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"Da geht doch noch was!" - Henrik Mroska will Rittergutskirche an Stiftung übergeben

"Da geht doch noch was!" - Henrik Mroska will Rittergutskirche an Stiftung übergeben

Der Eindruck, dass die Rittergutskirche in Kleinliebenau einem Privatmann gehört, kann bei einem Außenstehenden nicht entstehen. Regelmäßig pilgern Gäste aus dem Umland zu jenem Gotteshaus, in welchem Kulturveranstaltungen ­locken oder tatsächliche Pilger auf dem an der Kirche vorbeiführenden Santiago-de-Compostela-Pilgerweg ein Quartier finden.

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Alphörner haben etwas mit der Schweiz zu tun. Die großzügige Spenderin Gisela Noser-Sperling hat Jahre in dem Land gelebt.

Quelle: Michael Strohmeyer

Kleinliebenau. Jetzt will der Eigentümer der Kirche, Henrik Mroska, seinen Besitz an eine noch zu gründende Stiftung geben.

"Nein, ich will mich nicht aus Kleinliebenau zurückziehen. Ich bin ja dieses Jahr erst erneut wieder zum Vereinsvorsitzenden gewählt worden", sagte Mroska und widerlegte Vermutungen zu einem möglichen Ausstieg. Kurz bevor er 2005 Besitzer der Kleinliebenauer Kirche wurde, hatte sich der Kultur- und Pilgerverein gegründet, welchem er seitdem vorsteht. "Ich wäre auch nicht böse gewesen, wenn den Vorsitz dieses Mal ein anderer übernommen hätte", gibt der 43-Jährige allerdings zu.

Bis Ende dieses Jahres nun soll der Kleinliebenauer Verein in einer Stiftung aufgehen. Hintergrund ist, dass Mroska nicht mehr als Eigentümer geführt werden will. "Ich möchte, dass die Kleinliebenauer die Kirche als ihr Gebäude ansehen", sagte er schon vor den Ortschaftsräten und kündigte da die Stiftungsgründung an.

Der Hintergrund ist simpel: "Ich würde dem Verein die Kirche auch einfach schenken. Damals, als ich sie erwarb und das Gebäude quasi eine Ruine war, wäre das sicher auch nicht weiter problematisch gewesen. Jetzt ist die Kirche fertig saniert", erklärte Mroska und deutet damit an, dass wohl eine nicht unerhebliche Schenkungssteuer fällig wäre. Die zu bezahlen, kann und will Mroska nicht leisten. Und tatsächlich ist das, was jetzt in Kleinliebenau zu sehen ist, im Wert wohl im siebenstelligen Bereich anzusiedeln. Für eine Million müssten rund 300 000 Euro Schenkungssteuer gezahlt werden.

"Die Sanierung war nur mit einer Vielzahl von Unterstützern möglich. Als eine der großzügigsten Privat-Spenderinnen ist Frau Noser besonders zu danken", hob Mroska die Zuwendungen der einst in der Schweiz lebenden und heute in Rückmarsdorf wohnenden Giesela Noser-Sperling hervor. Bereits 2010 hatte der Verein aus Dankbarkeit eine Ehrentafel für sie herstellen und an ihrem Sitzplatz in der Kirche anbringen lassen. Anerkennung für das anfänglich misstrauisch beäugte Projekt erhielt Mroska unlängst vom Ortsvorsteher Lothar Böttcher. "Manches öffentliche Projekt wird nicht in der Zeitspanne umgesetzt, die für die Sanierung der Kirche notwendig war", sagte Böttcher und lies offen, welches öffentliche Projekt er meinte.

Tatsächlich aber würde Mroska nun in Kleinliebenau gern etwas im Hintergrund agieren. "Ich habe gerade ein eigenes, privates Projekt zu erledigen", sagte er. Der Religionspädagoge, der in Leipzig auch "Reli"-Unterricht gibt, bestreitet gerade eine Ausbildung zum Supervisor oder Coach. Ziel sei es, psychologische Beratungen im Arbeitsumfeld geben zu können, erklärte er. "So etwas hätte ich bei der Sanierung der Kirche das ein oder andere Mal auch gebrauchen können", sagte er und lachte.

"Wie das mit der Stiftung konkret aussehen wird, darüber müssen wir uns noch informieren beziehungsweise informieren lassen", meinte Mroska. Beim Stifter-Tag, zu dem auch Vereinsmitglieder gereist waren, habe es interessante Varianten dazu gegeben. Im Oktober oder November aber soll die Stiftungsgründung über die Bühne gehen.

"Auch wenn ich Anfangs überlegt hatte, in einem Anbau an der Kirche zu wohnen, habe ich doch sehr schnell festgestellt, dass sich Eigen- und Gemeinnutz nicht vertragen", sagte der 43-Jährige zur Eigentumsübertragung befragt. Auf sein Alter angesprochen reagierte er: "Da geht doch noch was!" und meinte neue Projekte ohne Konkretes im Blick zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2013

Roland Heinrich

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