Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Dölziger feiern Heimatfest
Region Schkeuditz Dölziger feiern Heimatfest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 16.09.2015
Das Backen von Knüppelkuchen ist beliebt bei Klein und Groß. Quelle: Michael Strohmeyer
Anzeige
Dölzig

Gut gelaunt erlebten am Wochenende die Dölziger und deren Gäste zu Hunderten ein buntes Programm beim neunten Dorffest im Dölziger Ortsteil. Einer der Höhepunkte war wieder das Seifenkistenrennen in der Auenstraße. Erstmals hatten die Organisatoren auch eine Kategorie Bobby-Car eingeführt. Bei den Dölzigern und Kleinliebenauers, Schkeuditzern und Leipzigern sowie bei Gästen aus dem weiteren Umland bleiben wohl aber nicht nur die Rennen mit Kindern und Erwachsenen in bester Erinnerung. Denn das vom Ortschaftsrat, den Freien Wählern und vielen Vereinen auf die Beine gestellte Fest hatte für wohl jeden Geschmacke einen oder mehrere Programmpunkte parat. Das begann schon am Freitag mit einem Fackel- und Lampinumzug in Begleitung der Blaskapelle „Edelweiss“ aus Zöschen. Da zogen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern von der Feuerwehr zum Festplatz Schnell stürmten die Plätze auf den Karussells, an Schießbuden und im Festzelt. Dort animierten der Schkeuditzer DJ Andreas Guhde mit einem Extra-Programm mit viel Musik Kinder zum Mitmachen. Wer dabei durstig wurde, konnte sich einen Becher vor der originalen Fassbrause, von der die Veranstalter für die Kinder 30 Liter frei ausschenkten. Dafür zahlten Erwachsene ihr „kühles Blondes“ gern und hielten sich auch an den Bratwurst- und Fischbrötchen-Ständen nicht zurück.

Die Dölzigerin Jugendclub-Leiterin Ina Maasch hatte für das Festwochenende 15 Kilogramm Teig vorbereitet. Denn Eltern und Kinder lieben es, abends an der Feuerschale leckeren Stockkuchen über den Flammen zu backen und frisch zu verspeisen. Wegen der großen Nachfrage bildete sich gleich eine Schlange, die fleißigen Feuerwehrkameraden kamen gar nicht so schnell nach, den Teig um die Stöcke zu wickeln. Einige ließen sich allerdings auch noch Zeit mit dem Backen und nutzten zunächst das Angebot von Pfarrerin Ines Schmidt, sich bei einer Führung mal die Dölziger Kirche genauer anzuschauen. Für die Großen war sogar ein Aufstieg in den Kirchturm zu seinen drei Glocken möglich.

Bei strahlenden Sonnenschein wurde am Sonnabend nun schon zum vierten Mal das Seifenkisten-Rennen ausgetragen. Erstmals dabei auch ein Extra-Wettbewerb für Bobby Cars. in der Auenstrasse ausgetragen. Dicht gesäumt standen die Zuschauer am Straßenrand, um sich dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen. Und sie wurden nicht enttäuscht. 19 Starter im Alter von 6 Jahre bis 65 Jahre wollten mit ihren kreativen Kisten oder Bobby Cars die 200 Meter Strecke mit einen Gefälle von zirka vier Prozent in der schnellsten Zeit bewältigen. Die Mannschaften Black Devil, Bier Express aus Lützen ,Team Wieselflink, Sax-Racing, Hals- und Beinbruch aus Dölzig, Waffenschmiede Kitzscher, Lammbock Racing Team aus Markranstädt und natürlich die Ortsfeuerwehr in voller Ausrüstung nahmen den Kampf um die schnellste Zeit auf. Reichlich Spaß hatten dabei alle – die Zuschauer einerseits und Fahrer auf der anspruchsvollen Slalomstrecke andererseits. Wichtig: Alle sind sicher im Ziel angekommen. In der Altersklasse von 18 bis 65 Jahre siegte „Black Devil“ Ingolf Becker in einer Spitzenzeit von 28,289 Sekunden – immerhin eine Geschwindigkeit von über 25 Km/h. Bei den Acht- bis 14 -Jährigen waren die Dölziger „Wieselflinken“ mit Lilian Müller (12) in einer Zeit von 30.562 Sekunden am schnellsten. Sie schafften mit Lilians Bruder Maximilian auch noch Platz drei. Den zweiten Platz belegten die Makranstädter Lammbock-Racer.

