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Schkeuditz Dölziger Wehr übernimmt vier Jugendliche in aktiven Dienst
Region Schkeuditz Dölziger Wehr übernimmt vier Jugendliche in aktiven Dienst
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14:52 19.05.2015
Gruppenbild nach einer Übung an der Kirche in Dölzig, wo die Kameraden voriges Jahr Pfarrerin Ines Schmidt aus dem "brennenden" Turm retteten. Quelle: Michael Strohmeyer

"Sie werden dann ein Jahr Probe bei uns absolvieren. Wir denken, dass sie das schaffen", sagte am Dienstagabend Wehrleiter Lutz Bransdor. Die Vier würden dann die 27 Frauen und Männer der Einsatzabteilung verstärken.

Der 54-Jährige war Gast und Gastgeber zugleich bei der öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates Dölzig/Kleinliebenau. Denn das Gremium tagte im schmucken Aufenthaltsraum der neu gebauten Wache und hatte den Jahresrückblick des Wehrleiters auf der Tagesordnung stehen. Insgesamt 52 Alarmierungen gab es voriges Jahr für die Dölziger Kameraden. 20 davon fielen in die Zeit des Juni-Hochwassers. Die Feuerwehrleute waren zur Deichkontrolle eingesetzt und sind die Dämme abgelaufen, um sie auf mögliche Schäden zu kontrollieren. Acht Einsätze gehen auf das Konto von technisch bedingten Fehlalarmen bei der Mios Großhandel GmbH im Gewerbegebiet Westringstraße. "Seit 13. Januar wird dort noch bis Ende der Woche eine neue Meldeanlage eingebaut. Wir hoffen, dass es dann besser wird", so Bransdor. Denn es sei schon "deprimierend" wenn man inklusive der Schkeuditzer Wehr jedes Mal mit großem Aufwand für "nichts" mit fünf bis sechs Fahrzeugen und entsprechendem Personal ausrücken muss. Fehlalarmierung gebe es auch im Maßregelvollzug in Altscherbitz, zu dem im Alarmfall auch die Dölziger ausrücken. Erst letzten Donnerstagabend habe wieder jemand ohne Grund die Anlage ausgelöst.

Ein Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag, die Beseitigung von Sturmschäden und Einsätze bei einer zunehmenden Anzahl von Verkehrsunfällen, davon 90 Prozent auf der Autobahn 9, stünden außerdem in der Einsatz-Statistik. Auch bei diesen Einsätzen hätte es einige Fehlalarmierungen gegeben. Autofahrer melden brennende Fahrzeuge, die es dann gar nicht gibt.

Die Gesamtanzahl von Einsätzen sei gegenüber früheren Zeiten zurückgegangen. "Damit ist es aber nicht getan. Ausbildungen, Dienste und Versammlungen kommen zu dem ehrenamtlichen Engagement der Kameraden noch dazu", erläuterte Bransdor. Dölzig sei neben Radefeld und Schkeuditz jene Wehr, die bei Ereignissen rund um die Uhr alarmiert werde könnte. Ausgerückt werde mit beiden Fahrzeugen und neun bis elf Kameraden. "Auch wenn jemand gerade von der Nachtschicht kam, dann springt er wieder hoch, wenn es Alarm gibt. Bei uns bleibt keiner im Bett liegen", verweist der Wehrleiter auf die hohe Einsatzbereitschaft und Verlässlichkeit seiner Truppe. Dafür erhielt er von Ortsvorsteher Lothar Böttcher unter Zustimmung der anderen Räte und Besucher ein Dankeschön und viel Anerkennung. "Wir sehen auch mit Hochachtung, wie in den Reihen der Wehr junge Leute und Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung zusammenarbeiten", sagte Böttcher und versprach die Unterstützung des Ortschaftsrates bei den nächsten Vorhaben der Wehr. Zum Beispiel brauche diese einen kleinen Anbau für deren Utensilien zur Traditionspflege. Denn das bisher dafür genutzte alte Feuerwehrhaus gehört zu jenen Immobilien, von denen sich die Stadt zu gebener Zeit trennen möchte. Ob die Feuerwehr dieses Jahr wieder einen Maitanz organisiert, wird erst nächste Woche entschieden. "Wir sind da im Zwiespalt. Der Organisationsaufwand ist doch recht große, doch das Interesse im Dorf ist zurückgegangen", gab der Wehrleiter zu.

Ein Bürger wollte wissen, wo die Feuerwehr eigentlich ihre Schläuche trocknet. "Das machen wir gar nicht mehr. Nach jedem Einsatz werden sie auf den Flughafen geschafft, wo sie kostenlos für uns überprüft, gereinigt, getrocknet, gestempelt und gerollt werden", so Bransdor. Eine weitere Frage betraf den Zustand der Hydranten im Winter. "Auch wenn rein formal die Wasserwirtschaft zuständig ist, schafft die das gar nicht. Wir öffnen selbst vor jedem Winter die Hydranten, fetten sie und packen sie in Folie ein. Keine Feuerwehr kann es sich leisten, vor einem brennenden Haus zu stehen, und es kommt kein Wasser" schilderte Bransdor. Er appellierte an die Bürger, nicht auf Hydranten zu parken. Doch ein Gesetz, was das verbietet, gebe es nicht.

Am Ende ging es auch noch einmal um den Feuerwehr-Nachwuchs. "Wir wollen wieder neue Mitglieder werben, aber es wird schwer. Mit zwei Kindern funktioniert das nicht, fünf bis sechs sollten es schon sein", sagte Bransdor. Interessenten ab zehn Jahre könnten sich melden, auch aus den Nachbarorten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.01.2014
Olaf Barth

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