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Das etwas andere Weihnachtsoratorium begeistert Kinder und Eltern

Das etwas andere Weihnachtsoratorium begeistert Kinder und Eltern

Dieses Werk wurde in Schkeuditz schon lange nicht mehr oder überhaupt noch nicht aufgeführt: das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Auch am Sonntag gab es das berühmte Stück für Chor, Solisten und Orchester nicht in seiner klassischen Form, sondern in einer abgespeckten, aber wunderbaren Variante für Familien mit Kindern.

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55 Sängerinnen und Sänger sowie Musiker der Staatskapelle Halle führen in Schkeuditz eine kindgerechte Version von Bachs Weihnachtsoratorium auf. Dem Publikum zugewandt, ermuntert Moderator und Dirigent Bernhard Prokein zum Mitsingen.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Die Musiker der Staatskapelle Halle, Solisten sowie der Singekreis Schkeuditz mit Unterstützung von Mitgliedern der Robert-Franz-Singakademie beschränkten sich im Kulturhaus Sonne auf die Kantate Nr. 1 "Jauchzet frohlocket". Doch nicht, weil die Musiker beizeiten fertig sein wollten, sondern weil der musikalische Leiter und Moderator Bernhard Prokein die Zeit auch dafür nutzte, im Dialog mit Kindern und Erwachsenen zunächst die Instrumente und deren Bedeutung für dieses Stück vorzustellen. So erklang die Trompete wahrhaft königlich, weil sie meist erschallt, wenn der König kommt. Die Kinder gingen bei den Erzählungen begeistert mit.

Prokein verstand es, im vollen Saal mit einem dreijährigen Kind genauso einfühlsam wie mit einem 80-Jährigen freundlich niveauvoll zu parlieren. Und immer mit einer Brise Humor, immer mit dem Blick aufs Werk, das noch erklingen sollte. Und wenn da jemand noch mal die Trompete hören wollte, wie der vierjährige Justus aus Schkeuditz, dann brachte das den Moderator vor dem amüsierten Publikum auch nicht aus dem Konzept. Vielmehr erfuhr er noch, dass Schwester Emelie (7) besonders die Geige mag. Genau das war im Vorfeld auch als eine der Absichten dieser Aufführung vom veranstaltenden Verein Villa Musenkuss benannt worden: Begeisterung für diese Musik und für Instrumente wecken. Nach Ansicht der Eltern dieser beiden Kinder ist das Konzept voll aufgegangen: "Einfach wunderbar, die ganze Familie hat was davon und es geht hier nicht so steif zu", schwärmten Tanja und René Nebler. Und so wie ihnen, erging es vielen Eltern. Schließlich brachte Prokein das Publikum auch zum Mitsingen und brachte den Gästen das Stück und dessen Inhalt noch näher.

Auch nach dem dann künstlerisch-professionell dargebotenen Konzert, in dem die rund 50 Sängerinnen und Sänger es stimmgewaltig jauchzen und frohlocken ließen, riss der Kontakt zwischen Musikern und Publikum nicht abrupt ab. Viele Familien wollten sich die gerade vorgestellten und eindrucksvoll in Aktion erlebten Instrumente noch einmal aus der Nähe anschauen. Die Profis aus Halle hatten keinerlei Berührungsängste und präsentierten sich als freundliches Orchester zum Anfassen, sie blieben als Ansprechpartner noch eine Weile im Saal.

Weit über 150 Besucher waren in die ausverkaufte "Sonne" gekommen, freute sich auch gestern noch Vereinschef Ulrich Zickenrodt. "So sehr es dem Publikum gefallen hat, so sehr war es auch für uns eine wundervolle Sache. Unsere Sänger zeigten sich stolz und glücklich. Es ist für einen Laienchor nicht alltäglich, dieses schwierige Stück zu singen und gemeinsam mit einem Orchester zu musizieren."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.12.2014
Michael Strohmeyer und Olaf Bar

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