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Die Messerschmidt ist wie eine Harley?

Die Messerschmidt ist wie eine Harley?

Dass Schkeuditz als Flughafenstadt gilt, ist bekannt. Die Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte (GBSL) verfolgt das Ziel, die Erinnerungen an die Ereignisse in der deutschen Luftfahrt-Historie zu bewahren und mit entsprechenden Dokumentationen nachvollziehbar zu halten.

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Hans-Dieter Tack moderiert in Schkeuditz das Treffen der Luftfahrtfreunde.

Quelle: Peggy Hamfler

Schkeuditz. Das betrifft das große Ganze ebenso wie zahlreiche Details gerade auch in der Technikentwicklung. Als sich die Luftfahrtfreunde unlängst zu einem Informationstreffen in Schkeuditz zusammenfanden, stand ein Flugzeugmodell aus dem Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt, die "Messerschmidt Bf109".

Bei solchen Treffen kommen oft auch Zeitzeugen zu Wort. Dieses Mal zum Beispiel Manfred Leisebein. Der 98-jährige ehemalige Luftwaffen-Offizier war während des Zweiten Weltkrieges Pilot. Er erzählte den historisch interessierte Luftfahrtfreunden von seinen Erfahrungen mit diesem Flugzeugmodell, das er bei seinen Einsätzen an der Ostfront 1944 steuerte: "Wir haben Stürzflüge beherrscht und nicht nur gelernt, wie man Jagdflieger abschießt, sondern auch, wie man gegen amerikanische Bomber anfliegt." Er hat die Hälfte seiner Kameraden im Krieg, verloren, sagte der Senior. Die Ausführungen blieben bei den Historikern nicht ohne kritische Worte. Denn Informationen über die möglichen technischen Leistungen des Fluggeräts sind die eine, unreflektierte Lobpreisungen von Kriegstaten die andere Seite. Hans-Dieter Tack, stellvertretender Vorsitzender der GBSL und eine in dieser Historiker-Szene anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der deutschen Flughistorie, kritisierte: "Wir sind hier, um zu mahnen, dass damals junge Menschen dafür eingesetzt wurden, andere umzubringen. Das damalige Fliegermodell hätte auch besser zivil für Freizeitflüge genutzt werden können."

KFZ-Schlosser Werner Kölzsch wusste weniger tragische, sondern eher amüsante Erlebnisse zu berichten. Der Hobby-Flugzeugbauer baute das Modell Messerschmidt aus Original-Einzelteilen nach: "Den Propeller fand ich in einem Entenstall und viele antike Schrauben kamen von Bauern. Die Schrottkiste ist immer nicht weit von der Werkband weg. Aber eine Messerschmidt ist schon so etwas wie eine Harley, da lohnt sich die Investition", erzählte Kölzsch und lacht. Dabei war die Konstruktion alles andere als leicht: "Am schwersten ist es, das Spezialmetall zu biegen. Vor der Wende gab es die 'Messerschmidt' auch nicht als Bauzeichnung. Später sammelte ich Fotografien von diesem Flugzeug und plante den Bau." Heute bietet Kölzsch Reparaturen antiker Flugmaschinen an. Besucher und Freizeit-Segelflieger Heinz-Walter Schaaf gefiel die Veranstaltung: "Die Vorträge sind sehr interessant, ich kenne die Messerschmidt aber nur als Modell. Ich bin hier wegen meinem Hobby, denn es ist wundervoll, in der Freizeit zu fliegen, ich fliege eine gelbe Grunau Baby, nenne sie immer mein 'Baby'."

Flugzeughistoriker Tack kündigte an: "Wir werden zum 100-jährigen Jubiläum des Flughafens Leipzig-Mockau die Stadt Leipzig ibitten, die beiden Gebäude des Flughafens Leipzig-Mockau nicht verfallen zu lassen."

Peggy Hamfler

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2013

Peggy Hamfler

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