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Schkeuditz Dorfanger in Radefeld soll klar strukturiert werden
Region Schkeuditz Dorfanger in Radefeld soll klar strukturiert werden
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00:33 03.06.2018
Was passiert mit dem historischen Kirschhaus? Die Radefelder sollen sich darüber Gedanken machen. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Schkeuditz

Der Dorfanger in Radefeld ist in Nordsachsen einmalig. Das zumindest äußerte Christine Schiemann vom gleichnamigen Planungsbüro auf der Bürgerversammlung im Schkeuditzer Ortsteil am Dienstagabend. Das könne sie sagen, weil sie seit mehr als 25 Jahren im Altkreis Delitzsch planerisch tätig und auch in Schkeuditz schon aktiv geworden sei. „Wir sind der Dorfplaner in Nordsachsen“, äußerte sie selbstbewusst.

Der Obere und der Untere Anger seien das Herzstück des Dorfes und suchten seinesgleichen. Darin stimmte Schiemann mit der Ortsvorsteherin Birgit Gründling überein. „Vor etwa 20 Jahren belegte Radefeld beim Wettbewerb ,Schönstes Dorf‘ den dritten Platz und die Jury war fasziniert vom Oberen Anger“, wusste die Planungsbüro-Chefin zu berichten. Nun gilt es, die großen Potenziale, die der Obere Anger ohne Zweifel hat, bei einer dorftypischen Umgestaltung herauszuarbeiten, sagte die Ortsvorsteherin. „Wir befinden uns derzeit in der Haushaltsplanung für die Jahre 2019 und 2020. Es ist mir ein großes Anliegen, die Umgestaltung des Angers finanziell mit in die Haushaltsplanungen einzubinden“, gestand Gründling, auch wenn sie wisse, das Kita- und Schulbau in Schkeuditz Vorrang haben. Es müsse etwas getan werden. „Es gibt aber nichts Schlimmeres, als an den Bürgern vorbei zu planen“, sagte sie.

Erste Maßnahme-Vorschläge waren auf einem Plan zu sehen. Quelle: privat

Ziel sei es, das „Herzstück“ zu entwickeln, so dass es ökonomisch, ökologisch und auch als sozialer Mittelpunkt (wieder) funktioniere, meinte Schiemann. Die Grünflächen sollen erhalten werden, es soll kein schlechterer Zustand entstehen als zuvor. Was aber zum Beispiel mit dem historischen Kirschhäuschen passieren soll, dass müssten die Radefelder entscheiden. Auch, ob die Betonfläche mit den Müllcontainern – einst Tanzfläche bei Festen – entsiegelt werden soll, fragte Schiemann. Grundsätzlich solle ein einheitliches Bild und ein klares Konzept am Anger entstehen, für das am Dienstag Ideen gesammelt wurden.

Hauptsächlich die aktuelle Situation der parkenden Autos sei den Anrainern ein Dorn im Auge. Vor allem am Zugang zum Friedhof muss eine klare Struktur geschaffen werden, dort werden Fußgänger behindert, hieß es. Auch wie und wo Mitarbeiter von Firmen oder Gäste am Anger parkten, wurde kritisiert. Das nahm Schiemann mit auf, mahnte aber: „Wir müssen uns an Ordnung und Disziplin gewöhnen.“ Zweifel am Funktionieren dieses Aufrufes wurden durch Gemurmel deutlich. Die ausgesprochene Forderung nach entsprechenden Parkverbotsschildern blieb zunächst unbeantwortet.

Die beiden Teiche an den Anger-Enden sollen renaturiert und neu gestaltet werden und funktionierende Zu- und Abläufe erhalten. Gespräche mit den Wasserwerken über die Wasserzuleitung seien bereits für Juni anberaumt worden. Die Grundstückszufahrten sollen einheitlich so gestaltet werden, dass eine Zufahrt mit (Gülle- oder Heizöl-) Lkw und hintereinander angeordnetes Parken möglich sind. Außerdem sollen angeruntypische Bäume (Nadelbäume und Pappeln) ersetzt werden.

Über den Sommer werde nun im Schiemann-Büro geplant. Im August soll es ein zweites Bürgertreffen geben. Bis dahin sollen die Radefelder über Ziele am Anger grübeln. Auch, ob es wie einst wieder Feste am Anger geben könnte, sollten die Bewohner diskutieren. Einen Vorschlag für das Kirschhaus hatte Schiemann schon: Umbau zum Dorfbackofen.

Von Roland Heinrich

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