Ein Höhepunkt war zur Freude der Dölziger natürlich das erste Bobby-Car-Rennen. Hier war die kleine Dölzigerin Klara Nilson vom Team „Hals und Beinbruch“ ganz groß. Mutig steuerte sie wie der Wirbelwind über die Slalomstrecke in einer beachtlichen Zeit von 41.188 Sekunden. Die Sechsjährige war jüngste Teilnehmerin und belegte Platz drei. Sieger wurde Tim Schatz in dieser Altersklasse mit 33.43 Sekunden. Die Kameraden Oliver Schulze und Marcus Haug von der Ortsfeuerwehr wollten es natürlich auch wissen und traten außer Konkurrenz in voller Montur an. Sei schafften das Kunststück, sich auf den kleinen Flitzern zu halten Ebenso wie Ortsschaftsrat und Stadtratsmitglied Heiko Lichtenberger, der sich als Fahrer den Spaß auch nicht entgehen ließ.

Bei aller Belustigung auf und neben der Festwiese, wurde auch etwas für die Bildung getan. Denn der Heimatverein präsentierte in der Turnhalle ein große Ausstellung zum Thema „Dölzig und Kleinliebenau im Wandel der Zeit“. Hier konnten Besucher anhand von Fotos sehen, wie sie die über die Jahrzehnte verändert haben. Auch aus der Sportgeschichte war einiges zu erfahren. Rosmarie Tauchnitz hatte dafür die Fäden in der Hand und und freute sich über das große Interesse der Bürger: „Das ist der schönste Lohn und spricht für die Heimatliebe und Verbundenheit der Leute zum Ort.“ Apropos Bildung: Auch die Paul-Wäge-Grundschule hatte ihre Türen zur Besichtigung geöffnet. Dort stellte der Förderverein interessierten Eltern eingeladen die modernen, mit Internet ausgerüsteten Klassenräume und weitere zimmer vor.

Auch gestern wurden die Dölziger nicht müde zu feiern. Ganz selbstverständlich waren unter ihnen Mitglieder jener Flüchtlingsfamilien, die schon länger dezentral im Dorf untergebracht und weitestgehend integriert sind. Deren Kinder hatten sich auch am Schulprogramm beteiligt. Der letzte Festtag wurde mit dem musikalischen Frühschoppen mit der Blaskapelle „Edelweiß“ aus Zöschen eingeleitet. Skatturnier, Kinderflohmarkt und eine Vorführung der Kindertanzgruppe des Sportvereins 1863 sowier der Kaffeklatsch mit der Schlagersängerin Regina Thoss. Mit-Organisator Heiko Lichtenberger zeigte sich zufrieden mit den drei Tagen: „Das ist ein Fest für alle Generationen, da kann man nur allen danken, die das unterstützen.“ Und so soll es bei dem 10. Fest in zwei Jahren wieder sein. Momentan aber beschäftigt die Dölziger ein ganz anderes Thema, wie kein zweites – Stichwort Flüchtlinge. Heute gibt es zu den Entwicklungen (die LVZ berichtete) im Gewerbegebiet Westringstraße, wo seit Freitag über 100 Flüchtlinge bereits eingezogen sind, eine Informationsveranstaltung der Landesdirektion Sachsen in der Discothek „Sax“. Sie beginnt 18 Uhr.

Von Michael Strohmeyer / Olaf Barth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dölzig. Wann genau am Freitag die ersten Flüchtlinge eintreffen, wusste niemand zu sagen, doch die für sie im Dölziger Gewerbegebiet vorgesehene Unterkunft steht bereit. Binnen einer Woche hatte der Freistaat hier von Firmen ein leer stehendes Bürogebäude so herrichten lassen, dass es als Notquartier zur Erstaufnahme für bis zu 150 Flüchtlinge taugt.

11.09.2015

Nun schon zum vierten Mal hatte der Arion Chor Glesien eingeladen, um gemeinsam mit anderen Chören zu singen, Erfahrungen auszutauschen und ein schönes Wochenende in der nördlichsten Ortschaft der großen Kreisstadt Schkeuditz zu verbringen.

10.09.2015

Alles einsteigen! Eine Zeitreise ins frühe 20. Jahrhundert erlebten Besucher der Jubiläumsfeier "105 Jahre Straßenbahn in Schkeuditz" am Wochenende. Während der legendäre Triebwagen 20 hin und her nach Lützschena zuckelte, bestaunten Groß und Klein die Anlagen der Modellbahner im historischen Straßenbahn-Depot.

10.09.2015
Anzeige