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Dölziger feiern mit fliegenden Eiern

Dölziger feiern mit fliegenden Eiern

Mit einem großen Osterfeuer beim mittlerweile traditionellen Gauchelfest begrüßten die Dölziger wieder den Frühling. Rund 800 Besucher wollten sich am Osterwochenende das beliebte Spektakel nicht entgehen lassen.

Dölzig. Schließlich soll laut Überlieferung das Licht des Osterfeuers Glück und Gedeihen bringen. Und auch der plätschernden Quelle, dem Gauchel, werden wohltuende Wirkungen nachgesagt. Grund genug, hier jedes Jahr aufs Neue kräftig zu feiern.

Zunächst brachte das Licht vor allem heiße Luft und ließ die Besucher eiligst Abstand nehmen. Denn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Dölzig hatten den drei Meter hohen pyramidenförmigen Holzhaufen zu einer lodernden Flamme entfacht. Möglich, dass die meisten Besucher die eigentliche Bedeutung des Osterlichtes gar nicht kannten, doch über die wohltuende Wirkung ihrer Quelle sind sich die Dölziger sicher. So war es schon früher Brauch, in den frühen Morgenstunden des Ostersonntages am Gauchel Osterwasser zu schöpfen, welches den Trinkenden Wohlergehen versprach. Auch Neuankömmlinge wurden mit einem Schluck Quellwasser begrüßt. „Denn wer einmal von der Gauchel trinkt, kommt immer wieder nach Dölzig zurück“, erklärte Ortsvorsteher Lothar Böttcher die Kraft des Wassers. So kehrte auch Anke Wilde mit ihrer Familie heim. Zumindest für einen Nachmittag.

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Dölzig. Mit einem großen Osterfeuer beim mittlerweile traditionellen Gauchelfest begrüßten die Dölziger wieder den Frühling. Rund 800 Besucher wollten sich am Osterwochenende das beliebte Spektakel nicht entgehen lassen. Schließlich soll laut Überlieferung das Licht des Osterfeuers Glück und Gedeihen bringen. Und auch der plätschernden Quelle, dem Gauchel, werden wohltuende Wirkungen nachgesagt. Grund genug, hier jedes Jahr aufs Neue kräftig zu feiern.

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Mittlerweile leben die Ex-Dölziger in Rückmarsdorf. „Das Gauchelfest ist die Gelegenheit, Dölzig mal wieder einen Besuch abzustatten. Gerade für die Kinder wird hier viel geboten“, freute sich die 31-Jährige. „Vom Osterhasen habe ich schon Schokolade bekommen“, so ihr vierjähriger Sohn Rick stolz. Auch Emily Nieke drückte ihrer Mutti ein paar Süßigkeiten in die Hand. Auf ihrem Gesicht flatterte ein riesengroßer rosa Schmetterling. Nur aus Farbe versteht sich. So hübsch geschminkt konnte die Fünfjährige dem plüschigen Osterhasen schnell bezirzen. Und auch beim Eierwettlauf holte sie den Sieg. Der Preis: ein Schmetterling natürlich.

Neben dem Wettlauf für die Kleinen schossen die Großen mal mehr und mal weniger koordiniert mit rohen Eiern. Am Schöppenwinkel, direkt vor der Quelle, flogen die etwas anderen Wurfgeschosse durch die Luft. Je drei Versuche hatte der Werfer, das Ei sicher und ganz in die Hände des Fängers zu manövrieren. Beim ersten Wurf von Patrick Siebeck zerplatzte das Ei noch in der Luft. Die Zuschauer flohen vor der glibberigen gelben Masse. Beim zweiten Versuch des 18-Jährigen landete das Hennenprodukt zwar in den Händen von Fänger Frank Sachsenröder – aber kaputt. Alles kreischte und lachte. Letzter Versuch für Team „Bratwurst“. Die Anspannung war groß, die Menge still. Und das Ei flog scheinbar minutenlang durch die Luft. Der 47-jährige Fänger ging in die Knie und hielt das Ei. Es war ganz und der Rekord vom letzten Jahr geknackt: 33 Meter.

„Die Feuerwehr wird’s nicht auf sich sitzen lassen“, mutmaßten die beiden Männer und behielten Recht. Den Elektromarkt-Gutschein gewann der Feuerwehrnachwuchs. Die 21-jährigen Burschen Marcus Haugk und Sebastian Dorn holten sich mit 35 Metern den Sieg beim Rohe-Eier-Zielweitwurf. Daniel Beltrán ein kolumbianischer Austauschschüler aus Bogotá beobachtete das Treiben eher misstrauisch. Auf die Frage, ob alle in Deutschland so Ostern feiern, wurde aus der Menge einhellig geantwortet: „So feiern nur wir verrückten Dölziger.“

Diese füllen ihr „heiliges Wasser“ für den Verkauf auch mit ein paar Prozenten und Geschmack in kleine Fläschchen. Der Reinerlös des „Gauchelwassers“ kommt der namensgebenden Quelle zugute. Anfangs plätscherte das unscheinbare Rinnsal aus einem zerbrochenen Tonrohr auf ein mit moosbedecktes Becken. „Vor neun Jahren riefen wir das Gauchelfest ins Leben. Nicht zuletzt, um die Quelle und das gesamte Gelände drum herum zu erneuern“, erklärte Böttcher.

Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Dölzig, des Heimatvereins, des Jugendklubs, der Freien Wähler und den Spenden der Anwohner „sorgen“ sich die Verantwortlichen mittlerweile nur noch um die Bepflanzung der Quelle. „Das große Endziel ist, einen Teil der Quelle freizulegen“, so Böttcher. Um die nötigen Mittel zu bekommen, seien noch einige Spendengelder von Nöten. Die Dölziger und ihre Gäste können sich also auch im nächsten Jahr wieder auf ein etwas anderes Osterfest freuen.

Anne Schulze

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