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Denkmalschutz will Eigentümer kontaktieren

Denkmalschutz will Eigentümer kontaktieren

Das unter Denkmalschutz stehende Freirodaer Taubenhaus ist in einem jämmerlichen Zustand. Zumindest in einem solchen, dass Pfarrer Matthias Taatz sich unlängst von seinen Plänen verabschiedete (LVZ berichtete), die die Rettung des Hauses bedeuten sollten.

Freiroda. „Das Ansinnen von Herrn Pfarrer Taatz, das Taubenhaus nach Lissa umzusetzen, fanden wir gut, da das Gebäude an seinem jetzigen Standort wohl keine Zukunft hat und das Taubenhaus gut in das Gesamtkonzept des ,Generationenhauses Alte Pfarre’ in Lissa gepasst hätte“, sagte Rayk Bergner, Pressesprecher des Landratsamtes Nordsachsen im Auftrag der Denkmalbehörde. Auch Rainer Knecht, Eigentümer des Grundstückes, auf dem das Taubenhaus steht, hatte und hat nichts dagegen: „Wenn jemand das Taubenhaus abbauen und umsetzen will, hätten wir in keinster Weise was dagegen“, sagt er. Der 66-Jährige Chef der Firma Knecht Betonwerk Metzingen ist frustriert, wenn Freiroda zur Sprache kommt. „Wir wollten dort ja vor rund zehn Jahren bauen, aber man wollte nicht, der Antrag wurde abgelehnt. Jetzt wäre man vielleicht froh, das Taubenhaus stünde inmitten von zehn Wohnhäusern“, bemerkt er. „Nun haben wir uns aber von dort komplett zurückgezogen und stecken dort keinen einzigen Cent mehr rein“, sagt der Schwabe. Mehr noch: „Wenn jemand kaufen will, kann er es tun.“ Das besagte Taubenhaus sei in der Liste der Kulturdenkmale des Freistaates Sachsen registriert und von baugeschichtlicher Bedeutung, erwähnt Bergner. Es handle sich um ein zweigeschossiges Gebäude mit quadratischem Grundriss und Mansarddach. Im Erdgeschoss sei ein Stall, im Obergeschoss eine Gesindestube und im Dachgeschoss das eigentliche Taubenhaus angeordnet. „Das Gebäude ist im Gebiet des Altkreises Delitzsch in seiner Bauform einzigartig“, sagt Bergner. Als Bauzeit wird für die Geschosse etwa 1800 vermutet, heißt es von der Denkmalbehörde. „Uns ist bekannt, dass die Finanzierung der Gesamtmaßnahme letztlich nicht darstellbar war. Der Grund lag sicherlich darin, dass bei den Zuwendungen aus dem Landesprogramm zur Pflege und Erhaltung von Kulturdenkmalen immer nur der denkmalbedingte Mehraufwand anteilig bezuschusst wird. Wie hoch der Eigenmittelanteil ganz konkret gewesen wäre können wir nicht sagen, weil die Förderung von Kulturdenkmalen damals in den Händen des ehemaligen Regierungspräsidiums Leipzig lag. Dort sind auch die Akten zum Förderverfahren“, erklärt Bergner. „Wenn das Projekt der Umsetzung endgültig gescheitert ist, müssen wir noch einmal Kontakt mit dem Eigentümer aufnehmen“, erwähnt die Denkmalbehörde. Doch hier wird sie vermutlich auf Granit stoßen: „Der Denkmalschutz kann sich gern bei uns melden. Gesprächsbereit sind wir immer. Aber wir machen dort nichts, nur wenn wir wirklich etwas mit aller Gewalt tun müssen“. betont Knecht. Von der Behörde heißt es, dass Denkmale prinzipiell im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten sind. Was jetzt für den Eigentümer Knecht zumutbar ist, wird die für eine Rettung erforderlichen Mittel wohl bei weitem überschreiten.

Roland Heinrich

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