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Dorfbewohner verärgert über Baum-Fällungen

Dorfbewohner verärgert über Baum-Fällungen

Ein markanter, großer Baum fiel vorige Woche in der Dölziger Paul-Wäge-Straße am Taubenhaus der Säge zum Opfer. Auch andernorts wurden in Dölzig und in Kleinliebenau im Auftrag der Stadtverwaltung Bäume gefällt.

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Gefällt und zerlegt - alles ein Missverständnis? Am Dölziger Taubenhaus wurde ein hoher Eschenahorn (siehe unten) gefällt. Über dieses Vorhaben war in der öffentlichen Ortschaftsratssitzung informiert und diskutiert worden. Jetzt heißt es aber im Dorf, es sei eigentlich über einen anderen Baum gesprochen worden.

Quelle: Michael Strohmeyer

Dölzig. Bürger kritisieren dieses Vorgehen. Doch die Fällungen hätten im Zuge der Verkehrssicherungspflicht stattgefunden, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Der neben dem Taubenhaus am Weg zur Gauchelquelle stehende Eschen-ahorn sei bereits einmal gestützt worden, zerstöre aber mit seinen Wurzeln weiter die Einfassung und den Weg. Auch der Nachbar fürchte um sein Haus, hieß es während der jüngsten Ortschaftsratssitzung. "Die Fällung ist nicht schön, aber nicht zu umgehen. Wir wünschen uns als Ersatz zwei kleinere Nachpflanzungen", gab Ortsvorsteher Lothar Böttcher der Außenstellenleiterin Birgit Gründling mit auf den Weg ins Schkeuditzer Rathaus. Sie sagte zu, dass es Ersatz geben wird. Auch Anwohner hatten an der Sitzung teilgenommen und die Fällung des Baumes sehr bedauert. Denn krank sei das Gewächs ja nicht.

Gestern allerdings wurden Zweifel laut, ob in der fraglichen Ortschaftsratssitzung wirklich über denselben Baum geredet wurde, oder ob hier nicht ein Missverständnis vorliegt und am Ende der falsche Baum der Säge zum Opfer fiel: "Der von mir erwähnte Baum, der gestützt werden musste, steht weiter hinten am Taubenhaus. Das war auf der vorgelegten Skizze in der Sitzung aber so deutlich nicht zu erkennen. Deshalb hatte ich ja auch noch mal um einen Ortstermin gebeten", erklärte Ortsvorsteher Lothar Böttcher. Doch dafür ist es nun zu spät. "Ob dieser gefällte Baum nun wirklich so eine große Gefahr dargestellt hat, bezweifle ich. Es ist unverständlich, dass hier die Säge angesetzt wurde", so Böttcher.

In seinem Büro hätten sich bereits zahlreiche Bürger gemeldet und bitterlich darüber beklagt, dass dieser gesunde Baum abgeholzt wurde und für die kleine Ruhezone mit Sitzbank nun keinen Schatten mehr spenden kann. Weitere Beschwerden habe es zudem auch über Fällarbeiten am kleinen Kanal-Tunnel und in Kleinliebenau gegeben. Dort mussten einige Birken weichen.

"Es finden jedes Jahr mit Baum-Sachverständigen zwei Baumschauen statt. Dabei werden gemeinsam mit den Experten notwendige Maßnahmen festgelegt. Niemand fällt einen Baum, wenn es dafür keinen Grund gibt", erklärte Außenstellenleiterin Birgit Gründling. Einer der Hauptgründe bei den Fällungen sei die Verkehrssicherungspflicht an öffentlich gewidmeten Straßen und Wegen. Menschen und Sachwerte sollten durch Bäume oder herabbrechende Äste nicht zu Schaden kommen. Als weitere Gründe für Fällungen kommen auch verschiedene Pilzerkrankungen in Betracht, die dann die Standsicherheit eines Baumes gefährden. "Natürlich sind solche Fällungen mit Ersatzmaßnahmen verbunden. Allerdings ist es nicht immer möglich, diese gleich an Ort und Stelle umzusetzen", erklärte Gründling.

Ortsvorsteher Böttcher will nun dennoch den Leiter des Technischen Service Schkeuditz zur nächsten Ortschaftsratssitzung einladen. Dann soll René Froehlich den Räten und Bürgern erklären, aus welchen Gründen die Bäume fallen mussten. "Und wir wollen ebenso wissen, ob es für den Baum am Taubenhaus nicht auch andere Lösungsmöglichkeiten gegeben hätte, um mögliche Gefahren abwenden zu können", sagte Böttcher.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.02.2014
Olaf Barth

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