das Mädchen mit seinem Auto auf dem Parkplatz frontal auf. Minutenlanger Abschieds-Monolog der in einer Blutlache Sterbenden. Nach diesen und anderen nicht weniger eindringlichen Spots zu weiteren Themen wie Raserei, Helm- oder Gurtpflicht ist es mucksmäuschenstill in dem Schulungsraum. Die kurz vorher noch herum albernden Jugendlichen müssen das Gesehene erst einmal verdauen. Polizeihauptkommissar Gerd Hölzer von der Abteilung Verkehrsprävention gibt Zeit dazu, die Filme sprechen für sich. Er hatte sie als „brutale Art der Prävention“ angekündigt. So sollen drastisch die möglichen Folgen falschen Handelns sichtbar gemacht werden. „Entweder ich trinke, oder ich fahre. Beides geht nicht“, warnt Hölzer. Er und BSZ-Leiter Dietrich Lehne haben den Tag lange gemeinsam vorbereitet, vier Stationen im und vor dem Gebäude organisiert. Mit speziellen Brillen wird ein Rauschzustand simuliert, in dem die Schüler Aufgaben lösen müssen und merken, wie sehr sie in ihrer Koordinations- und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sind. Andernorts wird über die rechtlichen Folgen von Unfällen aufgeklärt. Und an der vierten Station können die jungen Erwachsenen an Motorrad- und Auto-Fahrsimulatoren ebenfalls selbst testen, wie gefährlich es ist, unter Alkoholeinfluss motorisiert unterwegs zu sein. Rund 100 Berufsschüler durchlaufen die Stationen an diesem Tag. Am Ende ist niemand mehr zu finden, der Raserei oder Alkohol am Steuer auf die leichte Schulter nehmen würde. „Die Videos waren bewegend. Manche gezeigte Situation habe ich ähnlich schon erlebt. Aber ich fahre bei niemandem mit, der getrunken oder was geschluckt hat. Da rufe ich lieber fünmal meine Mutti an, sie soll mich von der Disko abholen“, sagte die 17-jährige Jenny Peters. Und Lisa-Maria Jahn (18) ergänzt: „Bei manchen müssten die Videos wahrscheinlich noch schockierender sein. Ich selbst trinke gar nicht, habe aber Freunde, die das tun oder was anderes nehmen. Ich finde das Macho-Gehabe unter aller Sau. Da fahre ich lieber bei ’nem Spießer mit.“ Auch Tobias Rohde war vor allem von den Videos beeindruckt. „So was sollte öfter im Fernsehen laufen. Ich bin jedenfalls von der Raserei weg. Hatte deshalb schon mal den Führerschein abgeben müssen“, gestand der 21-Jährige. Und fahren unter Alkohol kommt auch nicht infrage: „Da wird sich abgesprochen, wer am Wochenende nach der Disko mit Fahren dran ist, und daran wird sich gehalten.“

Olaf Barth

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