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Dulig spricht in Schkeuditz mit Unternehmern

Dulig spricht in Schkeuditz mit Unternehmern

Der Startschuss für den "Sächsischen Meilenstein 2015", der im fünften Jahr seines Bestehens mit einem Novum daherkommt, ist gestern in Schkeuditz gefallen. Seit 2011 wurden mit dem Preis erfolgreiche Unternehmensnachfolgen in kleinen und mittleren Betrieben ausgezeichnet.

Schkeuditz. In diesem Jahr wollen die Auslober erstmals auch nachhaltig erfolgreiche Entwicklungen von Unternehmensübernahmen, die schon zwischen 2005 und 2010 erfolgt sein dürfen, prämieren. Unter der Schirmherrschaft von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sind die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG) die Auslober des Preises. Um insgesamt 7000 Euro geht es.

Wirtschaftlich sei Sachsen gut aufgestellt, es stehe mit an der Spitze in Europa. "Die Aufholjahre sind aber vorbei. Nun gilt es, einen zweiten Schwung zu holen, um weitere Veränderungsprozesse anzustoßen", sagte der Vize-Ministerpräsident Dulig. Zu einem Unternehmergespräch, das gestern aus Anlass des Wettbewerbsstarts in der Sattlerei Kübler stattfand, war er gekommen. Die Unternehmensstruktur in Sachsen sei sehr kleinteilig. "Wir haben eine sehr hohe Handwerkerdichte", erwähnte Dulig. Dieser Struktur geschuldet sei, dass Forschung und Entwicklung hauptsächlich unternehmensfern, also an Universitäten oder Instituten, zu finden sei. Diese Gegebenheiten müssten so genutzt, die Infrastruktur zwischen Forschung und Unternehmen so ausgebaut werden, dass die Wirtschaft profitieren kann.

"Mehr als 200 Bürgschaften haben wir übernommen und so rund 80 Millionen Euro Investitionen ausgelöst. Wir konnten 2500 Arbeitsplätze erhalten und 500 neu schaffen. Reichlich 4000 Unternehmensnachfolgen hat es seit 2011 gegeben. Ganze vier Übernahmen haben bei uns nicht geklappt", sagte Markus Michalow, Geschäftsführer der BBS. Die Botschaft sei eindeutig.

Möglichkeiten der Unternehmensübernahme gebe es viele. "Am besten ist, wenn man eine Übernahme komplett mit Eigenmitteln bestreiten kann", sagte André Koberg vom Vorstand der Sächsischen Aufbaubank und sorgte damit gewollt für Schmunzeln bei den Unternehmern. "Voll fremdfinanziert funktioniert eine Übernahme aber auch nicht. Es müssen sinnvolle Finanzierungsmodelle geschaffen werden, von denen es viele Varianten gibt", sagte Koberg. "Uns geht es nicht darum, mit einem neu aufgelegten Programm zu schon bestehenden Möglichkeiten in Konkurrenz zu treten, sondern eventuell auftretende Lücken zu füllen. Dazu sind wir bereit", ergänzte Dulig.

Beim Unternehmergespräch, bei dem auch Preisträger der Vorjahre zugegen waren, gab es auch kritische Töne. Gábor Nyári von der Landmetzgerei Reiche in Beucha mahnte fehlende Grundvoraussetzungen bei Auszubildenden an. Kurt Kirpal, Senior-Chef der KET Kirpal Energietechnik und Anlagenbau, bemängelte die fachlichen Qualitäten einiger Studenten. "Ich habe mehrere Projekte mit ihnen gemacht. Was heute dabei herauskommt, hat länger gedauert und ist von minderer Qualität", sagte er. "Wir haben, und das ist auch gut so, eine Hochschulautonomie", entgegnete Dulig. "Es sollte uns aber mehr darum gehen, die duale Ausbildung in ihrer Bedeutung aufzuwerten, als die akademische einzuschränken", konterte er Kirpals Anregung, bei den Studien-Zulassungen mehr auf Qualität zu achten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2015
Roland Heinrich

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