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Einstige Wolteritzerin publiziert über Symbole und Zeichen

Einstige Wolteritzerin publiziert über Symbole und Zeichen

Zur Leipziger Buchmesse ab 17. März wird es Gisela Pekrul wieder einmal in ihre alte Heimat ziehen. Die heute bei Schwerin lebende gebürtige Wolteritzerin beschäftigt sich als Verlegerin schon viele Jahre mit Handwerkszeichen, Zunftsymbolen und Berufswappen.

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Das Zeichen auf diesem Grabstein in Wolteritz kündet davon, dass hier ein Bergmann begraben liegt. Dessen Tochter stellt nun in Leipzig ihre Publikationen über Berufswappen und andere Zeichen und Symbole vor.

Quelle: Olaf Barth

Wolteritz. Das Wissen, die vielen Darstellungen hat sie publiziert und jetzt auch digitalisieren lassen, so dass sie nun auf der Messe in Leipzig die DVD und CDs zu diesem Thema vorstellen möchte.

Dass die heute 67-Jährige ein Faible für all diese Zeichen hat, sieht sie in ihrer Kindheit begründet. Als Zehnjährige musste Gisela Pekrul den Tod ihres Vaters verkraften. Paul Grabs war als Bergmann in einem Wismut-Schacht in Oberschlema ums Leben gekommen. Laut Überlieferung hatte er engagiert einen Grubenbrand verhindert und so vielen Kumpels das Leben gerettet. Seins aber hatte er lassen müssen. „Einer seiner Freunde, ein Steinmetz aus Halle, hatte meiner Mutter vorgeschlagen, das Berufszeichen des Vaters mit auf den Grabstein zu bringen“, erinnert sich Pekrul. „Das hat sich eingeprägt. Als 1993 mein Lebensgefährte starb, er war Bau-Ingenieur, habe ich das Bauhandwerkszeichen in den Grabstein einarbeiten lassen. Es hat sich wohl bei mir im Kopf festgesetzt, dass der Beruf eben auch eine Charakterisierung des Menschen darstellt“, sagte gestern die einstige Wolteritzerin, die in Leipzig Mathematik studiert und nach der Wende eine Softwarefirma sowie einen Verlag gegründete hatte.

Wann immer sie in der Region ist, um zum Beispiel ihre Schwester in Leipzig zu sehen, besucht sie auch Wolteritz und das Grab. „Das Dorf sieht gut aus. Es hat sich einiges getan und man findet sich trotzdem noch zurecht“, schildert Pekrul ihre Eindrücke. Erst im letzten Herbst war sie wieder zum Siedlungstreffen gekommen. Ob sie mal an eine ständige Rückkehr gedacht hat? „Ja, zum Beispiel 1974, als mein Elternhaus verkauft wurde. Aber ich bin dann doch bei Schwerin geblieben. Und jetzt bin ich schon über 40 Jahre hier, habe meinen Bekannten- und Freundeskreis hier. Außerdem sind die Mecklenburger auch sehr nette und verträgliche Menschen“, berichtet die Sächsin.

Den Grabstein ihres Vaters hatte sie einmal auch aus beruflichen Gründen besucht – und fotografiert. Denn das dort abgebildete Bergmannssymbol spielt auch in ihren Publikationen eine Rolle. Doch die Zeit für das Grab läuft ab, 2014 der Pflegevertrag aus. „Die Leute hatten schon vor 20 Jahren gestaunt, dass ich den Vertrag noch einmal für so lange Zeit verlängert hatte“, sagte die Seniorin. Und obwohl in Wolteritz Vater, Mutter und Bruder liegen, werde sie sich wohl in ihrer neuen Heimat beerdigen lassen.

Doch bis dahin soll möglichst noch viel Zeit vergehen. Aufgaben und Freuden gibt es noch genug, nicht nur der Enkel wegen. „Ich will nicht nur rumsitzen und meine Rente verjubeln“, sagt Gisela Pekrul. Deshalb hat sie mit ihrem Mitstreiter Ernst Franta den Wissensschatz um bekannte und unbekannte Handwerkszeichen, Zunftsymbole und Berufswappen aufgearbeitet, bebildert und digitalisiert. Das alles und andere ihrer Verlagsprodukte sind zur Messe in der Halle 5 zu sehen.

Olaf Barth

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