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Schkeuditz Das Herz von Kursdorf schlägt weiter
Region Schkeuditz Das Herz von Kursdorf schlägt weiter
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06:00 02.03.2010
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. Und dennoch, am Sonntag hat das Herz des Dörfchens hörbar geschlagen.

An der kleinen Kirche sammelten sich am Nachmittag Ehemalige und einige der gut 30 verbliebenen Einwohner zur 700-Jahrfeier des Gotteshauses. Organisiert hatten das Margrit Weber und Brita Haferkorn, um die dörfliche Gemeinschaft am Leben zu erhalten. Gut 60 Gäste waren der Einladung gefolgt. Sogleich wurden sie erinnert, warum sie den Ort vor einigen Jahren verlassen hatten: Der Start eines Flugzeugs übertönte die Worte von Klaus Matzke. Ewig waberte die Luftverschiebung in den leicht klirrenden Fenstern des Gotteshauses nach. Dabei hatte Matzke Interessantes zu berichten. Etwa, dass es gar nicht so leicht war, herauszufinden, wann genau Kursdorf entstand. Verbrieft sei 1310, weil da die Kirche scheinbar gebaut wurde. Der Heimatgeschichtsexperte aus Schkeuditz skizzierte die Historie des Ortes und stellte dabei fest, dass die Bewohner schon immer zur Sparsamkeit neigten. „Von einem Stellmacher die Turmuhr reparieren zu lassen, ist billiger als vom Uhrmacher“, sagte Matzke, „auch bei der Orgel, eine gebrauchte, ist das eben günstiger zu haben.“ Im Wechsel mit Wortbeiträgen – neben Matzke sprach auch Pfarrer Axel Meißner – spielten Christine und Klaus-Peter Lehmann auf ihren Leierkästen.

„Ich wünsche mir das Gotteshaus als Kulturkirche zu erhalten, ähnlich wie in Kleinliebenau“, sagte Mitorganisatorin Haferkorn, der es vor allem auf das Wiedersehen der Bewohner ankam. Adelheid Gula hatte sich auf die Kursdorfer gefreut. 40 Jahre hatte sie im Dorf gewohnt, bevor sie 2005 nach Wehlitz ging. Gunter Beyer betreibt noch immer seine Kfz-Werkstatt im Ort, auch vom Garten will er sich nicht trennen. Geboren in Kursdorf ist Jochen Pathier. „Die Gottesdienste sollen weiter gehalten werden, damit die Kirche nicht nur ein Kulturdenkmal ist“, plädierte er.

Ganz leicht fiel es vielen Bewohnern nicht, das derzeitige Kursdorf wahrzunehmen. „Ich hatte am Anfang große Probleme hinzufahren. Unser Haus wurde abgerissen“, gestand Haferkorn. Dabei hätten die Bewohner gar nicht wegziehen müssen. Zumindest hatte das der Verantwortliche des Flughafens Leipzig/Halle gesagt, erinnert sie sich. 21 Jahre lebte sie in dem von Start- und Landebahnen eingekreisten Dorf. 2004 hatte auch sie es wie viele andere nicht mehr ausgehalten und zog fort. Die Treffen sollen nun regelmäßig stattfinden. „Vielleicht alle sechs Wochen“, schlägt die Leipzigerin vor. Himmelfahrt als Termin steht schon.

Alexander Bley

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