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Schkeuditz Die Viola da Gamba verzaubert Jung und Alt
Region Schkeuditz Die Viola da Gamba verzaubert Jung und Alt
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17:53 25.10.2010
Hans-Peter, Doris und Andreas Linde (von links)entführen das Publikum in der Art Kapella mit ihrer Kammermusik ins 17. Jahrhundert. Quelle: Karoline Maria Keybe
Schkeuditz

Unter der Überschrift „Die Gambenfamilie spielt auf“ entführten die drei Leipziger Berufsmusiker ihr Publikum zurück in die Kammermusikzeit des 17. Jahrhunderts – eine Epoche, in der dieses spätmittelalterliche Saiteninstrument ihre Blütezeit erlebte. Aber auch melodische Rhythmen aus dem 18. Jahrhundert von Marin Marais und Joseph Haydn waren im gut gefüllten Kultur-Kleinod auf dem Alten Friedhof zu hören.

Zum Auftakt des Nachmittags spielten die Drei eine Sonata für drei Gamben von dem Engländer Benjamin Hely aus dem 17. Jahrhundert. Anschließend sprach Senior Hans-Peter Linde über das alte Instrument mit den sechs bis sieben Saiten, dem kontrabass-ähnlichen Corpus, der Schnecke und den mit Bünden versehenem Griffbrett. Anders als bei den herkömmlichen Geigen werden diese historischer Streichinstrumente zwischen den Beinen gehalten und gespielt.

Mit Charme und Witz führte der ehemalige Cellist des Leipziger Gewandhauses die Zuhörer in die längst vergessenen Kniegeige ein, sodass sich, wie die Familie selber sagte, der Zauber ihres Klanges auch gedanklich erschließen ließ. Dabei würde die Kombination aus hellen, kernigen gestrichenen und runden, schweren Klängen der Alt-, Bass- und Diskantgamben an die damals gesellschaftlichen Versammlungen und Hauskonzerte erinnern.

Verschiedene Werke der letzten Gambenmusik-Epoche unter anderem vom Hallenser Samuel Scheidt, dem Engländer Thomas Morley, und dem Renaissance-Komponist Orlando Gibbons erfüllten den Raum. Im Anschluss lauschten die Besucher dem musikalischen Übergang von der barocken zur klassischen Epoche mit Franz Benda und Karl-Friedrich Abel. Als musikalischen Abgang bot die Familie eine Komposition von Joseph Hadyn. So waren es nicht nur die entzückenden geselligen Musikstücke, sondern viel mehr die ungewöhnlichen, fast in Vergessenheit geratenen Instrumente, die diesen Nachmittag unvergesslich werden ließen.

Karoline Maria Keybe

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