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Schkeuditz Disteln sorgen bei Radefeld für „Schneefall“
Region Schkeuditz Disteln sorgen bei Radefeld für „Schneefall“
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10:36 29.07.2010
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Radefeld

Manche halten das Ganze für Pappelsamen, doch von dieserart hochwachsenden Bäumen ist weit und breit nichts zu sehen. „Die ,Schneestürme‘ gehen von mannshohen Distelwäldern aus, die jetzt voll im Samen stehen. Die Flächen sehen aus wie überdimensionale Baumwollplantagen. Von den Flocken bleiben keine Haustür, keine Fensternischen und nichts, was Ecken und Kanten hat, verschont“, schimpft Anwohner Erhard Buhle.

Als Schuldige sieht Buhle die Verantwortlichen beim Flughafen, die ihre Ausgleichsflächen einfach verwahrlosen lassen würden. Dass auf seine Beschwerde beim Flughafen vorige Woche „eine Nicht-Reaktion“ erfolgte, habe ihn geschockt. Für ihn stehe fest, dass hier jemand aufs Gröbste seine Aufgaben nicht erfüllt oder seine Kontrollpflicht vernachlässigt. Den Schaden hätten dadurch Fremdeigentümer beziehungsweise die Allgemeinheit.

Auch im Schkeuditzer Rathaus sind bereits Beschwerden eingegangen, bestätigte gestern auf Anfrage Stadtsprecher Helge Fischer. Bürgermeister Manfred Heumos (CDU) habe bereits mit den Besitzern der Flächen Kontakt aufgenommen. Diese Areale sollen nun so hergerichtet werden, dass von ihnen keine Belästigung für die Nachbarn ausgeht, sagte Fischer.

Verantwortlich für die Flächen ist tatsächlich der Flughafen. „Das stimmt, wir haben insgesamt 241 Hektar Ersatz- und Ausgleichsflächen zu betreuen. Dazu gehören auch die fraglichen Areale zwischen Radefeld und Freiroda“, erklärte gestern Pressesprecherin Evelyn Schuster auf LVZ-Anfrage. Allerdings handele es sich ganz bewusst um naturbelassene Flächen. „Hier wurden Feldgehölze in Reihe gepflanzt. Je größer sie werden und je mehr sie sich durchsetzen, umso mehr drängen sie den Unkrautwuchs zurück. Es ist eigentlich nicht vorgesehen, hier einzugreifen. Deshalb handelt es sich hier auch nicht um ein Versäumnis.“ Den Feldgehölzen würde der Distelwuchs nichts anhaben können.

Den Vorwurf, dass man auf Anwohnerbeschwerden nicht reagiert habe, weist die Sprecherin zurück: „Das muss doch auch erst einmal mit den Fachleuten besprochen und dann alles organisiert werden.“ Das ist nun offenbar geschehen, denn voraussichtlich noch in dieser Woche will der Flughafen die Distelplantagen bei Schonung der Feldgehölze abmähen lassen. Die Zäune, die teilweise noch an den Ausgleichsflächen stehen, seien nur vorübergehend aufgestellt, um die Entwicklung der Gehölze zu schützen. „Generell sind diese Naturflächen nicht eingezäunt, denn unser Ziel ist deren Begehbarkeit“, so Schuster.

Olaf Barth

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