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Deponie in Dölzig soll wieder geöffnet werden

Deponie in Dölzig soll wieder geöffnet werden

Die seit Jahren brach liegende Deponie Dölzig, die inzwischen nur noch als bewachsener Hügel wahrnehmbar ist, soll nach Planungen des Grundstückseigentümers wieder geöffnet werden.

Schkeuditz. Allerdings wird diese Öffnung als Sanierung bezeichnet. Diese Bezeichnung rief bei den Stadträten, die zu den Planungen Stellung beziehen sollten, Stirnfalten hervor. Es waren Falten des Fragens. "Von der Deponie geht keine Gefahr für die Umwelt aus", hatte Ordnungsamtsleiter Michael Winiecki nämlich zuvor erklärt. Diverse Gutachten hätten das ergeben. Es bestehe demzufolge kein Sanierungsbedarf. Auch sei der Eigentümer zu keinen Sanierungsmaßnahmen verpflichtet. "Die Verbesserungen, die nach der Sanierung auftreten sollen, kann man leicht übersehen", erwähnte Winiecki und meinte damit deren Geringfügigkeit.

"An der Stelle der Deponie ist bis 1964 Kies abgebaut worden", teilte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) zur Historie mit. Danach habe eine wilde, also illegale Müllablagerung im entstandenen Loch stattgefunden. Die systematische Verfüllung hat dann 1973 mit Hausmüll und Asche begonnen, informierte Dornbusch. Noch vor der politischen Wende sei die Deponie dann im Mai 1989 geschlossen worden.

Nach einem letzten Untersuchungsbericht, der vom Juni letzten Jahres stammt, werden bei gleichbleibender Standortnutzung durch die Altablagerungen vom Gutachter keine Gefahren für Mensch, Boden, Grundwasser oder Luft gesehen. "Die bereits eingetretene Grundwasserbelastung mit Schadstoffen geringer Gefährlichkeit wird als kleinräumig, stationär und schrumpfend bewertet", heißt es im Beschlusspapier.

Was nun vom Eigentümer geplant ist, wird von den Stadträten keineswegs als gering eingeschätzt. Der zum Teil starke Baum- und Strauchbewuchs auf der rund 125 000 Quadratmeter großen Fläche soll komplett gefällt oder gerodet werden. Allerdings befindet sich das Gebiet innerhalb des Landschafts- und Vogelschutzgebietes Auwald und ein Teil im südlichen Bereich ist im Flächennutzungsplan als Waldstreifen ausgewiesen. Eine Erfassung der vorhandenen Flora und Fauna und eine entsprechende naturschutzfachliche Bewertung hat aber bisher nicht stattgefunden, heißt es im Beschluss.

Frappierender und sicher auch mit einigen Lärmbelästigungen verbunden dürfte das sein, was dann nach der Rodung passieren soll: Über einen Zeitraum von fünf Jahren würden die B 186 und die Auenstraße, welche eher als Feldweg zu bezeichnen ist, für den Schwerlastverkehr zur Deponie genutzt, um dahin hauptsächlich Klärschlamm zu bringen. Jener Klärschlamm nämlich soll in einer Höhe von 0,5 bis zu zwei Metern auf die Deponie aufgetragen werden. Auch Boden- und Bauschuttmaterialien sollen hinzukommen. Auf dem Gelände sollen Raupen für die Verteilung des Materials sorgen. Äußerlich betrachtet käme das einer Wiedereröffnung gleich. Nach den fünf Jahren ist dann eine Rekultivierung der Fläche geplant. Da der jetzt schon zu sehende Hügel dadurch noch höher anwachsen würde, sind auch Maßnahmen zur Absicherung der Böschungen geplant. Dafür werde zusätzliches Gelände um die bisherige Ausdehnung benötigt, um aus mineralischem Material eine Profilierungsschicht aufschütten zu können.

"Dass eine Firma ohne Zwang Geld in die Hand nimmt, um aus Freundlichkeit für uns die Deponie zu sanieren, kann ich mir nicht vorstellen", sagte SPD-Stadtrat Jens Kabisch. "Ich denke, hier soll eine Firma und nicht eine Deponie saniert werden", ergänzte er. Einstimmig "Ja" gesagt haben dann die Schkeuditzer Stadträte zu einer Ablehnung des Vorhabens.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015
Roland Heinrich

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