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Ein Mann für vier Posten

Ein Mann für vier Posten

Die Zukunft der Beruflichen Schulzentren (BSZ) im Landkreis Nordsachsen war unlängst das Hauptthema einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde in Schkeuditz.

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Diskussion über die Zukunft der Berufsschulzentren im Landkreis Nordsachsen. Im Podium der Runde sitzen von links Martin Wünschmann (SMK), Ralf Berger (SBAL), Horst Winkler (LKR), Wilfried Kühner (SMK) und Ralf Scheler (HWKL).

Quelle: BSZ

Schkeuditz. Denn als Teilnehmer waren auch Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus (SMK), der Sächsischen Bildungsagentur (SBA), des Schulträgers Landkreis Nordsachsen sowie von den Kammern und der Wirtschaft gekommen, um mit den Schulleitern zu diskutieren. "Ich bin froh, dass ein solches Treffen erstmals in Schkeuditz stattgefunden hat", sagte danach Dietrich Lehne, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Schkeuditz. Und das Landratsamt Nordsachsen teilte dazu mit, dass prinzipiell in der offenen Diskussionsrunde Einigkeit darüber herrschte, dass die BSZ auch im ländlichen Raum vorhanden sein müssen. Da drängt sich die Frage auf, ob deren Bestand denn gefährdet ist.

"Es gibt Probleme", antwortete Lehne auf eine entsprechende Anfrage der LVZ. Viele davon seien bei der Diskussion zur Sprache gebracht worden. Und zu einigen habe man etwa Wilfried Kühner, Leiter der für Berufsbildende Schulen zuständigen Abteilung im SMK, auch sensibilisieren können. "Wichtig ist uns zum Beispiel, dass bei Einbrüchen der Schülerzahlen trotzdem der Ausbildungszweig erhalten und Fachlehrer im Haus gehalten werden müssen", sprach Lehne für die fünf nordsächsischen BSZ. Beispiele, dass sich die Nachfrage bestimmter Ausbildungen nach einem Schülerzahlen-Rückgang wieder erholte, gebe es nicht nur im eigenen Haus. In Schkeuditz aber musste die Ausbildung zum Kaufmann für Verkaufsservice, der in Verbindung mit der DB-Regio angeboten werde, auf Null gefahren werden. Dies habe mit verlorenen Konzessionen des Unternehmens für bestimmte Strecken zusammengehangen. "Nun haben wir für das nächste Jahr wieder 24 Auszubildende", ist Lehne froh.

Ein anderes und wohl weitaus größeres Problem im Schkeuditzer BSZ ist auf dessen Internetseite auszumachen. Bei insgesamt vier Leitungspositionen ist Lehne aufgeführt: Neben seiner eigentlichen Leiterfunktion ist der 47-Jährige auch amtierender Stellvertreter sowie amtierender Leiter der Fachbereiche Handwerk und Länderübergreifende Fachklassen. Diese Konzentration von Funktionen auf den Schulleiter kann auf Dauer nicht gut sein. Das glaubt auch Lehne: "Eines muss ich aber vorausschicken: Unsere Berufsschule funktioniert nach außen hin. Die Schüler bekommen von diesem Problem nichts mit. Das ist auch unser wichtigstes Ziel." Dennoch blieben wichtige Dinge notgedrungen liegen. So wolle Lehne schon seit Längerem weiter an der Außenwirkung der Schule arbeiten. Auch Fragen zur inhaltlichen und pädagogischen Arbeit gerieten ins Hintertreffen. "Ich kann als Schulleiter nicht mehr so oft hospitieren, wie ich es eigentlich machen würde", nannte Lehne nur eine Auswirkung.

Dabei habe die SBA die Fachleiter-Stellen schon mehrfach ausgeschrieben - ohne Erfolg. Auch das Ministerium habe nach Freiwerden des Stellvertreter-Postens schnell reagiert und intern nach einer Nachfolge gesucht. "Keiner hat sich gemeldet", sagte Lehne. Nun solle der Posten im Dezember noch einmal feilgeboten werden. Dass sich darauf der erhoffte Nachfolger meldet, hofft Lehne zwar, hat aber seine Zweifel. Die Entlohnung normaler Fachlehrer, von denen laut Schulleiter übrigens 37 Prozent Seiteneinsteiger seien, und der der Fachbereichsleiter unterscheiden sich zu unwesentlich, meinte er. Hier müsste seitens der Politik eine Entscheidung getroffen werden und eine Attraktivitätssteigerung erfolgen.

Was geschieht, wenn keine neuen Führungskräfte gefunden werden, konnte Lehne nicht sagen. Die Frage, ob das SMK nicht auch extern nach einem Stellvertreter suchen könne, lies der Schulleiter im Raum stehen. Auswirkungen auf die rund 550 täglich anwesenden und insgesamt rund 1300 Berufsschüler soll es in Schkeuditz jedenfalls so lange wie möglich nicht geben. Für das Schkeuditzer BSZ als solches gibt es indes Vorstellungen zur Weiterentwicklung, bestätigte Lehne, ohne aber schon Konkretes zu verraten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2014
Roland Heinrich

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